LuzernSüd bekommt ein Verkehrskonzept

LuzernSüd (Foto: Google)
 
Entwicklungskonzept LuzernSüd
 
Verkehrskonzept: Push- und Pull-Massnahmen
 
Verkehrskonzept: Monitoring und Controlling
 
LuzernSüd: Mattenhof
LuzernSüd ist ein gemeindeübergreifendes Stadtgebiet, in dem zahlreiche Entwicklungs- und Bauprojekte geplant und realisiert werden. Horw, Kriens, die Stadt Luzern und der Gemeindeverband LuzernPlus steuern diese Entwicklung gemeinsam. Im Rahmen des Entwicklungskonzeptes LuzernSüd sind zwei weitere Meilensteine erreicht: Die Entwicklungsstudie „Vertiefungsgebiet II“ enthält Richtlinien für die Entwicklung des Gebietes rund um den Eichhof, die Luzerner- und die Arsenalstrasse. Das „Grundkonzept Verkehr LuzernSüd“ als Teil der Verkehrskonzepte der Agglomeration Luzern zeigt, wie Siedlung und Verkehr in LuzernSüd aufeinander abgestimmt werden und welche Verkehrsinfrastruktur es braucht, um die Mobilität zu gewährleisten. Im März 2016 werden die drei Gemeinde-Parlamente die Konzepte diskutieren und zur Kenntnis nehmen.

Luzern Süd ist neben Luzern Nord und Luzern Ost einer von drei grenzüberschreitenden Räumen der Agglomeration Luzern, die ein grosses Entwicklungspotenzial haben. Kriens, Horw und die Stadt Luzern, der Regionale Entwicklungsträger LuzernPlus sowie der Kanton Luzern bekennen sich zu einer koordinierten Entwicklung dieses Stadtraums. 2010 wurde unter der Leitung von LuzernPlus ein „Leit-bild für die Entwicklung von LuzernSüd“ erarbeitet. 2012 wurde ein Studienauftrag für das Gebiet vom Eichhof bis zum Schlund durchgeführt. Er diente als Grundlage für das Entwicklungskonzept LuzernSüd, das 2014 von den Einwohnerräten Kriens und Horw und vom Grossen Stadtrat Luzern zur Kenntnis genommen wurde. In einem nächsten Schritt wurden nun die Entwicklungsstudie „Vertiefungsgebiet II“ und das „Grundkonzept Verkehr“ erarbeitet.

Verkehr vermeiden, verlagern und verträglich gestalten

Die drei Gemeinden gehen davon aus, dass durch die Entwicklungen in LuzernSüd innerhalb der nächsten rund 20 Jahren die Anzahl der Einwohner und Arbeitsplätze um rund 15‘000 ansteigen und sich somit verdoppeln wird. Um den dadurch zu erwartenden Mehrverkehr verträglich zu entwickeln, sollen durch Mischnutzungen und Ansiedlung von Einrichtungen der Nah¬versorgung „kurze Wege“ gefördert werden. Um ein hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität zu gewährleisten, soll der Mehrverkehr, der durch die Entwicklungen ausgelöst wird, durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs auf dem bestehenden Strassennetz bewältigt werden.

