Kanton Luzern unterstützt Holzcluster für einheimisches Holz

Das Swisswoodhouse in Nebikon wurde mit Schweizer Holz gebaut. (Foto: Foto Renggli AG, Sursee)
 
In Zukunft soll mehr Schweizer Holz beim Hochbau verwendet werden. (Foto: Foto Renggli AG, Sursee)

Obwohl genügend Holz in den Schweizer Wäldern steht, wird immer mehr des natürlichen Baumaterials aus dem Ausland eingeführt. Der Luzerner Regierungsrat unterstützt deshalb ein Projekt zum Aufbau eines Holzclusters mit 360'000 Franken, das diesem Trend entgegen wirken und die Zusammenarbeit in der Verarbeitungskette der Wald- und Holzbranche stärken soll.


Der Holzbau in der Schweiz erlebt seit Jahren einen Aufschwung. Vor 20 Jahren wurden nur einzelne Dächer und Hallen im Landwirtschafts- und im Sportbereich in Holzbauweise realisiert. Inzwischen liegt der Anteil an Holzbauten bei Einfamilienhäusern bei 16 Prozent, bei Mehrfamilienhäusern bei über 6 Prozent.

Das meiste Holz aus dem Ausland
Trotz eines grossen Holznutzungspotenzials wird häufig nicht einheimisches Holz verbaut, weil einerseits günstigere Ware aus dem Ausland importiert wird und andererseits viele Halbfertigprodukte für den Holzbau nicht in der Schweiz produziert werden oder die Lieferfristen aufgrund von Problemen in der Holzkette zu lang sind.

Vom jährlich nachwachsenden Holznutzungspotenzial der Schweizer Wälder von rund 10 Millionen Kubikmeter könnten wirtschaftlich 8,4 Millionen Kubikmeter genutzt werden. Effektiv wurden 2013 jedoch nur 4,78 Millionen Kubikmeter Holz verwendet – 43 Prozent blieben ungenutzt im Wald stehen. Effektiv verbaut werden heute in der Schweiz rund 1,1 Millionen Kubikmeter, mehrheitlich aus dem Ausland (siehe Grafik Import/Export). Der Anteil Schweizer Holz am gesamten Bauvolumen könnte also vervielfacht werden.

Grosse Bedeutung der Holzwirtschaft im Kanton Luzern
Der Kanton Luzern ist ein wichtiger Player in der schweizerischen Holzwirtschaft. Neben über 12‘000 Waldeigentümern gibt es eine Vielzahl von Betrieben in der Holzindustrie, im Schreinereigewerbe und im Holzbau. Und trotzdem wird auch im Kanton Luzern viel Holz aus dem Ausland verarbeitet und verbaut. Mit dem Projekt Holzcluster will die Branche diesem Trend entgegen wirken und die Wertschöpfung entlang der regionalen Holzkette steigern. Die PROHOLZ Lignum Luzern als Dachorganisation der Luzerner Holzbranche hat das Projekt initiiert und übernimmt die Projektträgerschaft.

Das Projekt Holzcluster leistet einen Beitrag zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen über die Wertschöpfungskette: Wald - Rohholzproduktion - holzverarbeitende Branche - holzbearbeitende Branche - Handel - Endabsatzmärkte. Es fördert in strukturarmen Regionen die Nutzung der nachwachsenden, nachhaltig nutzbaren Ressource Holz als Werk- und Baustoff sowie als Energieträger. Nach einer Startphase von zwei Jahren sollen die Clusteraktivitäten im dritten Jahr auf die Zentralschweiz ausgeweitet werden.

Gemeinsame Finanzierung
Die Kosten für das dreijährige Projekt betragen total 760‘000 Franken. Die Branche beteiligt sich mit Eigenleistungen in der Höhe von 400‘000 Franken. Der Rest von 360‘000 Franken wird von der Dienststelle Raum und Wirtschaft mit Geldern der Neuen Regionalpolitik (185‘000), aus Beiträgen der Wirtschaftsförderung (75‘000) und von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald mit Geldern für die Holzförderung (100‘000) beigesteuert.

Wirtschaftliche Bedeutung der Holzbrache
Im Kanton Luzern liegt die Wertschöpfung der Holzbranche bei rund 1,3 Milliarden Franken. Das sind rund 6 Prozent der totalen Bruttowertschöpfung im Kanton Luzern. Die Beschäftigungswirkung der Holzbranche macht über 8'100 Vollzeitstellen aus, was 4,6 Prozent aller Vollzeitstellen im Kanton Luzern entspricht.

Grafik Import/Export
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