Offener Brief der CVP-Fraktion Kriens, von Verena Wicki Roth, Kathrin Graber, René Zosso, Christine Kaufmann, Viktor Bienz, Monika Marbacher: Gewalt-Rapper in Kriens

Sehr geehrte Frau Gemeindepräsidentin,
Sehr geehrte Herren Gemeinderäte,

In der Ausgabe der Luzerner Zeitung vom 22. Februar 2012 mussten die Krienserinnen und Krienser erfahren, dass der bekannte Gewalt-Rapper Haftbefehl in Kriens am 17. März 2012 ein Konzert plant. Das Konzert soll im „Imperio“, vormals Froschkönig, durchgeführt werden. Haftbefehl bringt Songtexte, die Gewalt verherrlichen und vor Brutalität strotzen. So rappt Haftbefehl beispielsweise detailliert über die Herstellung und den Verkauf von Drogen sowie über die Anwendung von Waffengewalt.

Die CVP-Fraktion Kriens hat diese Nachricht äusserst besorgt zu Kenntnis genommen. Wir wollen, dass der Auftritt dieses Musikers mit allen Mitteln, die der Gemeinde zur Verfügung stehen, verunmöglicht wird. Es darf nicht sein, dass in Kriens ein Rapper auftreten kann, der junge Menschen zu Gewalt und Drogenkonsum anstachelt. Zudem bestehen Risiken im Bereich der Sicherheit, da bei früheren Konzerten Gewalt-Eskalationen stattfanden.

In unserer Gesellschaft gilt es vielmehr auf Respekt und Fairness hinzuweisen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Haftbefehl, der destruktive Lebensweisen verherrlicht, ist ein negatives Vorbild für Jugendliche. Er darf in Kriens keinen Raum erhalten, seine Botschaft zu verbreiten. Auch wenn wir in einer offenen Gesellschaft leben und Kultur vielgestaltig daherkommt, müssen Grenzen gesetzt werden. Die Folgen müssen Familien und die Gesellschaft tragen und der Steuerzahler berappen.

Schon 2009 wurden seitens der CVP und der SP Vorstösse im Einwohnerrat zum gleichen Thema eingereicht. Der Gemeinderat hat sämtliche rechtlichen und politischen Möglichkeiten abgeklärt und kam damals zum Schluss, dass die Gemeinde wenig Spielraum hat, wenn das Konzert in einem privaten Club stattfindet. So steht die Gemeinde bei jedem neuen Gewalt-Konzert wieder am Anfang und ist keinen Schritt weiter gekommen. Nach wie vor erfahren die zuständigen Gemeinde-Mitarbeitenden eher zufällig über die Medien von solchen geplanten Konzerten und müssen mit dem Management mühsam Verhandlungen aufnehmen. Es fehlen sowohl auf kommunaler wie kantonaler Ebene wirksame Reglemente und gesetzliche Grundlagen, um Solches zu verhindern. Es darf nicht sein, dass der Gemeinde Kriens die Hände gebunden sind, ein solches Konzert zu verhindern.

Aus diesen Gründen fordert die CVP-Fraktion den Gemeinderat auf, in Zusammenarbeit mit dem Kanton, mit allen möglichen Mitteln zu verhindern, dass das Konzert in Kriens durchgeführt wird. Alles andere schadet dem Image unserer Gemeinde. Die CVP dankt dem Gemeinderat für seinen Einsatz, diesen Gewalt-Rapper in Kriens zu verhindern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.