Offener Brief CVP: Verlängerung der Trolley-Buslinie 1 nach Ebikon mit Oberleitungen

Offener Brief an den Gemeinderat von Ebikon vom 8. Mai 2015

Der Verkehrsverbund und die Gemeinde Ebikon planen die Buslinie 1 bis zum Bushub beim Bahnhof in Ebikon zu verlängern und später eventuell sogar bis zur Mall of Switzerland. Der Bedarf für den ÖV ist ausgewiesen und trägt auch dazu bei, die wachsende Gemeinde mit dem ÖV noch verstärkt zu vernetzen.

Ebikon gilt seit vielen Jahren als Strassendorf, als Amplikon und scheint deshalb nicht besonders lebenswert. Nun wird mit dem Masterplan die Planung und Umsetzung zur Korrektur des Strassenraumes in Angriff genommen. Strassenverkehr und Lebensqualität sollen Hand in Hand gehen, gleichzeitig soll das Zentrum von Ebikon als Ort der Identität gestärkt werden. Dies sind ganz klar Bedürfnisse der Bevölkerung, wie die repräsentative Befragung 2013 gezeigt hat.
Jedoch ziehen bereits neue Wolken auf. Es ist geplant, die Linie 1 mit Oberleitungen elektrifiziert vom Maihof nach Ebikon zu verlängern. Anstelle von Ampeln und breiten Strassen soll unser Dorf nun durch Oberleitungen erneut verschandelt werden. Anstatt das Dorfzentrum und die Durchgangsstrasse offen zu planen, sollen sie jetzt durchgehend mit Leitungen überzogen werden, was zusätzlich noch nach jeder Menge Kandelaber oder Befestigungsmöglichkeiten an den Häusern ruft. Ist dies die Lösung, welche sich die Einwohnerinnen und Einwohner wünschen?

Ob Dieselfahrzeuge die ökologischen Erfordernisse erfüllen, steht hier nicht zur Diskussion. Jedoch gibt es auch im elektrifizierten Bereich bereits ausgeklügelte neue Modelle. Nebst Aufladung über Bodenplatten an den Haltstellen (Induktion) oder Fahrzeuge, welche ab Maihof Endstation mit Batterien den Ebikoner Bahnhof erreichen können, gibt es auch weitere innovative Lösungen in diesem Bereich. Der öffentliche Verkehr in Genf setzt auf eine Weltneuheit, den Elektrobus Tosa (Trolleybus Optimisation Systeme Alimentation), welcher weder Diesel noch eine Oberleitung benötigt, sondern bei den Stopps an den Haltestellen in nur 15 Sekunden über eine Vorrichtung auf dem Dach so viel Strom erhält, wie er zur nächsten Haltestelle benötigt. Diese Innovation ist nun in Genf im Test und es ist geplant ab 2017 den Ausbau zu forcieren.

Man hört, dass andere Städte diesbezüglich schon Schlange stehen. Gehört hier der Luzerner Verkehrsverbund oder die Gemeinde Ebikon auch dazu? Jetzt wäre noch Zeit, die Weichen richtig zu stellen. Eine Verlängerung ist ja frühestens für 2018/2019 geplant.

Wir sind überzeugt, dass die Ebikoner Bevölkerung keine Oberleitungen wünscht und wir von den neuen Technologien profitieren sollten. Eine entsprechende Reaktion muss umgehend stattfinden, bevor die VBL neue Trolleybusse bestellt und wir vor ein ‚Fait-à-compli‘ gestellt werden und aus Sachzwängen keine Alternativen mehr haben.

Bis die Verlängerung umgesetzt wird, vergehen noch Jahre, die Planung hat aber bereits begonnen. Wir fordern vom Gemeinderat, hier umgehend aktiv zu werden und die Bevölkerung regelmässig über den Stand der Dinge zu informieren.

Mit freundlichen Grüssen
CVP Ebikon
5 Kommentare
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Roger Ramuz aus Luzern | 17.05.2015 | 21:22  
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Beat Baumgartner aus Ebikon | 18.05.2015 | 20:30  
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Roger Ramuz aus Luzern | 18.05.2015 | 21:45  
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Beat Baumgartner aus Ebikon | 19.05.2015 | 21:13  
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Roger Ramuz aus Luzern | 19.05.2015 | 23:22  
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