Bäume stehen den Gestaltern im Weg

Mitten in der Stadt: Blütenpracht und Jugendstil
Der Pracht ein Ende

Die Zürcher Gestaltungswut fegt über den Stauffacher

Üppiger Blust

Selbst eilige Passanten bleiben in diesen Tagen an der Tramhaltestelle Stauffacher staunend einen Augenblick vor der rosa Kirschblütenpracht stehen. Dem Eindruck können sich nur jene entziehen, deren Blick auch beim Umsteigen am Display haften bleibt. Egal zu welcher Tageszeit, laufend wird der üppige Blust aus allen Winkeln fotografiert, nicht nur Japaner/innen springt das Herz vor Freude. 2017 wird gebaut und umgestaltet, um für den zunehmenden Umsteigeverkehr Platz zu schaffen. Heute ist die Haltestelle massiv übermöbiliert. Klobige Beleuchtungspfosten, WC-Anlage, Elektrokästen. Ist das alles Mal weg, dann hat’s wieder Platz, und die Sicht auf die Blütenpracht wäre frei.

Zum Sündenbock gemacht

Doch das Tiefbauamt möchte die fünf blühfreudigen Japanischen Kirschbäume zusammen mit einigen weiteren abräumen., tabula rasa machen am Stauffacher. Viele Jahrzehnte versperrten all diese gebauten Hindernisse den Weg, und nun wird das einzig Erfreuliche an diesem Ort zum Sündenbock gemacht. Dass die viel bewunderte Blumenrabatte verschwinden muss mag ebenso schmerzen, doch gewinnt man dadurch tatsächlich mehr Platz zum Zirkulieren. Dass allerdings die alten Bäume – und je älter der Baum, desto ökologisch bedeutungsvoller ist er – wie ausgedientes Mobiliar abgeholzt werden sollen, ist ein unnötiger Frevel, in dieser Stadt aber zunehmend Routine. Zwischen den fünf Kirschbäumen am liesse sich vorzüglich verkehren.
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