Wodurch Sodbrennen Entsteht und was Gagegen Hilft

Sodbrennen entsteht durch den Rückfluss des sauren Magensaftes in die Speiseröhre (Reflux). Nicht bei jedem Reflux entsteht Sodbrennen. Bei häufigem Reflux wird die empfindliche Speiseröhre gereizt, und Sodbrennen bildet sich. Anhaltendes Sodbrennen kann die Speiseröhre schädigen.

Lediglich ein Schließmuskel verhindert den Rückfluss des Mageninhaltes in die Speiseröhre. Eine Refluxkrankheit entsteht, wenn der Schließmuskel dauerhaft erschlafft. Sie wird mit Medikamenten und einer Umstellung der Lebensgewohnheiten behandelt. Gelegentliches Sodbrennen kann oft ohne Medikamente gelindert werden.

Wenn Sie häufig unter Sodbrennen leiden, überprüfen Sie Ihre Essgewohnheiten. Bereits leichte Veränderungen können hilfreich sein:

  • Mehrere kleine Mahlzeiten sind günstiger als zwei oder drei große
  • Essen Sie nicht kurz vor dem Schlafengehen, sondern mindestens zwei bis drei Stunden vorher
  • Trinken Sie nicht gleich nach dem Aufstehen Kaffee oder Orangensaft, sondern zunächst etwas Wasser
  • Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Mahlzeiten
  • Kauen Sie jeden Bissen vor dem Schlucken ausführlich
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht! Übergewicht fördert Sodbrennen
  • Machen Sie leichten Sport und Entspannungsübungen

Hilfreiche Tipps, was Sie im Akutfall gegen Sodbrennen unternehmen können:

Natron
auch Natronhydrogencarbonat oder Kaiser Natron genannt, ist ein altes Hausmittel. Es wird zum Backen, Putzen und Entkalken benutzt. Die bekannteste Natron-Hilfe gegen Sodbrennen ist Bullrich Salz. Es ist weder verschreibungs- noch apothekenpflichtig und in den meisten Drogeriemärkten erhältlich. Natron neutralisiert Säure. Als schnelle Hilfe gegen Sodbrennen werden 1-2 Tabletten nach dem Essen eingenommen bzw. 1 TL Pulver in einem Glas Wasser aufgelöst und langsam getrunken. Natron soll nicht dauerhaft angewendet werden, sondern ist nur als Notlösung geeignet.

Heilerde
Unter Heilerde versteht man gemahlene, keimfrei gemachte Lehm- und Tonerden. Die in der Heilerde enthaltenen Mineralien setzen durch verschiedene chemische Reaktionen im Körper die Säurestärke der Magensäure herab. Heilerde ist als Pulver, Kapseln oder Granulat erhältlich und wirkt bereits kurz nach der Einnahme säurebindend. Die gelegentliche Einnahme von Heilerde gilt als gesundheitlich unbedenklich, kann jedoch die Wirksamkeit von einigen Medikamenten vermindern. Möchten Sie Heilerde regelmäßig und/oder in Verbindung mit anderen Medikamenten einnehmen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.

Kamillentee
Kamille wirkt entzündungshemmend, krampflösend und beruhigend. Kochen Sie nach einer üppigen Mahlzeit einen Kamillentee zur Linderung von Sodbrennen. Trinken Sie den Tee nicht zu heiß, in kleinen Schlucken und ohne Zucker oder anderen Süßungsmitteln!

Mandeln
Mandeln zählen zu den Lebensmitteln, die geeignet sind, die Säureproduktion des Magens einzudämmen. Sie gelten als basisch und enthalten einfach und mehrfach gesättigte Fettsäuren sowie pflanzliche Eiweise, die säureregulierend wirken. Zudem können Mandeln, wenn sie gut gekaut werden, einen schützenden Schleim bilden. Drei bis fünf Mandeln, vor und nach dem Essen gegessen, können Sodbrennen lindern. Achten Sie dabei auf folgendes:
  • Verwenden Sie naturbelassene, süsse Mandeln. Bittermandeln oder geschälte Mandeln sind nicht geeignet
  • Zerkauen Sie die Mandeln vor dem Schlucken zu einem Brei
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie gegen Pollen, Obst und vor allem Nüsse allergisch sind! Manche Allergien können Kreuzallergien auslösen. Testen Sie daher, ob Sie die Mandeln vertragen, und gehen Sie bei Anzeichen von Unverträglichkeit zum Arzt!

Kartoffeln
Frischer Kartoffelsaft hilft vor allem als basischer Puffer bei zu starker Säureproduktion im Magen. Kartoffelsaft kann mit Hilfe eines Entsafters selbst hergestellt werden, ist aber auch als Fertigprodukt im Reformhaus erhältlich. Lagern Sie fertigen Saft im Kühlschrank, achten Sie auf die Haltbarkeit und kaufen Sie gute Qualität. Stellen Sie den Saft selbst her, verwenden Sie hochwertige Kartoffeln ohne Keime und grüne Stellen. Bereiten Sie den Saft frisch zu und trinken Sie ihn unmittelbar danach! Genauso hilfreich ist es, eine kleine rohe Kartoffel über den Tag verteilt zu zerkauen und - gut eingespeichelt - hinunter zu schlucken.

Äpfel und Apfelessig
Äpfel enthalten Pektine, das sind pflanzliche Kohlehydrate, die unter Säureeinwirkung eine Art Gel bilden. Dieses Gel legt sich als Schutzschicht um Magen und Speiseröhre, und kann so Schleimhautreizungen verhindern. Essen Sie den Apfel langsam und kauen Sie ihn gründlich. Grüne Äpfel sind besser geeignet als rote Äpfel, da sie mehr Pektin enthalten.

Apfelessig ist ebenfalls hilfreich. Obwohl er sauer schmeckt, ist Apfelessig ein basisches Lebensmittel. Verwenden Sie Apfelessig aus biologischem Anbau, damit er frei ist von Pestiziden. Üblicherweise wird ein Teelöffel Apfelessig in einem halben Glas Wasser verdünnt. Er kann kurweise für einige Monate zu jeder Mahlzeit getrunken werden und hilft dadurch, den Säure-Basen-Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Direkt nach dem Essen soll ein Teelöffel Apfelessig Sodbrennen vermeiden. Spülen Sie allerdings danach ihren Mund mit Wasser aus, damit die Säure Ihren Zahnschmelz nicht angreift.

Kaugummi
Als schnelles Hausmittel für unterwegs hilft bei leichtem Sodbrennen: Kaugummi kauen. Kaugummi kauen regt die Speichelproduktion an. Speichel wirkt basisch und kann die Magensäure neutralisieren. Einen ähnlichen Effekt soll auch das Lutschen von Bonbons oder Lutschern haben. Zum Schutz Ihrer Zähne ist allerdings zuckerfreier Kaugummi vorzuziehen.

Regelmäßiges Sodbrennen kann dauerhaft Gesundheitsschäden auslösen. Wenn Sie oft oder langanhaltend unter Sodbrennen leiden, lassen Sie sich ärztlich behandeln!
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