Ran an den Speck – Resteverwertung leicht gemacht

Viele Essensreste lassen sich neu kombiniert in Suppen, Eintöpfe oder Gratins verwandeln. (Foto: Unsplash, Pixabay.com)

Kühlschränke sind gross – meist so gross, dass Lebensmittel in den hinteren Winkeln verschwinden und mit der Zeit vergammeln. Food Waste geht uns alle an – hier einige Tipps für die richtige Lagerung der Lebensmittel und Resteverwertung.



Die Problematik von Food Waste ist bekannt. Ein Drittel aller produzierten Lebensmittel geht verloren, fast die Hälfte des Abfalls produzieren die Haushalte. Grund dafür sind gemäss foodwaste.ch: Zu grosse Portionen beim Kochen, einkaufen ohne Kühlschrankkontrolle, Verleitung zu Spontankäufen, falsche Lagerung oder zu enge Auslegung der Haltbarkeitsangaben. Grund genug, sich an der Nase zu nehmen und den eigenen Abfall zu reduzieren. Hier einige Tipps zur Aufbewahrung und Resteverwertung, damit die Lebensmittel nicht verfallen.

Präventive Massnahmen

- Planen Sie bereits zu Hause die Menüs und schreiben Sie eine Einkaufsliste.
- Gehen Sie nicht hungrig einkaufen.
- Achten Sie bei tierischen Produkten darauf, dass die Kühlkette nicht unterbrochen wird.
- Neue Einkäufe landen hinter den älteren Produkten.
- Portionieren Sie die zu kochenden Mengen korrekt.

Korrekte Lagerung

- Brot: Einen Apfel mit in den Brotkasten legen, so bleibt das Brot länger frisch.
- Gemüse: Gurken und Peperoni sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden. Gurken ausserdem nicht mit Tomaten lagern. Tomaten aufgrund des Reifegas Ethylen am besten separat und nicht im Kühlschrank lagern. Karotten aus der Verpackung nehmen und im Kühlschrank aufbewahren.
- Früchte: Bananen reifen neben Äpfeln sehr schnell nach– am besten getrennt lagern. Äpfel sollten im Keller bei kühlen Temperaturen gelagert werden.
- Käse: Sollte am Stück aufbewahrt werden, da er so länger frisch bleibt. Nicht in Folie, sondern Käsepapier aufbewahren, damit sich kein Kondenswasser bildet. Die Rinde sollte nicht vorgängig entfernt werden, sie schützt vor Schimmelbefall.

Reste verwerten

Sind Reste entstanden oder die Produkte nahe am Fälligkeitsdatum, gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur Verwertung. Nachfolgend einige Ideen. Weitere Rezeptideen finden Sie auf zahlreichen Internetseiten online. Auch eine kostenlose App ist verfügbar (Zu gut für die Tonne). Dort können bis zu drei zu verwertende Lebensmittel eingegeben werden und die App liefert passende Rezepte.

Brot
- Zu viel Brot eingekauft? Brot kann problemlos eingefroren und später aufgetaut werden.
- Leicht angetrocknetes Brot kann leicht mit Wasser beträufelt und nochmals 10 Minuten aufgebacken werden – anschliessend aber vollständig essen.
- Hartes Brot kann in einem Stoffsack gelagert werden und zu gegebener Zeit zu Brotaufläufen verarbeitet werden. Für die süsse Variante Brotstücke in Milch-Ei-Mischung einlegen und mit Rosinen und Zucker überbacken. Für die pikante Variante mit Käse überbacken.

Gemüse
- Gemüsereste lassen sich wunderbar in eine Suppe verwandeln. Gemüsereste andünsten und anschliessend mit Bouillon aufkochen, pürieren und mit Milch/Rahm oder Kokosnussmilch abschmecken.
- Als weitere Variante kann eine “Pesto Verde“ gemacht werden: Gemüsereste mit Knoblauch, Öl, Kräuter und wenn vorhanden Pinienkernen pürieren und abschmecken.

Früchte
- Bananen: Aus überreifen Bananen lässt sich wunderbar ein Shake zaubern. Einfach mit Milch und ein wenig Zucker pürieren, wahlweise noch mit Glace ergänzen. Bananen können geschält auch eingefroren werden – zusammen mit Joghurt ergibt sich eine wunderbare Glace.
- Äpfel: Wenn die Äpfel bereits stellenweise braune Verfärbungen aufweisen oder schrumpelig sind, können daraus Apfelschnitze oder Mus zubereitet werden. Pfanne mit ca. 2cm Wasser füllen, Apfelstücke beigeben; Rohrzucker, Zimt oder Vanille je nach Geschmack beifügen.
- Weitere Früchte mit Zucker zu Kompott einkochen und heiss in Gläser einfüllen.

Eiweiss oder -gelb

- Aus Resten von Eiweiss lassen sich Zitronen- oder Schokoladenschäumchen machen.
- Eigelb kann mit Milch zu einem Rührei oder Omelett verwertet werden.
- Rohe Eier können (ohne Schale) ebenfalls eingefroren werden.

Teigwaren/Reis
- Teigwaren und Reis am besten nicht direkt mit der Sauce mischen – so können die Resten besser und variantenreicher verwertet werden. Teigwaren oder Reis können wunderbar in eine asiatische Pfanne verwandelt werden. Dazu ein wenig Gemüse andämpfen, mit Sojasauce ablöschen und am Ende Teigwaren
- Mit etwas Rahm und Käse lassen sich Teigwaren, Reis oder auch Kartoffeln meist in einen wunderbaren Gratin verwandeln.

Potpourri
- Weiche Chips können im Backofen bei 180-200° nochmals aufgebacken werden – warm geniessen.
- Angefangene Rahmpackungen zu Butter schlagen – mit Kräuter und Gewürzen abschmecken und den Kräuterbutter für die Grillade verwenden.
- Öl von eingelegten Tomaten, Artischocken oder Oliven zum Kochen weiterverwenden. Gibt eine tolle Note in Salatsaucen, Sugos oder gedünstetem Gemüse.

Allgemein
- Die meisten Reste (beispielsweise Gratin oder Saucen) können auch eingefroren werden.
- Falls Sie eine Wochenplanung machen, planen Sie Resteverwertungsmenüs ein.
- Bewahren Sie die Reste in gut verschliessbaren Gefässen auf. Lagern Sie diese gut sichtbar im Kühlschrank.
- Die Haltbarkeitsdaten sind eher eng ausgelegt. Verlassen Sie sich auf Ihre Sinne. Schmeckt, riecht oder sieht das Lebensmittel ungewohnt aus, dann ab in den Abfall oder auf den Kompost.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.