St. Nikolauskapelle Littau/Reussbühl wird 25 Jahre alt

  Die St. Nikolauskapelle bei der Wegscheide Littau/Reussbühl wird am 13. September 2017 25 Jahre alt.


Die Entstehungsgeschichte
(Autor Hans Purtschert)

Im Erbauskaufvertrag von 1848 zwischen Carl Rölli und den Erben Nicolaus Röllli, Maria Rölli und Jungfrau Maria Anna Rölli wird bei der Gebäudeaufzählung das „Käppeli“ erwähnt. In früheren Vertragsdokumenten 1834 lässt sich über die Kapelle nichts finden. Als erstes Dokument kann die Dufourkarte von 1864 bezeichnet werden, wo die Kapelle mit Kreuzzeichen eingetragen ist.
Vor 1500 gehörte das Plateau Ruopigen dem Kloster im Hof zu Luzern. Gotteshausleute bewirtschafteten den Hof und mussten einen Zins nach Luzern bezahlen. Auch dem Pfarrsigrist zu Littau musste jährlich Korn abgeliefert werden, und dies bis Anfangs 1900. Von 1520 bis 1878 waren Rölli die Besitzer des Hofes Ruopigen. Über Generationen waren Rölli in kirchlichen Ämtern von Littau. Davon zeugt auch die antike Grabsteintafel in der Kirche St. Theodul Littau (hinten links). Die Vermutung liegt daher nahe, dass in der Zeit des Rölli-Besitzes die Kapelle errichtet wurde. Sie erbauten auch den Spycher auf Ruopigen anno 1673. Er ist übrigens das älteste Gebäude in Littau.
Am 4. Mai 1910 hat der Gemeinderat von Littau beschlossen, eine neue Kapelle zu bauen, 4 Meter breit und 5 Meter lang, Kosten 1202 Frs.: Maurer Fischer 656 Frs., Zimmermeister Gschwind 240 Frs., Schlosser 100 Frs., Dekorarbeiten 40 Frs. und Maler 50 Frs. Den Abbruch der alten Kapelle hatten die Anstaltsgenossen des Bürgerheim Ruopigen zu besorgen, ebenso das Fundament der neuen Kapelle. Zur Mitfinanzierung hat der Gemeinderat die Krönungsgruppe, die im Giebel des Bauernhauses Ruopigen stand, dem Schweizerischen Landesmuseum in Zürich für 412 Franken verkauft. Die Figur wird dem Anfang 1600 zugeschrieben. Zum Vergleich: der Jahreslohn der Oberschwester des Bürgerheims betrug damals 200 Franken.
1972 musste die Kapelle dem Bau der Ruopigenringstrasse weichen. Da diese nicht unter einem Objektschutz stand, war ein Abbruch vor über 40 Jahren leider nur eine Formsache.

Wiedergeburt der Kapelle
Auf einem Sonntagsspaziergang auf Ruopigen Ende 1987 regte der damalige Präsident der St. Niklausgesellschaft, Kilian Geisseler, gegenüber dem Verfasser der vorliegenden Geschichte an, die Kapelle wieder zu bauen. In der Folge traf eine Kommission die Vorbereitungen. Eine Knacknuss war die Bestimmung des Standortes, zumal der damalige Gestaltungsplan im Bereiche der Ruopigengehöfte eine Wohnzeile vorsah. Architekt Werner LIndegger verfasste das Projekt aufgrund von bestehenden Fotos der Kapelle. Man wählte eine Fundamentkonstruktion, die ein problemloses Verschieben des Bauwerkes ermöglichen würde. Schliesslich erteilte der Gemeinderat die Baubewilligung. Bei klirrender Kälte fand am 14. Dezember 1991 der Spatenstich statt. Der eigentliche Baubeginn war der 23. März 1992. Sechs Lehrlinge der Baufirma Brun AG, Emmenbrücke leisteten bei jeder Witterung harte Arbeit. Drei Wochen später konnte bereits das Dach aufgerichtet werden. Etliche Handwerker haben in Fronarbeit zum guten Gelingen beigetragen und am 13. September 1992 wurde die Kapelle eingeweiht. Seither findet zum selben Zeitpunkt alle Jahre das Chäppelifest statt. Paul Gassner, Architekt und Künstler, Luzern hat eine Broncefigur „St. Nikolaus“ angefertigt. Sie ergänzt in idealer Weise die Kapelle und weist gleichzeitig auf den Namen St. Nikolauskapelle hin.

Weiter Infos und Fotos unter www.samichlaus-littau.ch
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.