CVP reicht Postulat betreffend AggloMobil due ein

Emmen: Sprengi |

Die CVP verlangt vom Emmer Gemeinderat aktive Opposition gegen die Planung in AggloMobil due im Gebiet Sprengi. Die Einwohnerräte Christian Meister und Andreas Roos haben deshalb folgendes Postulat eingereicht.

In den nördlichen Nachbargemeinden Rothenburg und Rain regt sich Widerstand gegen das ÖV-Konzept AggloMobil due.

Widerstand ist auch von der Gemeinde Emmen notwendig!

Das Konzept enthält diverse Schwachpunkte und ist nicht nur ein Schritt vorwärts. Nein, es enthält diverse Rückschritte und erfüllt die Vorgaben des Planungsberichts B24 (über die mittel- und langfristige Entwicklung des Angebots für den öffentlichen Personenverkehr (öV-Bericht) 2012 bis 2015) des Regierungsrates an den Kantonsrat nicht.

Keine in der Vernehmlassung eingebrachten Punkte wurden beachtet. Der Eindruck entsteht, dass die Verfasser des Konzepts lokalen Bedürfnissen keine Beachtung schenkten. Es geht so weit, dass statt der im Auftrag geforderten Verbesserungen, ein Attraktivitätsabbau die Folge ist. So entfernt man sich von den langfristigen Erfolgspositionen wie „kurze und verlässliche Reisezeiten“ und „einfach benutzbar“.
Mit einem Postulat fordern die Postulanten den Gemeinderat auf, folgende Nachbesserungen mit Nachdruck zu verlangen:


1 Die Buslinie 72 (Luzern Bhf – Neuenkirch) verkehrt weiterhin im 15/30 Minutentakt via Sprengi und Autobahn bis zum Bahnhof Luzern.

Die Überlandbusse (72, 61) sind bei der Bevölkerung rund um die Sprengi sehr beliebt. Es ist die mit Abstand schnellste Verbindung mit dem Bahnhof Luzern.


2 Die Buslinie 51 (Luzern Bhf – Rain) verkehrt weiterhin bis zum Bahnhof Luzern.

Im Gebiet Kapf und Mühlematt wird diese Buslinie oft genutzt. Mit dem Wegfall der Verbindung nach Luzern wird das Angebot halbiert. Dies ist auch insofern unverständlich, als im Hübeli zahlreiche Neubauten entstehen. Solange bei der S-Bahn kein 15-Minutentakt umgesetzt wird, ist eine Kürzung des Angebotes undenkbar. Ein 15-Minutentakt der S-Bahn erscheint ohne Ausbau der Bahninfrastruktur unmöglich (Tiefbahnhof).


3 Die Buslinie 53 (Luzern Bhf - Flugzeugwerke) verkehrt weiterhin bis zum Bahnhof Luzern.

Ein Umsteigen am Bahnhof Emmenbrücke ist nur unregelmässig möglich. Grund ist der 30 Minutentakt der beiden S-Bahnlinien (S9, S18). Dass grosse Arbeitgeber wie RUAG oder Emmi nicht mehr direkt mit dem Bahnhof Luzern verbunden sind ist nicht nachvollziehbar. Die Kürzung der Linie 53 würde zu Mehrverkehr im Emmen Dorf führen.


4 Die neu geschaffene Buslinie 3 verkehrt bis zur Sprengi.

Trotz dem Bauboom in Emmen Nord und der angenommenen durchschnittlichen Bedarfserhöhung um 40-50%, wird mit dem Wegfall von Überlandbussen die Kapazität für Emmen Nord reduziert. Nur ab Seetalplatz gibt es eine Angebotserhöhung. Diese bleibt mit 35% jedoch bescheiden. Die Projekte rund um den Seetalplatz benötigen bestimmt weit höhere Kapazitäten.


5 Der Bushof Sprengi wird prioritär umgesetzt.

In der Sprengi befinden sich die Bushaltestellen an vier Stellen, eine sogar auf der Fahrbahn. Ein Konzept ist nicht ersichtlich und alles wirkt chaotisch. Mit einem zentralen Bushof erhöhen sich die geforderte „einfache Benutzbarkeit“ und die „gute Servicequalität“. Um die benötigte ÖV-Kapazität für Emmen Nord abzuwickeln braucht es in der Sprengi einen Bushof. Die Entflechtung des MiV und des ÖV muss auch anderen Stellen vorangetrieben werden. So zum Beispiel am Sonnenplatz oder an der S-Bahnstation Gersag.


Wird das Konzept AggloMobil due wie beschlossen umgesetzt hat dies drastische Auswirkungen auf die Gemeinde Emmen:
Eine Zunahme des Individualverkehrs aufgrund des Attraktivitätsabbaus und mangelnder Kapazität. Daraus entsteht für Emmen ein beträchtlicher volkswirtschaftlicher Schaden. Die Wohnlagen und Wirtschaftsstandorte verlieren an Attraktivität, was tiefere Steuereinnahmen zur Folge hat.
1 Kommentar
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Pius Zängerle aus Adligenswil | 20.01.2013 | 17:24  
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