Staubsaugen: Mann oder Frau?

Wieder einmal war es so weit:

Ich (männlich) war unter der Woche zu Hause und da sich in der ganzen Wohnung verteilt schon überall so eigenartige Staubknäuel bildeten, in der Küche Brosamen und allerlei undefinierbarer Dreck herumlag, überkam es mich:

Ich nahm unseren alterwürdigen Staubsauger in Betrieb.

Wichtig: Immer die gleiche Tour. Start im Schlafzimmer, auch unter dem Bett und vor allem in den Ecken, dort liegt der hartnäckigste Dreck. Dann via Gang ins Büro, zum Glück ist es schön klein und es steht auch gar nicht so viel herum.

Dann in die gemütliche Stube, die ist schon etwas grösser, aber immer noch überschaubar, ich staubsauge gründlich, aber immer bedächtig. Der angenehme Ton des Staubsaugers macht uns Männer entspannter, wir fühlen uns gut. Auch wenn noch die Küche und Bad anstehen.

Küche mit Plattenboden, dunkel, braucht schon etwas Zeit, vor allem, wenn Besuch da war. Als Höhepunkt am Schluss noch das Bad, auch Plattenboden, aber sehr hell, man sieht jedes Haar, vor allem lange dunkle Frauenhaare. Wenn man möchte, könnte man 2-3 mal am Tag das Bad staubsaugen. Es hat immer lange dunkle Frauenhaare da.

Aber wenn dann wenigstens für den Moment die ganze Wohnung vom Staub, Dreck und Haaren befreit ist, dann überkommt uns Männer ein Gefühl der absoluten Zufriedenheit und wir sind wieder bereit für neue Taten und Ideen.

Und unsere Frauen sind uns dafür sehr dankbar, dass wir sie wenigstens in dieser Sache im Haushalt etwas unterstützen. Ok, vielleicht ist es in Sachen Haushalt bei einigen Männern auch das Einizige, wo sie wirklich nützlich sind.

Natürlich staubsauge ich am liebsten dann, wenn ich selber auf die Idee komme. Doch wenn meine Frau das nächste Mal mir zuruft: "Hey Schatz, könntest du mir bitte noch schnell staubsaugen", dann werde ich es auch dann gerne wieder machen. Es ist wie eine Auszeit für mich. Das Geräusch des Staubsaugers, beruhigend für mich und auch eine Zeit, da die Frau nicht noch etwas anders erzählen kann. Ich kann sie dank dem Lärm des Saugers gar nicht hören. Also geniesse ich es. Nur ich, meine Gedanken und das angenehme Geräusch.

Das Schlimmste was einem Mann passieren kann, ist, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt und seine Frau ist selber am Staubsaugen. Das ist für uns Männer eine ganz schwierige Situation. Wenn sie es macht, wenn wir nicht daheim sind, dann macht es uns nichts, das können wir ertragen. Aber was wir nicht ertragen können, ist eine Frau, die in unserer Gegenwart staubsaugt. Der blanke Horror:

Päng, bum, bum, tätsch, "Hmmmm", päng, "Neiiii", tätsch, etc...

Unerträglich. Bevor eine Frau schon begonnen hat mit staubsaugen, will sie schon fertig sein. Nichts von Bedächtigkeit, Entspannung, Ruhe. Vielmehr Vollpower, Hast, manchmal auch Wut. Wahrscheinlich macht das Geräusch des Staubsaugers die Damenwelt aggressiv. Wir Männer sind dann um das ganze Mobiliar in der Wohnung in Sorge. Wieder ein Ecken ab am Lieblings-Side-Board, die Futter der Türrahmen haben schon fast keine Farbe mehr auf Staubsauger-Höhe. Und dann der Staubsauger selbst. Da wird am Schlauch gezerrt, bis dieser aus der Halterung rausfällt, wenns sein muss. Bei den Frauen macht der Staubsauger nie was sie wollen. Der Staubsauger macht mit ihnen was er will.

Ich bin froh, wenn wieder Ruhe einkehrt. Nicht das Geräusch des Staubsaugers, sondern dass meine Frau wieder zur Ruhe gekommen ist, nachdem der Sauger wieder in seinem Schrank ist.

Eines der schönsten Komplimente, das ein Mann von seiner Frau bekommen kann ist: "Du bist der bessere Staubsauger als ich..."
5 Kommentare
1.369
Roger Ramuz aus Luzern | 07.09.2014 | 17:38  
6
D. Ineichen aus Luzern | 07.09.2014 | 22:19  
1.369
Roger Ramuz aus Luzern | 08.09.2014 | 03:08  
12
Nathalie Kaiser aus Region Zürich | 10.04.2015 | 15:26  
7
Mick Kennge aus Reinach | 06.07.2015 | 15:55  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.