Wohin mit ausrangierten "Heiligen Texten"? - www.bibelwerken.ch

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Werden etablierte Bibelübersetzungen überarbeitet, hat dies eine Kehrseite: Schritt für Schritt werden Hunderte von Bibeln in Schulen, Bildungshäusern und Pfarreien ersetzt. Wohin nun aber mit den überholten Bibeln? Wie darf oder soll man sie entsorgen?


2016 ist nicht nur eine neue Lutherübersetzung auf den Markt gekommen, sondern auch die revidierte Einheitsübersetzung (EÜ 2016). Schritt für Schritt werden daher Hunderte von Bibeln in Schulklassen, Bildungshäusern und Pfarreien ersetzt. Doch wohin mit den alten Bibeln? Einfach ins Altpapier? Oder finden sich bessere Lösungen?
Das Religionspädagogische Institut der Universität Luzern (RPI) und die Bibelpastorale Arbeitsstelle (BPA) des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks in Zürich laden zu einem Projektwettbewerb ein. 1'000 CHF werden an die Gewinner*innen insgesamt ausbezahlt.

Transformieren statt ausrangieren
Religiöse Schriften  sind ein besonderes kulturelles Erbe. Über Generationen wurden sie sorgsam weitergegeben. Auch bei der Entsorgung haben sie entsprechende Sorgfalt verdient. Im jüdischen und islamischen Kontext gibt es Empfehlungen, wie sich z. B. eine beschädigte Tora-Rolle oder ein Koran, entsorgen lassen. Sie werden in einem abgeschlossenen Raum gelagert (Genisa), es gibt Buchbeerdigungen oder Wasser-Bestattungen, um die Tinte zu löschen. Für christliche Bibeln gibt es keine Leitlinie.
Obwohl es auf Papier fixiert ist, bleibt das biblische Wort für gläubige Menschen in Bewegung. Das Faszinierende an der biblischen Schriftensammlung bleibt die Vielstimmigkeit, die jeweils neu ins Leben übersetzt werden möchte. Warum also nicht auch die alten Bibelausgaben nochmals bewegen und sie als Material einem Transformationsprozess aussetzen? Vielleicht lässt sich mit Bibeln bauen. Vielleicht ist es möglich, aus dem Papier mit Kleistertechniken Gestalten der alten Geschichten neu erstehen zu lassen. Vielleicht lassen sich Evangeliumstexte in Pappmaché-Gebilde oder ganze Bibeln in bewegte Installationen verwandeln etc.

Aufgabenstellung
Einzelpersonen und Gruppen (Schulklassen, Firmgruppen, Pfarreien …) sind eingeladen, eine kreative Idee zu entwickeln, was sich mit ausrangierten Bibeln machen lässt. Als Wettbewerbsbeitrag dokumentieren sie die Umsetzung dieser Idee.
Teilnahmebedingungen
• Teilnehmen können alle Interessierten (Einzelpersonen oder Gruppen) mit Wohnsitz in der Schweiz, die mindestens über 12 ausrangierte Bibeln verfügen oder sich diese für das Wettbewerbsprojekt organisieren können. Nach oben ist die Anzahl der verwendeten Bibeln offen.
• Das Projektergebnis muss am Ende in visueller Form sichtbar sein: als Bild (z. B. Fotografie des entstandenen Objektes) oder als Film.
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Weiteres zum Wettbewerb auf www.bibelwerken.ch
Die Eingabe erfolgt bis spätestens am 14. Februar 2018 per E-Mail an: info@bibelwerken.ch (Betreff «Projekteingabe»).
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