Ursachen und Behandlung der Zahnfleischentzündung

 

Entzündungen des Zahnfleisches (medizinisch Gingiva) nennt der Mediziner Gingivitis. Sie kündigt sich mit Schwellungen, Rötungen und Schmerzen am Zahnfleisch an, später blutet das Zahnfleisch.

Was sind die Ursachen?

Auf den Zähnen bildet sich Zahnbelag, der Zahnarzt nennt ihn Plaque. Dieser erhärtet sich bei laienhafter Mundpflege und bildet den Zahnstein. Bakterien wandern weiter auf Zähne und Zahnfleisch, was die Entzündungen bewirkt. Nicht nur unzureichende Mundpflege, auch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft oder Abschürfungen im Mundraum können zu einer Zahnfleischentzündung führen. Rauhe Zahnfüllungen reizen das Zahnfleisch und verletzen es. Rauchen wirkt negativ auf die Immunabwehr des Menschen und fördert Entzündungen, auch am Zahnfleisch.

Erkrankungen als Ursache

Ein schwaches Immunsystem im Verlauf von Krankheiten kann zur Entzündung des Zahnfleisches beitragen. Die Veränderung des Stoffwechsels steigert das Risiko einer Zahnfleischentzündung. Magersucht, schlechte Ernährung und maßloser Alkoholkonsum verhindern die Selbstheilungskraft des Zahnfleisches.

Parodontitis

Die chronische Parodontitis ist die Folge einer einfachen, unbehandelten Zahnfleischentzündung. Um fortschreitende Entzündungen im Zahn- und Kieferbereich sowie einen Verlust der Zähne zu verhindern, ist die zahnärztliche Behandlung unumgänglich. Sie ist hauptsächlich relevant für die Reduzierung der bakteriellen Entzündungsherde. Der schwere Verlauf einer Entzündung könnte einen chirurgischen Eingriff, in dem Knochensubstanz und entzündetes Gewebe entfernt wird, erforderlich machen. Damit lässt sich der Fortschritt des Verlustes von Knochen und Zahnfleisch nicht heilen, daher ist häufig eine Zahnersatzbehandlung notwendig.

Die unbehandelte, aggressive Parodontitis führt bis zum 35. Lebensjahr innerhalb von zwei Jahren zum Ausfallen der Zähne. Nicht selten liegt familiär eine parallele ursächliche Anordnung in Verknüpfung mit Immunschwäche vor. Eine regelmäßige zahnmedizinische Behandlung, Zahnersatz oder Implantate sind hier angeraten.

Nekrotisierende ulzerierende Gingivitis (NUG) und nekrotisierende ulzerierende Parodontitis (NUP)

Die NUG und die NUP, sind verschiedene Zustände der fortgeschrittenen oder chronischen Parodontitis. Betroffen sind hauptsächlich junge Menschen und HIV-Infizierte. Die Beschwerden sind fühlbar heftiger und schmierige, gelbe Beläge, heftige Schmerzen sowie starkes Zahnfleischbluten sind erste Hinweise und die Schleimhaut in der Mundhöhle wird beschädigt. Dazu kommt der Verlust und Abbau von Knochensubstanz im Kieferbereich. Das Ganze erfordert auf jeden Fall die zahnärztliche Behandlung, ohne die es ernsthafte Komplikationen geben kann.

Therapie bei Zahnfleischentzündungen

Zuerst säubert der Zahnarzt die Zähne per klassische Zahnreinigung, bei Parodontitis auch die gesamten Mundhöhle, und entfernt schädliche Bakterien. Je nach Verlauf der Entzündung verabreicht der Zahnarzt Antibiotikum. Außerdem wird der Zahnbestand versorgt und je nach Bedarf wird der Patient über Zahnersatz beraten..

Prophylaxemaßnahmen

• Täglich gründliche Mundpflege

• Die Zahnstellung mittels Zahnspange korrigieren

• Mundwasser oder antibakterielle Spülungen nur in Maßen einsetzen

• Eine professionelle Zahnreinigung (1 bis 2 x jährlich) inklusive Zahnsteinentfernung

• Gesunde Ernährung

• Rauchverzicht

Hausmittel bei Zahnfleischentzündung

• Mundspülungen mit Chlorhexidin

• Eine Zungenbürste zum Entfernen von Bakterien auf der Zunge

• Salbei- und Kamillentee zum Gurgeln

• Eine Mundspülung aus zwei Teelöffeln Apfelessig und einem Glas Wasser etwa 30 Minuten vor dem Zähneputzen

Wann wird der Zahnarztbesuch angeraten?

Bei regelmäßigen Beschwerden wie Zahnfleischbluten, Wundschmerz, Rötungen und Schwellungen ist der Zahnarzt aufzusuchen. Tritt dazu Fieber, Mundgeruch und gelber Belag auf, ist der sofortige Zahnarztbesuch unumgänglich.
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