IHP Luzern: Markante Zunahme von Traumatisierungen und Beziehungsstörungen

Engagement für wichtige Anliegen: Fritz Riedweg, Präsident IHP Luzern
 
Begegnungen aus philosophischer Sicht: Gastreferent Roland Neyerlin im Gespräch
Luzern: Paulusheim | Die Nachfrage nach den Dienstleistungen des IHP Luzern hat 2015 erneut zugenommen. Therapien, Gruppenangebote und Weiterbildungen wurden rege benutzt. Das Institut blickt auf ein intensives Jahr zurück und lud nach der Mitgliederversammlung zu einem Gastreferat mit Roland Neyerlin ein.

Mit einer Fokussierung auf Bindungsstörungen und Traumatherapien hat das IHP Luzern - Institut für Heilpädagogik und Psychotherapie - vor zwei Jahren seine Zukunftsstrategie definiert. Die Neuorientierung hat sich bewährt, wie an der diesjährigen Mitgliederversammlung im Paulusheim zu erfahren war.

Fokussierung hat sich bewährt
Die Anmeldungen haben sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Nachgefragt wurden insbesondere Unterstützung bei Beziehungsproblemen, Traumatisierungen (sexuelle Übergriffe, Gewalt), Verhaltensstörungen (Schulprobleme) und emotionalen Störungen (Ängste, Depressionen).

Mit der Fokussierung auf Traumatisierungen und Beziehungsstörungen reagiert das IHP Luzern auf die Bedürfnisse unserer Zeit. Diese beiden Themen waren schon 2014 die Hauptgründe bei den Anmeldungen. Signifikant zugenommen haben ausserkantonale Anfragen für Therapieangebote. Rund ein Drittel der Anmeldungen kommen von den Klientinnen und Klienten selber.

Rege Nachfrage nach Weiterbildung
Auf anhaltend grosses Interesse stiessen auch die Angebote sowie Coaching und Weiterbildung für Fachleute und Schulen. Das IHP Luzern unterstützt Schulentwicklungsprozesse, macht Klasseninterventionen oder wirkt beim Familienklassenzimmer in Kriens mit. Neben diesen Angeboten hat auch das vermittelte Fachwissen über den professionellen Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern eine rege Nachfrage erfahren.

Die Entwicklung macht deutlich, dass die Wissensvermittlung am IHP Luzern Früchte trägt. „Wissen ist für eine Organisation eine Ressource, um sich einen Marktvorteil nachhaltig zu verschaffen“, ist Institutsleiterin Franziska Zumstein überzeugt. Am IHP Luzern werde das Wissen konsequent innerhalb des Thera-peutenteams weitervermittelt. Auch Kursangebote würden das Wissen des IHP Luzern erfolgreich transferieren. „Weiterbildungsangebote sind gefragt wie noch nie. Unsere Kurse sind weitgehend ausgebucht“.

Finanzen ein Dauerthema
Trotz der guten Nachfrage bleibt die Sorge um die Finanzen ein Dauerthema. Für das Jahr 2015 muss das IHP Luzern ein Defizit ausweisen. Um das Angebot aufrecht zu erhalten und auszubauen sind weiterhin Beiträge von Kanton, Gemeinden, Stiftungen und Spendern notwendig. Neben Spenden in den Sozialfonds ist das IHP Luzern auch auf projektbezogene Beiträge angewiesen. Eine zeitgerechte Webseite, zugänglich für alle modernen Kommunikationsmittel sowie die Erneuerung der IT Infrastruktur sind notwendig.

Beziehung aus philosophischer Sicht
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung lud das IHP Luzern im Paulusheim zu einem Vortrag des bekannten Luzerner Philosophen Roland Neyerlin ein. Unter dem Titel «Ich bin eine Insel» reflektierte Neyerlin das „In-Beziehung-Sein“. Er teile die These, dass frühe Bindungs- und Beziehungserfahrungen die Struktur unserer Psyche und unseres Selbst prägten, wie das in der „wertvollen Arbeit“ des IHP Luzern zum Ausdruck komme, sagte Neyerlin. In der heutigen Zeit zähle vor allem, was gezählt werden könne. In der therapeutischen Arbeit zähle jedoch das Gespräch. „Die Arbeit des IHP Luzern ist wesentlich Begegnung und soll es noch lange bleiben.“ Den Ausführungen folgten rund 60 Interessierte - vorwiegend Fachpersonen von Beratungsstellen, Heimen, Schulen und Behörden.

INFOBOX

Das IHP Luzern hilft unkompliziert, rasch und vertraulich.
Das Institut für Heilpädagogik und Psychotherapie IHP Luzern wird vom gleichnamigen Verein getragen und leistet seit 1932 auf gemeinnütziger Basis Pionierarbeit in der Zentralschweiz. Es begleitet Menschen bei Problemen in Schule, Beruf oder Familie. Das IHP Luzern bietet Beratung und Therapie für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Weiterbildung für Fachpersonen. Im Zentrum stehen ambulante Abklärung und Behandlung von Verhaltensauffälligkeiten, insbesondere Beziehungsproblemen und traumatischen Erfahrungen. Zudem hat sich das IHP Luzern auf Fragen zum Kindswohl in strittigen Trennungssituationen spezialisiert.

Sozialfonds für Familien mit kleinem Einkommen.
Das Angebot des IHP Luzern ergänzt die staatlichen Einrichtungen, Leistungen werden teilweise von der IV oder Krankenkasse über-nommen. Ein eigens eingerichteter Sozialfonds ermöglicht dem IHP Luzern, Kindern und Jugendlichen aus bescheidenen finanziellen Verhältnissen eine Therapie anzubieten. Jede Spende ist willkommen. Spendenkonto Sozialfonds IHP Luzern:
IBAN CH83 0900 0000 6000 5559 0

Weitere Informationen: www.ihp-luzern.ch
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