5 Kilogramm indische Süssigkeiten fürs Handgepäck

Die Süssigkeiten beinhalten u.a. süsse und scharfe Bananenchips.
 
Im Hintergrund der Tempel.
Swiss-Indian Classroom:
Kolumne von Dagmar Blum **

5 Kilogramm indische Süssigkeiten fürs Handgepäck

Nach 10 aufregenden Tagen im sonnigen Indien ging es wieder heimwärts zu. Den letzten Tag bekamen wir frei, was eine Erleichterung war nach dem vollen Programm. Eigentlich wollte ich ausschlafen, doch bin schon um 8:00 am. aufgewacht. Meine Gastschwester war noch wegen einem Test in der Schule, danach sollte sie aber heimkommen, damit wir was zusammen unternehmen können.
Beim Frühstück kam jedoch dass Angebot auf, dass ich mit einer Kollegin von mir und derer Gastfamilie in einen nahgelegenen Hindu-Tempel gehen könnte. Nach einigem Überlegen habe ich zugestimmt. Ich habe ihnen aber gesagt, nur kurz in den Tempel und dann möchte ich wieder nach hause um die Zeit mit meiner indischen Familie zu verbringen. Doch da hatte ich die Rechnung ohne die "indian stretchable time" gemacht. Wir gingen 2 Stunden später als geplant los, und zuerst ging's noch nach Hause zu der anderen Familie, eine Kokosnuss zu trinken. Der Tempel war wunderschön und eindrücklich. Ich habe auch viel über die Götter erfahren. Erstmals habe ich auch heilige Kühe gesehen.
Nach dem Tempel war aber noch lange nicht Schluss. Wir besuchten einen Süssigkeitenladen am Strassenrand. Die Eltern haben alle Möglichen Süssigkeiten eingekauft. Reisbällchen, Frittiertes, salzige und süsse Bananenchips, und solche von denen ich nicht mal weiss aus was sie gemacht sind. Die Taschen haben sich mehr und mehr gefüllt, und ich dacht; Wow, sie essen aber viel Süsses. Mir und meiner Kollegin ist dann nach einiger Zeit aufgefallen, dass sie von allem zwei bestellt haben. Da wussten wir, dass die Sachen für uns waren! Und wir hatten jetzt schon keinen Platz mehr im Koffer... Doch sie waren nicht mehr zu stoppen. Am Schluss fragten sie so:"Und möchtet ihr noch irgendwas anderes von hier?" Wir:"Nein Danke, wir haben wirklich genug." Sie sahen fast enttäuscht aus, und haben noch drei Packets von so Snacks genommen. Diese Familie ist einfach über-gastfreundlich. Jeder bekam einen 5 Kg-Sack (nicht übertrieben, meine Gastschwester hat ihn nachher gewägt) in die Hand gedrückt, und los ging's, uns noch indische Kleider zu kaufen. Der Laden sah von aussen schon mal nicht billig aus. Die hätten mir am liebsten drei Kleider gekauft, wenn nicht mehr. Ich habe mich, schon mit schlechtem Gewissen, dass ich ihnen nichts bieten konnte, für ein Kleid entschieden. Dazu gabs natürlich noch, ohne mich zu fragen, die passenden Leggins dazu. Langsam rann mir wirklich die Zeit davon, und ich wollte zu meiner Gastfamilie zurück. Das haben wir dann auch noch geschafft, jedoch etwa 2 Stunden vor Verabschiedungs-Treffpunkt. Die verbleibende Zeit verbrachte ich damit, in einem Sari meiner Mutter mit Ohrringen, Schmuck, Bindi und Lidstrich vor einem indischen Bild zu posieren. Mein Vater hat mich abgelichtet, und meine Schwester hat mir Requisiten gebracht (eine Tonvase). Das ganze hat mir aber ziemlich Spass gemacht, und vor allem war ich mal mit der ganzen Familie zusammen. Und ehrlich gesagt, so leid es mir tut, von den Süssigkeiten musste ich die Hälfte bei meiner Gastfamilie zurücklassen, sonst wäre ich an der Flughafenkontrolle wohl wegen zu schweren Handgepäcks herausgenommen worden...


** Diese Kolumne ist im Rahmen des interkulturellen Austauschprojektes «Swiss-Indian Classroom» entstanden. 17 Schülerinnen und Schüler des der Kantonsschule Alpenquai Luzern (Ergänzungsfach Religionskunde und Ethik) besuchten während den Fasnachtsferien im südindischen Bundesstaat Kerala die Partnerschule «Christ Nagar Englisch Higher Secondary School» in Trivandrum. Dort arbeiteten sie zusammen mit 19 indischen Schüler/innen an einem gemeinsamen Projekt zur interkulturellen Kommunikation.
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