Seniorweb Regionalgruppe ZüriLeu: Besuch der Sukkulentensammlung

    Zürich: Wollishofen |

Bericht von Theo Strub, Leiter Regionalgruppe ZüriLeu vom www.seniorweb.ch

Besuch der RG ZüriLeu in der Sukkulenten-Sammlung Zürich
Eher unauffällig ein bisschen verloren zwischen dem grossen Parkplatz des Strandbad Mythenquai und des stark befahrenen Mythenquais liegt die Sukkulenten-Sammlung. Die Sukkulenten-Sammlung umfasst 5 öffentliche Schauhäuser auf 700 m2.

Hier trafen wir uns, um dann um 14 Uhr von der jungen Botanikwissenschaftlerin Betina Isler auf eine Gruppenführung durch die Glashäuser der Sammlung mit genommen zu werden.

Mit viel Freude und Begeisterung erklärt uns Frau Isler anhand der Pflanzen vor Ort, den mitgebrachten Fotos und speziellen Pflanzen, sowie an Produkten aus Sukkulenten wie Tequila oder Aloe-vera-Produkten die Lebensart, ihre Überlebens-Strategien, die Fortpflanzung und Ihren Nutzen für den Menschen.

Sowohl auf dem amerikanischen Kontinent als auch in Afrika haben sich bei gewissen Pflanzen unabhängig von einander ähnliche Lebensstrategien oder Bestäubungsarten entwickelt, wie uns Frau Isler anhand der Bestäubung durch Kolibris mit Fotos zeigte.

Gelernt haben wir, dass es in Afrika alle Arten von Sukkulenten gibt aber keine Kakteen. Auf dem amerikanischen Kontinent hingegen finden wir beide Arten.
Es ist ein bisschen eng in den schmalen Gängen der Schauhäuser für die grosse Gruppe, aber Frau Isler ist darauf bedacht, dass alle in den Genuss Ihrer interessanten Erläuterungen kommen.


Die Zeit vergeht wie im Fluge, die vereinbarte Stunde der Führung ist schon vorbei und wir haben noch lange nicht alles gesehen. Die junge engagierte Wissenschaftlerin hängt noch eine Führung durch die Sammlung der Sukkulenten aus Afrika an.

Dort erwarten uns

die Sukkulenten der Gattung Lithops (lebende Steine).

Sie sehen den vielen Steinen, zwischen denen sie in den trockenen Gebieten Südafrikas wachsen, täuschend ähnlich. Aus der für Sukkulenten verhältnismäßig langen Pfahlwurzel entwickelt sich der kurze, unterirdisch wachsende Erdstamm, aus dem sich ein Paar dicker, fleischiger, halbkreisförmiger Blätter entwickelt. Aus dem Schlitz oder der Spalte an der Verbindungsstelle der beiden Blätter wächst in der Zeit vom späten Sommer bis zum Herbst eine einzelne strahlenförmige Blüte.

Eine weinrebenartige Sukkulente schlängelt sich auf der Dachstahlstruktur liegend durch das ganze Afrika Schauhaus. Sie ist dick wie eine Anaconda.
Nach der offiziellen Führung, blieben dann den Teilnehmern noch Zeit die Pflanzen in den nicht besuchten Schauhäusern zu bewundern wie im Epiphytenhaus. Als Epiphyten = Aufsitzerpflanzen bezeichnet man Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen. Dieser Ausdruck wird sowohl auf Landpflanzen als auch Wasserpflanzen angewendet. An Land dienen zumeist Bäume als Substrat für Epiphyten, während aquatische Epiphyten wie Algen auf höheren aquatischen Pflanzen (z. B. Seegräsern) wachsen. Die den Epiphyten tragende Pflanze bezeichnet man als Phorophyten (griechisch phoron = Träger).


Dann ca. um 15.30, die Sonne kämpfte sich gerade durch ein paar Wolken, sind wir aufgebrochen, zur ca. 20 Minuten entfernten am See gelegenen

Gemeinschaftsanlage Wollishofen.


Der Weg führte durch das noch verlassene Strandbad Mythenquai dem See entlang. Durch das Areal des im Sommer stattfindenden Theaterspektakels über die Werft hinunter zur Liegewiese der Gemeinschaftsanlage.
Endlich kamen wir zu unserem wohlverdientem “Kaffee und Kuchen“. Mit draussen sitzen wars aber nichts aber wir fanden alle im Bistro drinnen einen Platz. Vielleicht so gegen 16.30 Uhr hatte dann die Sonne Ihren Kampf gegen die Wolken definitiv verloren. Das war das Zeichen zum Aufbruch um noch möglichst trocken zur nah gelegenen S-Bahn oder Tramstation zu gelangen.

