Eine Jazzpianistin lässt sich transakustisch beflügeln

Jazzpianistin Fabienne Ambuehl auf Besuch bei Musik Hug (Foto: Emanuel Ammon / Aura)
 
Auftritt an den Showtagen von Musik Hug: Jazzpianistin Fabienne Ambuehl (Foto: Natalie Boo / Aura)
 
Beeindruckt vom neuen «TransAcoustic»: Fabienne Ambuehl mit Filialleiter Thomas Widmer (Foto: Natalie Boo / Aura)
Ebikon: Musik Hug | An den Showtagen vom 22. bis 24. September bei Musik Hug Ebikon wird auch die Zuger Jazzpianistin Fabienne Ambuehl auftreten. Sie spielt auf dem neuen Flügel «TransAcoustic», den sie im Vorfeld schon mal getestet hat.

Fabienne Ambuehl wurde in Hünenberg/ZG geboren und absolvierte ihr Klavierstudium an der Hochschule Luzern. Sie studierte bei Hans Feigenwinter und Chris Wiesendanger und erlangte im Jahr 2010 den «Master of Arts in Music Performance Jazz». Seitdem liegt ihr Fokus ganz auf der Musik. «Ich unterrichte Teilzeit und bin in Bands und Chören engagiert. Die restliche Zeit verbringe ich zu einem grossen Teil im Proberaum.»

Neue CD 2017
Mit ihrem Trio hat sie 2015 bei Traumton Records Berlin das Debutalbum «Glitterwoods» veröffentlicht, auf dem ihre schön jazzig-melodiösen Kompositionen zu hören sind. Neben Bassist Yuri Goloubev ist seit neustem Valeria Zangger als Schlagzeugerin im Trio dabei. Ambuehl ist daran, weitere Kompositionen zu schreiben. 2017 soll die nächste CD erscheinen. Daneben tritt sie u.a. mit der Formation Neele & the Sound Voyage auf und gibt Solo-Konzerte.

In den letzten Jahren hat sich die Pianistin auch intensiv dem Gesang gewidmet. Sie ist Solistin des Jazzchors Freiburg/D und leitet den Chor Vocal Monday. Trotzdem möchte sie sich nicht als Sängerin definieren. Eher versteht sie sich als Jazzpianistin, die auch singt. «Meine Songs haben klare Strukturen. Wenn ich singe, setze ich die Stimme auch als zusätzliche Klangfarbe ein, um Stimmungen zu erzeugen.»

Als Musikerin hat sie sich zum Ziel gesetzt, Piano und Stimme möglichst gleichwertig einzusetzen und mit diesem doppelten Instrumentarium eine grosse Unabhängigkeit zu erreichen. Die Arbeiten des Jazzpianisten Brad Mehldau mit klassischen Sängerinnen haben sie zudem motiviert, eine neue Verbindung von Jazzpiano und einer klassisch geschulten Stimme zu suchen. «Mir schwebt eine eigene Art vor, die nichts mit Fusion oder Crossover zu tun hat.»

London und Berlin
Fabienne Ambuehl drängt es, musikalisch weiterzukommen. Sie will neue Ausdrucksmöglichkeiten erkunden und in die Musik noch verstärkt ihr Eigenes einbringen. In der näheren Zukunft möchte sie wieder nach London, wo sie 2014 drei Monate mit dem bekannten Jazzpianisten Gwilym Simcock studiert hat. Auch Berlin ist eine Wunschdestination, um künstlerisch neue Fäden zu spannen. «Es gibt in Berlin eine grosse freie Szene. Es würde mir gut tun, mal dort meine Fühler auszustrecken.»

Aber die vielseitig interessierte und begabte Musikerin, die hohe Ansprüche an sich stellt, hat noch andere Ideen im Köcher. Sie lächelt. «Zur Zeit könnte ich mir sogar vorstellen, noch Studien in Operngesang in Angriff zu nehmen.»

Der Flügel-Test
Am 24. September hat Fabienne Ambuehl einen Auftritt an den Showtagen von Musik Hug in Ebikon. Sie wird dort auf dem «TransAcoustic» spielen: Ein neu entwickelter, traditioneller Flügel von Yamaha, mit erweiterten digitalen Funktionen. Die Pianistin ist gespannt. Wie wird dieser Flügel und die neuen Sounds in ihren Ohren klingen? Was bietet er für neue Möglichkeiten?

