Die Abstimmungkampagne der Gegner der Einheitskasse hat so viele falsche Argumenten wie die Prämien zu hoch sind.

Was zeigen uns die Gegner der öffentlichen Krankenkasse nicht alles auf um uns am 28. September 2014 zu einem Nein zu bewegen. Die Werbekampagne ist riesig, vielfältig und wird von diversen Parteien unterstützt. Dies ändert aber nichts daran, dass sie mindestens so viele falsche Argumente benutzt wie die Krankenkassenprämien zu hoch sind.

Auf ein paar dieser Argumente möchte ich hier eingehen.

"Die Einheitskasse gefährdet unser Gesundheitssystem"

Es sind nicht die Krankenkassen, die für unser gut funktionierendes Gesundheitssystem sorgen. Dies ist nämlich grundsätzlich der Verdienst des Staates, welcher die Versorgungsstruktur organisiert, finanziert und auch für die Ausbildung der Fachkräfte zuständig ist. Derjenige, der schlussendlich die Rechnungen bezahlt, sei es die private Krankenkasse oder die öffentliche Krankenkasse beeinflusst unser Gesundheitssystem nicht im geringsten. Der vergleich mit Grossbritanien, wo angeblich Personen aufgrund der schlechten Gesundheitsversorgung sterben ist nichts anderes als primitive Angstmacherei.

"Wir sind keien Einheitspatienten"

Ob ich in einer von 60 privaten Krankenkassen zusammen mit 130'000 anderen Personen, oder in einer von 26 öffentlichen Krankenkassen (je eine Verwaltungsstelle pro Kanton) zusammen mit 400'000 Personen versichert bin macht keinen Unterschied. Kein bisschen individueller ist meine Betreuung. Habe ich ein Anliegen lande ich am Telefon so oder so in der Warteschlaufe, wird mein E-Mail sowieso automatisch beantwortet und bin ich hin wie her nur eine Nummer.

"Ohne Wettbewerb keine Entwicklung"

Was eine Krankenkasse in der Grundversicherung zu bezahlen hat oder nicht, dass bestimmt das Gesetz. Wie hoch die Preise sind, die die Krankenkassen den Spitälern oder den Ärzten zu bezahlen haben, das wird in einem Gesamtvertrag durch die Santesuisse abgemacht. Der Wettbewerb zeigt sich für die Versicherten nur insofern, als dass sie von überall her mit Werbung belästigt werden. Der Clou daran, diese Werbung, diese Telefonanrufe, werden durch unsere Prämien bezahlt. Wir berappen also die uns belästigenden Werbeanrufe so quasi selber, so wie wir auch die Abstimmungskampagne der Gegner berappen.

"Die Wahlfreiheit nicht aufgeben"

Klar, gibt es eine öffentliche Krankenkasse kann ich nicht mehr wählen in welcher Krankenkasse ich mich versichern lasse. Nur, grundsätzlich muss jede Kasse von Gesetzes wegen die selben Leistungen bezahlen. Welche das sind, erfahre ich dann wohl erst wenn ich einmal einen Krankheitsfall habe. Niemand plant seine Krankheiten und erkundigt sich darum vor Abschluss der Versicherung ob dieser oder jener Eingriff bezahlt wird. Werde ich krank, muss ich mich so oder so überraschen lassen, ob die Krankenkasse die Rechnung bezahlt oder nicht. Daher nützt mir auch eine Wahlfreiheit nicht viel.

"Die freie Arztwahl ist gefährdet"

Habe ich eine freie Arztwahl? Damit ich meine Krankenkassenprämien überhaupt bezahlen kann, bin ich darauf angewiesen im Hausarztmodell versichert zu sein. Habe ich nun also eine freie Arztwahl?

Die Geschäftsführer der 60 privaten Krankenkassen in der Schweiz verdienen durchschnittlich CHF 400'000.00. Hinzukommen die Kosten für Lobbyisten, für Makler, für Verwaltungsräte und für anderen Geschäftsleitungsmitglieder. Diese Kosten könnten eingespart werden, was sich entweder positiv auf die Prämien auswirkt, oder aber dazu führt, dass noch mehr Leistungen von der öffentlichen Krankenkasse bezahlt werden können. Dafür bin ich. Ja zur öffentlichen Krankenkasse am 28. September 2014!
1 Kommentar
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Ramona Geiger aus Luzern | 26.09.2014 | 14:04  
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