Lebensmittelkontrolle: Grossteil der Luzerner Betriebe hält Vorgaben ein

Markus Hofstetter und Armin Bacher bereiten Lebensmittelproben für die mikrobiologische Untersuchung vor.
 
Laborant Markus Hofstetter bereitet eine Probe für die mikrobiologische Untersuchung vor.

2100 Inspektionen und 6800 Proben der Dienststelle Lebensmittelkontrolle zeigen: Der Grossteil der Luzerner Lebensmittelbetriebe hielt sich 2014 an die Vorgaben bezüglich Hygiene, Qualität und Deklaration. Die Zahl der Beanstandungen liegt im Bereich des Vorjahres.


Die Lebensmittelkontrolle des Kantons Luzern hat im Jahr 2014 insgesamt 6800 Proben von Lebensmitteln, Trinkwasser und Gebrauchsgegenständen wie Spielsachen oder Kosmetika untersucht (gleich viele wie 2013). Dabei mussten 630 Proben beanstandet werden, dies entspricht rund neun Prozent (2013: rund zehn Prozent). «Ein häufiger Grund für Kritik ist, dass vorproduzierte Lebensmittel wie Teigwaren und Reis bei zu hohen Temperaturen oder zu lange gelagert werden», erklärt Kantonschemiker Silvio Arpagaus. Er betont, dass von diesen Produkten keine gesundheitliche Gefahr ausgeht. Der Umgang mit den Waren entspricht aber nicht den hygienischen Anforderungen und die Qualität der Produkte ist vermindert. «Mit einem korrekten Umgang kann ausserdem ein Beitrag zur Verringerung von Food Waste – dem Wegwerfen von Lebensmitteln – geleistet werden», so der Kantonschemiker.

Anstrengungen nach «Cervelat-Skandal» zeigen Wirkung
Eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu den Vorjahren hat die Lebensmittelkontrolle im Bereich der Brühwurstwaren wie Cervelats, Wienerli und Bratwürsten festgestellt. Nur noch sieben Prozent der Proben zeigten Mängel, während dieser Wert in den Vorjahren bei 25 Prozent lag. «Unsere Anstrengungen in diesem Bereich zeigen Wirkung», hält Kantonschemiker Silvio Arpagaus fest.

Betriebe halten sich grossmehrheitlich an Vorgaben
Neben der Kontrolle von Lebensmitteln haben die Kontrolleure auch 2100 Inspektionen vor Ort in Betrieben durchgeführt (2013: 2000). In Restaurants, Detailhandelsbetrieben, Spitälern, Metzgereien, Bäckereien etc. haben sie beispielsweise die Infrastruktur und die Produktionsabläufe kontrolliert. «Bei 94 Prozent der Inspektionen haben wir gute Voraussetzungen für die Produktion von Lebensmitteln vorgefunden», zieht Arpagaus Bilanz. Bei den restlichen rund 130 Betrieben seien hingegen die Zustände mangelhaft gewesen. Bei Abweichungen wurden die Betriebe von der Lebensmittelkontrolle angewiesen die Mängel zu beheben. Im Bedarfsfall wurde dies mit Nachinspektionen überprüft.

«Schwarze» Küche in einen Lagerhaus entdeckt
Im Rahmen der Inspektionen des Jahres 2014 hat die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz auch aussergewöhnliche Fälle registriert. So wurde in einem Lagerhaus eine «schwarze» Küche entdeckt. Unter desolaten hygienischen Bedingungen wurde dort Essen für einen Imbissstand gekocht. Die Lebensmittelkontrolle verhängte für diese Küche umgehend ein Benutzungsverbot und beschlagnahmte die Lebensmittel. In einem weiteren Fall haben Callcenter den Konsumentinnen und Konsumenten Nahrungsergänzungsmittel als Heilmittel gegen Brustkrebs oder Arthrose angepriesen und verkauft. Das Lebensmittelgesetz verbietet dies ausdrücklich. Die Kontrollbehörden haben die Verantwortlichen angezeigt und bei der Staatsanwaltschaft Freiheitsstrafe von fünf Jahren beantragt.

Kontrolle der gesetzlichen Vorgaben
Mit ihren Kontrollen stellt die Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz sicher, dass Lebensmittelbetriebe sich an die gesetzlichen Vorgaben halten. In unangemeldeten Kontrollen werden die hygienischen Zustände, die Qualität der Lebensmittel und die korrekte Deklaration geprüft. Diese Kontrollen schützen Konsumentinnen und Konsumenten und stellen sicher, dass die Bevölkerung bedenkenlos Produkte aus Lebensmittelbetrieben konsumieren kann. Zudem sind die Kontrollen eine Grundlage, dass Luzerner Lebensmittelproduzenten ihre Waren ins Ausland exportieren dürfen.

Jahresbericht
1 Kommentar
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Nena Atanasova aus Binningen | 28.01.2016 | 15:36  
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