Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor im Gespräch: «Bildung entwickelt sich im Kanton weiter»

Reto Wyss empfängt die Medienschaffenden in einem Schulzimmer in der Kanti Seetal

Rund 74'000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene beginnen in den nächsten Tagen und Wochen das neue Schuljahr – sie besuchen die Luzerner Volksschulen, Berufsfachschulen, Gymnasien und Hochschulen. Das traditionelle Sommer-Mediengespräch mit Bildungsdirektor Reto Wyss fand dieses Jahr an der Kantonsschule Seetal statt.


Der Luzerner Bildungsdirektor Reto Wyss nimmt den Schuljahresbeginn jeweils zum Anlass, um die Medien in einem lockeren Sommergespräch über anstehende Themen im neuen Schuljahr zu informieren – immer an einem anderen Brennpunkt des Luzerner Bildungswesens. Dieses Jahr lud er die Journalistinnen und Journalisten in die Kantonsschule Seetal nach Baldegg ein und legte den Schwerpunkt seiner Ausführungen auf aktuelle Neuerungen und Herausforderungen an den Luzerner Gymnasien.

IT-Aufrüstung und vier Jubiläen
«Der Kanton hat zwar den Sparmodus auf "on" geschaltet – aber dennoch entwickelt sich die Bildung weiter.» Mit diesen Worten eröffnete Reto Wyss das Mediengespräch und zeigte diese Weiterentwicklung auch gleich für den Gymnasialbereich auf. So hat nach der Zustimmung des Kantonsrates zum 4.7 Millionen-Vorhaben «Pegasus» die Aufrüstung im IT-Bereich an den kantonalen Schulen begonnen. Die Kantonsschule Seetal ist hier Wegbereiterin. Erste Erfahrungen mit dem Einsatz der neuen Technologien für Schüler und Lehrpersonen sowie der pädagogischen und didaktischen Konzepte sind wertvoll für die Umsetzung an den weiteren Schulen.

Die Departementsleitung und die Dienststelle Gymnasien werden sich im kommenden Schuljahr auch intensiv mit den sogenannten «basalen Kompetenzen» – mit denen die allgemeine Studierfähigkeit erreicht werden soll – beschäftigen, ebenso mit der Umsetzung der stufenübergreifenden MINT-Strategie. An der Kantonsschule Sursee starten hierzu nächste Woche die ersten beiden Life-Sciences-Klassen, weitere Vorhaben in diesem Bereich sind aufgegleist.

In den nächsten 12 Monaten ist die Luzerner Gymnasiallandschaft zudem gleich mit vier Jubiläen geprägt: Die Kanti Seetal feiert ihr 10jähriges Bestehen, die Kanti Willisau und die Kanti Beromünster werden 150 Jahre und die Maturitätsschule für Erwachsene 25 Jahre alt.

Lehrplan 21 und Fremdsprachen-Entscheid
Für die Volksschulen steht laut Bildungsdirektor Reto Wyss nach wie vor der Lehrplan 21 im Fokus, der im Schuljahr 2017/18 im Kanton Luzern eingeführt wird. Derzeit finden die Informationsveranstaltungen für die Lehrpersonen und die schulhausinternen Weiterbildungen mit guten Rückmeldungen aus der Lehrerschaft statt. «Das ist der allerwichtigste Faktor für das Gelingen des neuen Lehrplans», so Wyss.

Neben dem neuen Lehrplan sind die Regelung der Fremdsprachen-Frage – die entsprechende Botschaft wird derzeit erarbeitet – sowie die Revision des Gesetzes über die Volksschulbildung und die Einführung einer Schulsoftware für die Gemeinden aktuell.

Botschafter der Berufsbildung informieren in den Schulklassen
Die Berufsbildung steht derzeit ganz im Zeichen der Berufsweltmeisterschaft in Sâo Paulo, an der gleich acht junge Luzerner Berufsleute teilnehmen. Damit kommen gleich 20 Prozent der Teilnehmer aus dem Kanton Luzern.

Nach wie vor entscheiden sich rund 75 Prozent der Schulabgängerinnen und -abgänger für eine Berufslehre. «Dieser Weg ist immer noch ein Erfolgsmodell», erläuterte Reto Wyss. Dennoch gibt es für diesen Bildungsbereich auch schwierigere Herausforderungen: die Sparauflagen, der Rückgang der Lehrlinge aufgrund der Demografie und insbesondere bei den gewerblichen Berufen sowie die Zunahme von spät migrierten Jugendlichen aus EU- und Drittstaaten. Ab dem kommenden Schuljahr werden mehrere «Botschafter der Berufsbildung» – Fachleute aus einzelnen Branchen – direkt in den Volksschulklassen über Berufslehre und Berufsmatura informieren.

Zwei neue Hochschul-Studiengänge
Im Hochschulbereich werden im Herbst 2016 gleich zwei neue Bereiche eröffnet: Das Departement Informatik der Hochschule Luzern HSLU sowie die Wirtschaftsfakultät der Universität Luzern. Die Vorbereitungsarbeiten für beide neuen Studienrichtungen laufen auf Hochtouren. Daneben wird derzeit die Phase 2 der Machbarkeitsstudie für einen Masterstudiengang Humanmedizin erarbeitet. Gleichzeitig ist bei zwei Hochschulen auf dem Platz Luzern – der HSLU und der Pädagogischen Hochschule – der Handlungsbedarf im Bereich Infrastruktur gross.

Kultur: Meilenstein fürs neue Theater
Nicht nur im Bildungsbereich stehen im neuen Schuljahr einige wichtige Neuerungen an, sondern auch bei der Kultur. Kanton und Stadt Luzern haben nun das Thema der neuen Theaterinfrastruktur auf die politische Agenda gesetzt – in guter und enger Zusammenarbeit mit der Stiftung Salle Modulable. Die nächsten Meilensteine für das neue Theater werden noch vor Ende Jahr kommuniziert, insbesondere was den Standort betrifft. Daneben sind die regionalen Förderfonds für die Kultur auf dem Land und die Neulancierung der Werkbeiträge für Kulturschaffende Themen fürs kommende (Kultur-)jahr.

Statistische Angaben zum neuen Schuljahr aus allen vier Bildungsbereichen
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