Also hat sie sich aufgemacht, um das Instrument bei Musik Hug schon mal kurz auszuprobieren. Jetzt sitzt sie da und greift die ersten Akkorde, ein wunderbarer C3X Flügel wie man ihn kennt. Die digitale Funktion wird eingeschaltet, kein Ton ist zu hören, die Pianistin trägt einen Kopfhörer. Man hört nur ein leises Klacken der Tasten. Neu ist die Klangqualität der gesampelten Sounds des Konzertflügels im Silent Systems. Zudem besteht die Möglichkeit, den digitalen Klang auch ohne Kopfhörer zu hören und die Lautstärke nebst der Anschlagsdynamik per Regler einzustellen. «Beeindruckend», sagt Fabienne Ambuehl, als sie den Kopfhörer ablegt. «Ein Hammerklang. Vor allem habe ich trotz digitaler Klangerzeugung das totale Flügel-Feeling.»

Neue Technologie
Das hat mit der besonderen Technologie des neuen Instruments zu tun. Der «TransAcoustic» mischt digitale und akustische Klänge auf eine neuartige Weise. «Die gesampelten Klavier-Sounds sind mit hochwertiger Mikrofontechnik direkt von Konzertflügeln abgenommen, so dass die Pianistin das gewohnte Klangerlebnis eines Flügels hat», erklärt Filialleiter Thomas Widmer.

Zum andern verhält sich das Klavier selber wie ein Lautsprecher: «Die TransAcoustic-Technologie überträgt den digitalen Klang direkt auf den Resonanzboden des Klaviers. Dessen Schwingungen erzeugen die gleiche natürliche Saitenresonanz wie beim Spielen eines akustischen Pianos.» Diese Qualitäten überzeugen offensichtlich auch Stars wie Jamie Cullum oder Elton John.

Unterschied hörbar?
Neben dem hervorragenden Flügelklang ist Fabienne Ambuehl vom Silent-Modus und den über 20 verschiedenen Klangfarben angetan. «Die Vorstellung, auch mal leise oder mit Kopfhörer vor mich hinzuspielen und die verschiedenen Klangmöglichkeiten auszuprobieren, ist natürlich reizvoll. Ich bin genug verspielt, dass mir das gefallen könnte.» Etwas mehr Mühe hätte sie mit der Vorstellung, im Live-Kontext mit dem Flügel die gesampelten Klänge eines Fender Rhodes oder eines Wurlitzers zu nutzen. Sie lacht. «Von einem normal aussehenden Flügel erwartet man auch einen Klavierklang. Also würde ich bei diesen elektronisierten Klängen eher auf die Originalinstrumente zurückgreifen.»

Dank der einfacher gewordenen Verstärkung kann der neue Flügel seine Stärken vor allem in grossen Sälen und mit Orchestern ausspielen. Wie dieses Instrument in den kleineren Jazz-Locations seinen Mehrwert zur Geltung bringen könnte, lässt sich nur erahnen. «Es wäre sicher interessant, das einmal auszuprobieren.» Die Pianistin schmunzelt: «Vor allem wäre ich gespannt, ob die Zuhörerinnen und Zuhörer überhaupt den Unterschied bemerkten und wahrnehmen würden, dass sie eben nicht den herkömmlichen Flügelklang, sondern einen digitalen Klang hören.»

Showtage bei Musik Hug Ebikon

An den Showtagen vom 22. bis 24. September 2016 ist die Bevölkerung zu einer musikalischen Reise durch die Instrumentenwelt von Musik Hug Ebikon eingeladen: Während drei Tagen werden attraktive Live-Shows mit Künstlern und Produktspezialisten präsentiert. Mit dabei sind unter anderen der freche Rocker und Entertainer Stämpf, die Jazzpianistin Fabienne Ambuehl und mit Patrick Stickney ein Meister an der elektrischen Harfe. Neben weiteren musikalischen Highlights können die Besucherinnen und Besucher auch selber Instrumente ausprobieren.

Weitere Informationen: www.musikhug.ch/spezial/showtage

Musik Hug, Luzernerstrasse 45, 6030 Ebikon
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.