Öffentlichen Verkehr ausbauen

Das Rückgrat und gleichzeitig leistungsfähigste Angebot im öffentlichen Verkehr in LuzernSüd ist die Zentralbahn. Durch Taktverdichtungen wird das Angebot laufend verbessert bis hin zu einem 7,5-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten. Mit der Anbindung der Linien 14 und 16 an den Bahnhof Kriens Mattenhof werden die Umsteigebeziehungen Bus-Bahn verbessert. Beim Bahnhof Horw entsteht ein Bushub für alle Buslinien. Um die Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen, soll durch die Steuerung von Lichtsignalanlagen sowie das Einrichten von Busspuren der öffentliche Verkehr priorisiert werden. Während der Hauptverkehrszeit soll mit einer Ausfahrtsdosierung bei Arealen dafür gesorgt werden, dass nur so viele Autos auf die Hauptachsen gelangen, dass das Verkehrssystem funktionieren kann. Um den Autoverkehr auf das verträgliche Mass zu beschränken, ist auch eine Parkplatzbewirtschaftung vorgesehen. Zudem wird künftig bei der Entwicklung von Arealen im Planungs- und Baubewilligungsverfahren ein Mobilitätskonzept verlangt. Je besser ein Gebiet durch Bus und/oder Bahn erschlossen ist, umso weniger private Parkplätze werden erlaubt. Während die Stadt Luzern bereits über ein geeignetes Parkplatzreglement verfügt, überarbeiten Kriens und Horw zurzeit ihre Reglemente.

Velo- und Fusswegnetz ergänzen

Sichere und komfortable Veloverbindungen sowie Quartiere mit kurzen, attraktiven Fusswegen zu nahe liegenden Versorgungsmöglichkeiten, Bildungseinrichtungen, Bushaltestellen und Erholungsräumen sollen die Gesamtverkehrskapazität steigern sowie den Modalsplit und die Verkehrssicherheit erhöhen. Im Grundkonzept Verkehr werden zahlreiche Vorschläge gemacht, das Velo- und Fusswegnetz zu ergänzen und Schwachstellen zu beheben. Ein zentrales Projekt ist der Rad- und Gehweg von Luzern nach Horw und Kriens auf dem ehemaligen Trassee der Zentralbahn. Baubeginn ist Ende Februar 2016. Im Frühling 2017 soll der Rad- und Gehweg in Betrieb genommen werden.

Vertiefungsgebiet II

Die Entwicklungsstudie „Vertiefungsgebiet II“ zeigt, wie das Gebiet rund um den Eichhof, die Luzerner- und die Arsenalstrasse entwickelt werden soll. Nördlich der Luzernerstrasse ist eine dichte Bebauungsstruktur mit Hochhäusern vorgesehen, wie dies zum Beispiel im Bebauungsplan Eichhof West geplant wird. Südlich der Luzernerstrasse ist eine weniger dichte Bebauung angedacht. Die Langsägestrasse soll neu gestaltet und vom Durchgangsverkehr befreit werden. Sie dient künftig als Veloverbindung und Quartiererschliessung. Zwischen der Langsäge- und der Luzernerstrasse ist ein Grüngürtel – eine so genannte Esplanade – geplant. Weitere Projekte sind eine Busspur bis zum Kupferhammer und die Verlegung der Buslinie 14 mit einer neuen Haltestelle auf die Arsenalstrasse.

Baustart Rad- und Gehweg Luzern–Kriens/Horw

Die Zentralbahn fährt seit November 2012 zwischen dem Bahnhof Luzern und der Haltestelle Kriens Mattenhof auf einer neuen unterirdischen Strecke. Auf dem frei gewordenen Trassee wird eine direkte, schnelle und sichere Rad- und Gehwegverbindung zwischen der Stadt Luzern und den Gemeinden Kriens und Horw realisiert (Sternmattstrasse – Matthof). Diese wird in einen drei Meter breiten Radweg und einen zwei Meter breiten Gehweg aufgeteilt. Beim Eichwald wird der Fussgängerverkehr auf dem Schäferweg und der Radverkehr auf dem Bahntrassee geführt. Gleichzeitig werden die Werkleitungen erneuert. Die Bauarbeiten werden in Etappen ausgeführt. Die Privatgrundstücke bleiben erreichbar. Die provisorische Verkehrsführung bei der Querung der Mossmatt-, Horwer- und Eichwaldstrasse wird vor Ort signalisiert und markiert. Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 29. Februar 2016. Der neue Weg soll voraussichtlich im Frühling 2017 eröffnet werden.

