5 wertvolle Öle, die in der Hausapotheke nicht fehlen sollten

Öle kommen in der Natur in nahezu allen Pflanzen vor und enthalten unzählige verschiedene Inhaltsstoffe. Aus diesem Grund lassen sich viele von ihnen als nützliche Helfer in der Hausapotheke und bei der Hautpflege verwenden.

Dabei wird zwischen Pflanzenölen und sogenannten ätherischen Ölen unterschieden. Während es sich bei Pflanzenölen tatsächlich um Fette handelt, sind ätherische Öle lediglich fettlösliche Pflanzenextrakte, die sich ölig anfühlen, aber vollständig verdampfen können. Da sie hochkonzentriert sind und deshalb reizend auf Haut und Schleimhäute wirken können, werden sie gewöhnlich mit einem Trägeröl gemischt verwendet. Für alle Öle gilt, dass bei der Auswahl darauf geachtet werden soll, dass es sich tatsächlich um naturreine Produkte und nicht etwa Mischungen mit Palmöl oder anderen günstigen Substanzen handelt, sofern das nicht gewünscht ist. Weiterhin mindert die Wahl von Ölen in Bioqualität das Risiko gefährlicher Rückstände von Umwelttoxinen und Pestiziden.

Arganöl

Arganöl wird aus den fettreichen Samen des Arganbaums (Argania spinosa) gepresst. Die Bäume kommen im Süden Marokkos endemisch vor und stellen dort ein eigenes Biosphärenreservat dar. Ihre traditionelle Verarbeitung durch Berbervölker ist so einzigartig, dass sie von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit erklärt wurde. Das ÖL aus gerösteten Samen ist ein wertvolles und wohlschmeckend nussiges Speiseöl. Ungeröstet wird es in der Kosmetik und bei der Haarpflege eingesetzt. Die Gründe dafür sind der Vitamin E-Gehalt ebenso wie die entzündungshemmenden Eigenschaften und seine ausgezeichnete Verträglichkeit. Deshalb eignet es sich zur Pflege strohiger und trockener Haarspitzen, aber auch bei verschiedenen Hautproblemen. Zu den Anwendungsgebieten zählen leichte Verbrennungen, Akne, schuppige und trockene sowie irritierte Haut. Positive Effekte werden auch bei rheumatischen Gelenken beschrieben. In den vergangenen Jahren steht die traditionelle Ernte und Verarbeitung von Hand zunehmend in Konkurrenz zur maschinellen Arganölgewinnung. Allerdings sichert erstere vielen Familien und insbesondere Frauen selbstbestimmte und ertragreiche Arbeit – diese Kooperativen lassen sich durch den Kauf der Öle mit entsprechenden Siegeln unterstützen.

Hanföl

Hanföl – nicht zu verwechseln mit dem ätherischen Öl des Hanfs oder Haschischöl - wird aus den Samen der Cannabispflanze (Cannabis sativa) gewonnen. Dazu werden diese kalt oder warm gepresst, woraus eine grüne bis gelbliche Flüssigkeit resultiert. Sie enthält nur minimale Mengen THC, die in dieser Konzentration keinerlei Wirkung zeigen, weshalb das Öl nicht als Droge genutzt werden kann und legal verkauft werden darf. Es zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an Linolsäure, Alpha- und Gamma-Linolensäure aus. Da speziell letztere selten in Pflanzen vorkommt, handelt es sich um ein wertvolles Nahrungsmittel. Zudem sind jedoch auch viele andere, sekundäre Pflanzenstoffe enthalten, aufgrund derer es gegen verschiedene entzündliche Erkrankungen eingesetzt werden kann. Da es zudem gut verträglich ist, kann es zuhause vor allem topisch bei kleineren Hautentzündungen angewendet werden.

Nachtkerzenöl

Bei Nachtkerzen (Oenothera) handelt es sich um Stauden, die häufig auf mageren oder steinigen Standorten wachsen und durch ihre bunten Blüten sowie den intensiven, süßen Geruch auffallen. Sie stammen ursprünglich aus den tropischen Gebieten Süd- und Mittelamerikas, wurden jedoch früh als Zierpflanzen nach Europa eingeschleppt und konnten sich in der Folge gut etablieren. Während bei der innerlichen Anwendung bei Neurodermitis und Ekzemen in Studien keinerlei Vorteile nachgewiesen werden konnten, eignet es sich äußerlich gut zur Pflege trockener und leicht entzündeter Haut. Das kann vor allem empfindlichen Patienten mit leichten Beschwerden helfen, die auf teure, oft mit Parfümstoffen und Konservierungsmitteln angereicherte Cremes verzichten möchten.

Teebaumöl

Teebaumöl wird aus dem Australischen Teebaum (Melaleuca alternifolia) gewonnen, der vorwiegend in Feuchtgebieten vorkommt. Auszüge aus seinen Zweigen und Blättern wurden bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts als natürliches Antiseptikum eingesetzt. Aufgrund seiner heilungsfördernden und desinfizierenden Wirkung, die sowohl gegen Bakterien als auch Viren und Pilze erfolgreich ist, erfreute sich das Öl größter Beliebtheit. Es kann bei fettiger und entzündlicher Kopfhaut und Läusebefall eingesetzt werden. Weiterhin ist es möglich, Teebaumöl bei entzündlichen Hautveränderungen und Paradontitis zu verwenden. Hierbei gelten jedoch auch einige Einschränkungen: Unverdünntes Öl wirkt reizend und kann Allergien auslösen. In geringerem Maße gilt dies auch für Verdünnungen, weshalb es keinesfalls auf offene Wunden oder aber große Hautflächen aufgetragen werden sollte. Umgekehrt fördert es Antibiotikaresistenzen bei Keimstämmen, wenn es zu stark verdünnt wird. In jedem Fall sollte der Anwendung daher ein Test auf einer kleinen Hautstelle vorangehen, um die individuelle Empfindlichkeit korrekt einschätzen zu können.

Nelkenöl

Nelkenöl wird, ebenso wie das Gewürz, aus den Blütenknospen des Gewürznelkenbaums (Syzygium aromaticum) extrahiert. Trotz seines Namens gehört der Baum nicht zu den Nelkenarten, die häufig als Balkon- und Gartenpflanzen dienen. Das sehr aromatisch-süßlich riechende und scharf schmeckende Öl hat antiseptische Inhaltsstoffe, die es für die Anwendung in der Zahnpflege beliebt machen. Zudem enthält es große Mengen Eugenol, das eine leicht betäubende Wirkung entfaltet. Deshalb kann es zur Behandlung von Zahnfleischentzündungen und Aphthen genutzt werden. Wird es verdünnt und als Mundwasser eingesetzt, hilft es solchen entzündlichen Erkrankungen vorzubeugen und kann auch bei der Bekämpfung von Mundgeruch wertvoll sein.
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