Amateurfunk – ein Tor zur grossen, weiten Welt

Funkstation HB90 (Foto: Verkehrshaus der Schweiz in Luzern)
 
Funkamateur in voller Aktion (Foto: Verkehrshaus der Schweiz in Luzern)
Luzern: Verkehrshaus der Schweiz |

Auch im Zeitalter von E-Mail und Telekommunikation ist der Amateurfunk trotz technischem und finanziellem Aufwand für viele noch immer ein faszinierendes Hobby. Der mit Leib und Seele engagierte Funkamateur Peter Wirthlin berichtet über sein Hobby und ist während einigen Tagen im "Verkehrshaus der Schweiz" in Luzern anzutreffen.

Am Dienstag, den 31. März 2015 wird vor Ort ein TV-Interview mit Herr Peter Wirthlin im Verkehrshaus stattfinden. Dieses wird dann auf diese Plattform veröffentlicht werden. Sicher werden wir auch einige Fragen von Besuchern im Videoclip einfliessen lassen, sofern die betreffende Person einwilligt, sich Filmen zu lassen.


Herr Peter Wirthlin wohnt in Montfaucon im Kanton Jura, ist aber an folgenden Daten an den Funkstationen im Verkehrshaus Luzern während den Öffnungszeiten anzutreffen:

• Samstag, 21. März 2015
• Sonntag, 22. März 2015
• Dienstag, 31. März 2015 (TV-Interview)
• Samstag, 18. April 2015
• Samstag, 25. April 2015
• Dienstag, 28. April 2015
• weitere Daten geplant!


An diesen Tagen zeigt Wirthlin den Besuchern wie solche weltweiten Verbindungen zustande kommen und steht den interessierten Besuchern Rede und Antwort.

Cq cq cq de HB9BRU - ist dieser Code einer Geheimsprache? Nein, absolut nicht. So besprechen Funkamateure jeden Tag mehrmals das Mikrophon ihrer Kurzwellenstation in der Hoffnung, dass irgendein anderer Funkfreund auf dem Erdball seinen allgemeinen Anruf hören möge und ihnen darauf antwortet.

Dabei aber kommt es darauf an, in welche Richtung er seine Mehr-Element-Kurzwellenbeam gerichtet hat. Bevorzugt er Stationen aus den USA, so stelle er seine Antennenanlage Richtung Westen, will er Stationen aus Afrika erreichen, so wählt er Süden, für Asien ist es Osten. Das Drehen der Antenne geschieht durch einen Rotor, welcher am Mast angebracht ist und von einem Steuergerät neben der Funkstation betrieben wird. Dieses zeigt ihm mit dem eingebauten Kompass dann die jeweilige Ausrichtung des Kurzwellen-Beams an.

Zwei von seinen über 10'000 eingegangenen QSL-(Bestätigungs)-Karten:




Um dieses faszinierende Hobby betreiben zu dürfen, ist eine Prüfung beim BAKOM nötig, um die begehrte Lizenz hierfür erhalten zu können. Diese erfordert Kenntnisse in der Radio-und Antennen-Technik sowie die Bewandtheit in den gesetzlichen Vorschriften und erfordert ein gerüttelt Mass Zeit an Vorbereitung.

Im Jahre 1976 hat Peter Wirthlin dieses, seit seinen frühen Jugendjahren ersehntem Ziel, endlich erreichen können. Heutzutage stellen sich viele die Frage, lohnt sich all dieser technische und auch finanzielle Aufwand, um weltweit kommunizieren zu können? Sind diese Kontakte nicht auch via Skype oder die vielen Chat-Möglichkeiten ebenfalls zu erreichen? Sicher, die vielen heutigen Kommunikationstechniken sind eine grosse Konkurrenz für den Amateurfunk weltweit. Aber sie alle können die Faszination und das Kribbeln nicht ersetzen, welches verspürt wird, wenn man mit seinen eigenen zur Verfügung stehenden Mitteln, mit vielleicht nur 5 Watt, in Telegraphie (Morsen) eine seltene Station auf irgend einer kleinen Insel auf einem der Weltmeere erreichen kann ohne hierfür Computer und Internet beanspruchen zu müssen. Von der Möglichkeit eines Einsatzes in Notsituationen, wenn die Stromversorgung einmal aussetzen sollte, ganz zu schweigen. Dann werden die Stationen der Funkamateure mit der Energie aus einer Autobatterie versorgt und auf diese Weise die Kommunikation aufrechterhalten.

Neben Sprechfunk (Phonie) sind, wie eben oben erwähnt, auch Telegraphie, RTTY (Radio-Tele-Typing: Fernschreiben) oder SSTV (Slow.Scan-Television: Langsam-Zeilen-Fernsehen) möglich. So kann sich jeder Funkamateur seine von ihm bevorzugte Betriebsart selbst auswählen.

Hierfür stehen ihnen weltweit ganz bestimmte Frequenzen auf Kurzwelle oder UKW zur Verfügung, welche ausschliesslich für das Hobby der Funkamateure reserviert sind.

So freuen sich die Funkamateure jeden Tag auf neue Kontakte oder pflegen solche mit ihnen vertrauten Stationen wie zum Beispiel Pierre, über 70 Jahre alt, aus Kanada, der jeden Nachmittag mit sehr gutem Signal zu hören ist und trotz seiner Behinderung an den Rollstuhl gefesselt zu sein, unerhört viel Freude und Lebensmut ausstrahlt.

Das Rufzeichen von Peter Wirthlin lautet HB9BRU

Verkehrshaus der Schweiz

Ein Besuch lohnt sich bestimmt wieder einmal, auch ausserhalb der Hauptsaison (Urlaubszeit). Herr Peter Wirthlin wird an der Amateurfunkstation HB9O anzutreffen sein.

Die Amateurfunkstation HB9O im Verkehrshaus ist dank der grossen Richtantenne weltweit mit guter Signalstärke hörbar. Sie ist jeweils am Dienstag und am Wochenende in Betrieb.

Lizenzierte Funkamateure demonstrieren den Besucherinnen und Besuchern, wie mit geringer Leistung (100 W, entsprechend einer starken Glühbirne) mit Gleichgesinnten in Europa oder gar am anderen Ende der Welt kommuniziert werden kann. Zum Zuge kommen dabei entweder die altehrwürdige Morsetelegrafie, der für alle verständliche Sprechfunk oder die digitale Übertragung von Text.

Also nichts wie los und auf ins "Verkehrshaus der Schweiz" in Luzern!

Weitere Artikel zum Thema:

Reportage aus dem Verkehrshaus der Schweiz (Teil 1)
Reportage aus dem Verkehrshaus der Schweiz (Teil 2)

1 Kommentar
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beiUns Team aus Luzern | 09.03.2015 | 09:24  
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