Neubau der Hochschule Luzern – Musik: Baugesuch eingereicht

Die Vision eines zentralen Standorts für sämtliche Institute und Einrichtungen der Hochschule Luzern – Musik nimmt konkrete Formen an: Am 1. Dezember 2015 wurde bei der Gemeinde Kriens das Baugesuch für den Neubau eingereicht. Im Entwicklungsgebiet LuzernSüd, in direkter Nachbarschaft zur Kulturwerkstatt Südpol, entsteht während der kommenden Jahre der Neubau der Hochschule Luzern – Musik. Nach dem Wettbewerbsentscheid im April 2014 wurde das Siegerprojekt des Architekturteams Enzmann Fischer & Büro Konstrukt AG in den vergangenen Monaten weiterentwickelt und verfeinert. Verschiedene Gremien, bestehend aus Vertretern der Hochschule, der Investorin Luzerner Pensionskasse LUPK und des Planungs- und Projektleitungsteams, beschäftigten sich im Speziellen mit Fragestellungen zum Raumkonzept, zur Akustik/Schalldämmung sowie zur Energienutzung. Der Baubeginn erfolgt voraussichtlich im Herbst 2016 und der Bezug ist auf Sommer 2019 terminiert.
Jazz, Klassik, Neue Musik und Musikpädagogik: Die heute auf vier Standorte in der Stadt Luzern verteilten Institute der Hochschule Luzern – Musik werden zukünftig unter einem Dach vereint. Im neuen Gebäude sind ab 2019 sämtliche Unterrichts- und Übungsräume, Bibliothek, öffentliche Konzertsäle wie auch die Arbeitsplätze der Direktion, Administration und Forschung untergebracht. Die Realisierung kostet rund 70 Millionen Franken. Sie wird auf der Basis eines privaten Investorenmodells finanziert – mit der Luzerner Pensionskasse als Investorin und der Hochschule Luzern als Nutzerin. Mit dem Neubau wird nicht nur die Nutzung von hochschulinternen Synergien gefördert, gleichzeitig kann auch die Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Luzerner Sinfonieorchester, der städtischen Musikschule, dem Luzerner Theater, dem Lucerne Festival und der Kulturwerkstatt Südpol durch die räumliche Nähe in Luzern Süd intensiviert werden.
Weitere Informationen finden sich unter www.hslu.ch/neubau-musik

ewl und Seenergy lancieren Seewasser-Energieverbund

Der Stadtluzerner Energieversorger ewl und die Seenergy Horw bündeln ihr Wissen und Engagement in einem Seewasser-Energieverbund. Daher beteiligt sich energie wasser luzern (ewl) neu mit 70 Prozent am Aktienkapital der Seenergy Horw. Mit der neuen Zusammenarbeit wird auch der Name geändert auf Seenergy Luzern. Die Seenergy Luzern bündelt das Wissen und Engagement rund um die Seewassernutzung in LuzernSüd. Damit können Gebäude künftig mit einer ökologisch attraktiven Wärme- und Kühltechnologie bedient werden. Im Rahmen eines Vorprojekts werden nun in Abstimmung mit den Standortgemeinden der Erschliessungsperimeter und die Leitungsführung erarbeitet und Investitionskosten sowie Wirtschaftlichkeit geprüft.

Eichhof-West

Der Regierungsrat hat den Bebauungsplan Eichhof-West genehmigt und die Beschwerden abgelehnt. Auf dem Areal Eichhof-West an der Langsägestrasse in Kriens plant die Personalvorsorge des Kantons Zürich (BVK) ein Hochhaus von 53 Metern, mehrere Wohnhäuser, eine Hotelfachschule und Büros. Im September 2014 verabschiedete der Einwohnerrat Kriens den Bebauungsplan einstimmig. Eine Gruppe von Einsprechern, die oberhalb der geplanten Siedlung am Sonnenberghang Häuser besitzen, setzte sich zur Wehr und erhob Beschwerde. Diese richtet sich unter anderem gegen die Höhe der Häuser sowie die Verkehrs- und Lärmbelastung. Die Ablehnung der Beschwerde durch den Regierungsrat wird unter anderem damit begründet, dass sich der Bebauungsplan gut in die Umgebung eingliedere. Die Betroffenheit der Beschwerdeführer sei zu relativieren, da deren Aussicht nur durch das Hochhaus beeinträchtigt werde. Die Beschwerdeführer ziehen den Beschluss weiter vor Kantonsgericht. Der Baustart verzögert sich damit mindestens bis 2017.