Ein interessanter und abwechslungsreicher Nachmittag neigte sich zu Ende

Begriffe und Erläuterungen

Was sind sukkulente Pflanzen
Im Verlaufe von Jahrtausenden hat sich diese Pflanzengruppe an ein Leben in den Trockengebieten der Erde anpassen müssen. Das geschah, indem die Pflanzen normale Pflanzenorgane wie Stamm, Blatt, Blattstiel oder Wurzeln zu Saftspeichern umgewandelt haben. Dieses Anpassen durch Speicherung nennt man Sukkulenz (lat. succus = Saft) und Pflanzen, die Saft speichern können, heissen Sukkulenten.

Die Möglichkeit Saft zu speichern ist nicht auf eine einzige Pflanzenfamilie, wie z.B. die Kakteen, beschränkt. Man kennt ca. 50 miteinander nicht verwandte Pflanzenfamilien, die stamm- oder blattsukkulente Vertreter haben.

Die Heimat der Sukkulenten sind die Wüsten, Halbwüsten, Grassteppen und extreme Felspartien in den Gebirgen der Alten und Neuen Welt. Diese Trockengebiete haben einiges gemeinsam: starke Sonneneinstrahlung, hohe Tagestemperaturen und starke nächtliche Abkühlung. Die damit verbundene regelmässige Taubildung am Morgen ist ein wichtiger Faktor für das Überleben der Pflanzen in den langen Dürrezeiten.

Nach Monaten ohne Regen kann es zu heftigen Niederschlägen und zu Überschwemmungen kommen. Jetzt muss der Sukkulent alle seine Wasserspeicher füllen. In diese Zeit fallen Wachstum, Blüte und Fruchtansatz. Daraus kann man sicherlich einige Rückschlüsse für die Kultivierung ziehen, wobei man aber auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Pflanzengruppen eingehen sollte.

Kakteen machen nur einen sehr kleinen Teil aller existierenden Sukkulenten aus, sind aber die bekanntesten Vertreter der sukkulenten Pflanzen. Im Sprachgebrauch wird deshalb zwischen Kakteen und „anderen“ Sukkulenten unterschieden.

Areolen, die stark reduzierte Kurztriebedarstellen, stehen auf zylindrischen oder abgeflachten Sprossen meist gefeldert verteilt oder sonst auf den Erhöhungen der Rippen oder Warzen. Sie sind filzig und tragen Dornen, die umgewandelte Blätter darstellen, sowie häufig auch Wolle oder Borsten. Filz und Dornen sind bei jungen Sämlingenimmer vorhanden, werden aber manchmal später abgeworfen oder von erwachsenen Pflanzen nicht mehr gebildet. Im Laufe der Evolutionder Pflanzen wurden die Blätterimmer weiter in Anzahl und Größe reduziert, um die Verdunstungsflächezu reduzieren und in Dornenumgewandelt, um Fressfeindeabzuwehren.

Als Tequila wird eine Form des Mezcal (Schnaps), eines Agaven-Brands aus Mexiko, bezeichnet. Tequila ist der bekannteste Mezcal und wird in der Umgebung der Stadt Tequilaim mexikanischen Bundesstaat Jaliscound in vier weiteren Staaten aus dem Herzen der blauen Agave gewonnen. Dieses Herz wurde von den Einheimischen „Das Haus des Mondes“ genannt, was in der Indianersprache Nahuatl„Mezcal“ heißt. Für gewöhnlich beträgt der Alkoholgehalt zwischen 38 und 40, bei einigen Tequilas auch bis zu 50 Volumenprozent Alkohol.

Die Aloe-Artensind ausdauernde, blattsukkulentePflanzen.
Das in der Aloe enthaltene Aloin wirkt stark abführend, weswegen standardisierte Aloe bzw. deren Zubereitungen zur kurzfristigen Behandlung gelegentlich auftretender Verstopfung verwendet werden kann.

Ein weiteres von der Echten Aloe stammendes Produkt ist das „Aloe-vera-Gel“, das aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen wird. Aloe-vera-Gel wird kosmetisch und volksmedizinisch in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Dem Gel werden entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Eigenschaften zugeschrieben.

Bei der Zoophilie(Bestäubung durch Tiere) wird der Pollen von Tieren transportiert. Beim Blütenbesuch wird Pollenan den Bestäuber angeheftet, oftmals durch klebrige Pollenanhängsel oder eine strukturreiche Aussenschicht, und dann auf die Narbeeiner Blüteübertragen. Mit der Übertragung des Pollens auf die Narbe (bei Nacktsamern auf den Bestäubungstropfen) ist die Bestäubung vollzogen.

Die Kolibris ernähren sich vorwiegend von Blütennektar. Diese sehr energiereiche Nahrung macht den kraftraubenden Flugstil erst möglich. Insbesondere auffällig rot oder orange gefärbte Blumen ziehen die Kolibris an.
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