Die Vierschanzentournee in Zahlen

Über den Jahreswechsel schauen alle wieder gebannt in die deutsch-österreichische Grenzregion. Oberstorf, Garmisch, Innsbruck und Bischofshofen sind die traditionellen Standorte eines der größten Wintersportspektakel überhaupt. Ab dem 30.12. werden vor allem hierzulande und in Österreich die Fans ihren Adlern bei der Vierschanzentournee im Skispringen die Daumen drücken. Wer sind die deutschen Hoffnungsträger? Welche ist die Lieblingsschanze der DSV-Adler und wer sind die Favoriten?

Aus DSV-Sicht sind die Augen vor allem auf zwei Athleten gerichtet. Richard Freitag und Andreas Wellinger stehen als Weltcup-Führende an der Spitze des DSV-Aufgebots. Vier von sieben Siegen in der bisherigen Saison gehen auf ihren Helm.

Dass ein gewisser Hunger auf den ersten Tourneesieger aus Deutschland seit 16 Jahren zu spüren ist, ist verständlich. So lange mussten die hiesigen Fans noch nie auf einen Triumph warten. Im Schnitt landete der beste DSV-Springer in den letzten 10 Jahren nur zwischen Platz 6 und 7.

Die Lieblingsschanzen der Deutschen

Los geht es am 30.12. auf der Lieblingsschanze der Deutschen in Oberstorf. 21 Mal triumphierte ein Springer aus der Bundesrepublik oder der DDR auf der Schattenbergschanze. Ob es daran liegt, dass sie die bevorzugte Trainingsschanze der Deutschen ist? Severin Freund legte hier im letzten Jahr mit einem Sieg vor. Zwischen 1989 und 2003 gab es hier bei 15 Austragungen elf einheimische Sieger. Dieter Thoma und Martin Schmitt gewannen gleich drei Mal. Laut wird es dann beim traditionellen Neujahrsspringen in Garmisch. Wenn die Zuschauer das langgezogene Ziiiiiiiiiiiieh brüllen, kommt Gänsehautstimmung auf. Mit 13 Siegen ist die Olympiaschanze bei den deutschen Springern ebenfalls beliebt. Jens Weißflog stand davon 4vier Mal ganz oben.

Der hitzige Panorama-Kessel

Den kürzesten Anlauf haben die Springer am Bergisel in Innsbruck. Die „Mini-Schanze“ über der Stadt ist bekannt für ihre hitzige Stimmung und das einzigartige Panorama. In Innsbruck springen die Athleten nach dem kürzesten Anlauf bei der Tour quasi in einen Kessel voller Zuschauer. Den Deutschen war der Ort zuletzt nicht immer unbedingt gewogen. In den letzten 30 Jahren siegten mit Richard Freitag (2015) und Sven Hannawald (2002) nur zwei DSV-Adler. Freitag weiß aber immerhin wie es sich anfühlt beim 3. Tournee-Stopp zu triumphieren.

Die Flieger-Schanze

Den Abschluss bildet am 6. Januar das Springen auf der Paul-Ausserleitner-Schanze in Bischofshofen. Dass hier noch Entscheidendes passiert, ist eher unwahrscheinlich. In den letzten zwölf Jahren gewann nur ein Mal der nach drei Events Führende am Ende nicht die Tournee. Das war im vergangenen Jahr der Norweger Daniel-André Tande, der am Ende vom Polen Kamil Stoch abgefangen wurde.

Mit 125 Metern gibt es hier den längsten Anlauf. Vor allem Skiflieger-Typen zeigen hier gerne ihre Stärken. Interessanter Fakt am Rande: Bei 64 Austragungen gewann in Bischofshofen 25 Mal der spätere Sieger der Vierschanzentournee. Letzter Deutscher war bei seinem einzigartigen Vierfachtriumph 2002 Sven Hannawald. In Bischofshofen legte Andreas Wellinger im Vorjahr mit 144,5 Metern den längsten je gemessenen Satz bei der Tournee auf den Hang. Vielleicht auch für ihn ein gutes Omen.

Wer sind die Favoriten?

Die führenden Sieger-Nationen sind Österreich, Deutschland und Finnland mit je 16 Siegen. Beste Quoten auf den Gesamttriumph haben Richard Freitag (2.75) und der Österreicher Stefan Kraft (4.00), der nicht zuletzt wegen seiner Siegerfahrung aus 2014/15 und seinem Heimvorteil von den Buchmachern hoch als Favorit eingestuft wird. Auch Vorjahressieger Kamil Stoch ist dabei – Quote 4.50.

Doch wer die Tournee in der Vergangenheit verfolgt hat, der weiß, dass während der 4 Events in 7 Tagen auch eine Menge Unerwartetes passieren kann. Meist kommen mehr als nur 3 oder 4 Springer für den Sieg in Frage.
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