Masterplan Campus HSLU

Aufgrund der steigenden Studierendenzahlen ist das Raumangebot an der Hochschule Luzern – Technik & Architektur in Horw knapp. Der Standort soll deshalb gestärkt und ausgebaut werden. Der Luzerner Regierungsrat hat die Dienststelle Immobilen deshalb beauftragt, einen Masterplan für die Erweiterungsbauten zu erstellen und das Nutzungspotential für den «Campus Horw» zu ermitteln. Um die verschiedenen Anspruchsgruppen in die Entwicklung des «Campus Horw» einzubeziehen, wurde 2015 ein Planungsverfahren in Form eines städtebaulichen Studienauftrags gestartet. Die Ergebnisse wurden dabei im Dialog mit den Planungsteams und einem Beurteilungsgremium mit Vertretern der Gemeinde Horw, der Hochschule Luzern, des Kantons Luzern, dem Gemeindeverband LuzernPlus sowie externen Fachexperten erarbeitet. Das Beurteilungsgremium schlug im November 2015 einstimmig das Team Bob Gysin und Partner AG Architekten aus Zürich, zusammen mit der Appert Zwahlen Partner AG, Landschaftsarchitekten aus Cham für die Ausarbeitung eines Masterplans vor. Der Masterplan soll im Frühling 2016 vorliegen.

Vertiefungsgebiet Horw Süd

Der Gemeinderat Horw diskutierte an einem Workshop im Januar 2016 die Themen und Rahmenbedingungen für das Vertiefungsgebiet südlich des Bahnhofs Horw bis zur Horwer Seebucht. Dieses soll 2016/17 bearbeitet werden. Ein Teilgebiet ist der Campus HSLU.

Planungsstudie rund um den Kreisel Mattenhof Kriens

Rund um den Kreisel Mattenhof entsteht in den nächsten Jahren ein städtisches Zentrum als Teil des neuen Stadtteils LuzernSüd. Erste Bauetappen der Areale Mattenhof I und Sternmatt sind bereits in Bau. Auf den Areal Mattenhof II läuft die Planung der Pilatus Arena. Über die Grundstücke Mattenhof II, Brändi, Autorama, GIA/Anliker, Küttel, Herzog, Axa Real Estate, Alfred Müller AG läuft eine Studie unter der Leitung von LuzernSüd. Als Zwischenresultat liegen „Spielregeln“ für die bauliche Dichte und die Erschliessung vor. Nun sind städtebauliche Richtlinien und Wettbewerbe für einzelne Areale geplant.

Pilatus Arena: Sport- und Eventarena für die Zentralschweiz, Leuchtturm für LuzernSüd

Auf den Areal Mattenhof II ist die Sport- und Eventarena „Pilatus Arena“ mit nationaler und internationaler Ausstrahlung geplant. Sie soll bis 2018/19 realisiert werden, über modernste Sport- und Eventinfrastruktur verfügen und Platz für 4000 Zuschauer bieten. Das Projekt wird breit vom Bund, dem Kanton Luzern, LuzernPlus und den K5-Gemeinden sowie von mehreren Sportverbänden und Grossveranstaltern aus der ganzen Schweiz unterstützt.
Über den Grundstück-Kaufvertrag für Pilatus Arena wird in der Stadt Luzern am 28. Februar 2016 abgestimmt.
Weitere Infos: www.pilatusarena.ch
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