JA zur Einheitskasse

Die Prämienrechnung für die obligatorische Krankenversicherung meiner Familie belief sich dieses Jahr auf CHF 8200.00. Dies bei einer Franchise von CHF 2500.00, dem Hausarztmodell und allen anderen erdenklichen Schikanen die eine Krankenkassenprämie so günstig wie möglich machen. Nehmen ich oder meine Frau also einmal eine ärztliche Dienstleistung in Anspruch, wird uns vorgeschrieben, wer uns diese wo leistet, bezahlen müssen wir sie aber trotzdem selber. Dafür werden wir über Post, das Fernsehen, Plakatwände oder das Sponsoring von Anlässen täglich mit Werbung von Krankenkassen konfrontiert, welche uns suggerieren wollen, Krankenkassen seien wohltätige Institutionen. Monatlich erhalten wir Telefonanrufe von unabhängigen Versicherungsmaklern, welche, auf der Jagd nach satten Provisionen, versuchen, unsere "guten Risiken" in eine andere Krankenkasse zu transferieren. Im Wissen darum, dass sich das durchschnittliche Jahreseinkommen eines der ca. 60 Krankenkassengeschäftsführer um die CHF 400'000.00 beläuft kann ich keinen anderen Schluss ziehen, als dass im aktuellen System die Krankenkassenverwaltungskosten ebenso stark ansteigen wie die Gesundheitskosten selber. Das bizarre daran, betreffend die obligatorische Krankenversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben welche Leistungen eine Kasse erbringen muss und welche nicht. Hier wird also ein Wettbewerb inszeniert, von welchem nur die Beteiligen am Verwaltungsaufwand profitieren nicht aber die Versicherten, die Jahr für Jahr mehr bezahlen müssen. So viel teilweise, dass es ohne staatliche Unterstützung (Prämienverbilligung) fast nicht mehr möglich wäre. In Zeiten aber, in denen die öffentliche Hand spart wo sie nur kann, aus Kostengründen die Bildung vernachlässigt oder gesundheitsfördernde Massnahmen für Jugendliche auf Eis legt, ist es einfach unhaltbar, wenn Managersaläre, Werbekosten und Maklerprovisionen indirekt aus Steuergeldern subventioniert werden.

Der erwähnte Wettbewerb hat aber auch eine andere, negative Seite. Die Krankenkassen wollen die chronisch kranken und entsprechend teuren Kunden möglichst schnell wieder los werden. Kostengutsprachen erfolgen deshalb nur für beschränkte Dauer was koordinierte und längerfristige Behandlungsmetoden verunmöglicht und sowohl teure wie auch für den Patienten unzumutbare Sysiphus-Therapien fördert, bei welchen nur die Symptome jedoch nicht die Ursachen bekämpft werden.

Auch wenn noch nicht abzuschätzen ist, ob und inwiefern sich eine Einheitskasse positiv auf die Prämienrechnung meiner Familie auswirken wird, lege ich am 28. September 2014 ein überzeugtes JA zur öffentlichen Krankenkasse in die Urne. Dies weil das viele Geld welches die Versicherten Jahr für Jahr bezahlen für erfolgsversprechende und menschenwürdige Massnahmen voll und ganz den Patienten zugutekommen und nicht irgendwo im Management und Marketing versanden soll.
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