50 Jahre Kantonsschule Alpenquai Luzern: 1500 Schüler sind an der Uraufführung des Star-Komponisten David Lang aktiv beteiligt

Der bekannte US-amerikanische Komponist David Lang und der Dirigent Andrré de Ridder probten am Montag zusammen mit den Schülerinnen und Schülern in der Aula der Kantonsschule Alpenquai. (Fotos Benno Bühlmann)
 
David Lang zusammen mit Numa Bischof Ullmann (Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters) und Stefano Nicosanti, Prorektor der Kantonsschule Alpenquai. (Foto Benno Bühlmann)
Luzern: KKL Luzern |

Am 14. März und am 15. März 2018 findet im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums der Kantons-schule Alpenquai Luzern (KSA) ein Ereignis besonderer Art statt: In diesen beiden iden-tischen Jubiläumskonzerten gelangt im KKL Luzern ein neues Werk zur Uraufführung, das der US-amerikanische Star-Komponist David Lang und Pulitzer-Preis-Träger exklusiv für das Schuljubiläum komponiert hat.

bbü. Die letzten Vorbereitungen für das aussergewöhnliche musikalische Ereignis laufen auf Hochtouren: Am Montag, 12.3.18, fand in der Aula der Kantonsschule Alpenquai Luzern eine eindrückliche Begegnung mit dem international gefeierten US-amerikanischen Komponisten David Lang statt, der die Schülerinnen und Schüler in sein neues Werk einführte. Es ist das erste Mal, dass über 1500 Schülerinnen und Schüler den Entstehungsprozess einer sozialen Komposition hautnah miterleben konnten. In den vergangenen Wochen und Monaten wurden die Schüler/-innen der Kantonsschule Alpenquai Luzern bereits in vielfältigen Konzerteinführungen und Begegnungen mit dem Komponisten und mit Musikern des Luzerner Sinfonieorchesters auf diese Uraufführung eingestimmt. «Ein Konzert, in dem das Publikum zum Akteur wird, ist ein Experiment», betont KSA-Prorektor Stefan Graber, der zusammen mit Stefano Nicosanti die Gesamtkoordination des Projektes wahrnimmt: «Die Kanti Alpenquai wagt das Experiment im Bewusstsein, dass sich darin eine zentrale Aufgabe gymnasialer Bildung manifestiert: der offene, neugierig Umgang mit Ungewohntem, mit Neuem.»

Komponist David Lang – «a true world star»

«Es gibt für eine grosse Schule mit 1550 Schülerinnen und Schülern, 180 Lehrpersonen und 50 Verwaltungsmitarbeitenden wenige Möglichkeiten, sich in einem einzigen gemeinsamen Lernfeld zu bewegen und zu begegnen», erklärt Stefan Graber und weist auf die fruchtbare Zusammen-arbeit mit einer bedeutenden Kulturinstitution der Stadt Luzern hin: «Beide bringen Tradition und Innovation und Zeitgenossenschaft miteinander in ein kritisches und bereicherndes Gespräch. Das älteste Berufsorchester der Schweiz und die älteste Kantonsschule Luzerns passen in ihrem Kulturvermittlungsauftrag sehr gut zusammen.»
Auch Numa Bischof-Ullmann, Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters, freut sich, dass das Projekt realisiert werden konnte: «Ich bin stolz darauf, dass wir David Lang für das gemeinsame Projekt gewinnen konnten», denn dieser sei «a true world star» – ein wahrer Weltstar. Bereits bei der ersten Begegnung mit dem Komponisten, der im vergangenen September an der Kantons-schule Alpenquai zu Gast war, ist der berühmte «Funken» auf die Schulgemeinschaft übergesprun-gen. Und David Lang machte damals die vielversprechende Ankündigung: «The concerts in March will be a little Utopia where the world will be perfect for that small amount of time.» Diese Utopie werde – so Stefan Graber – über die Schönheit und Würde und über die Verbindlichkeit und Verantwortung der Komposition «zur Antithese der herrschenden Verhältnisse, zur herausfor-dernden ästhetischen Provokation mit einem heilenden Effekt».

Werk für Orchester und Publikum – «harmony and understanding»

David Lang, der unter anderem auch ein vergleichbares Projekt mit den Berliner Philharmonikern realisiert hat, schrieb zum Jubiläum «50 Jahre Kantonsschule am Alpenquai» exklusiv ein Werk für Orchester und Publikum. Die Komposition trägt den Titel «harmony and understanding for orchestra and audience». Konkret bedeutet dies: Im neuen Werk von David Lang sind Orchester und Publikum gleichwertige Partner. Das Publikum beginnt im ersten Abschnitt des Werks, der «wie im Wald» betitelt ist, mit dem Flüstern des Alphabets. Anschliessend beantwortet jede und jeder für sich mit «leiser und ruhiger Stimme» Fragen nach der frühesten Erinnerung, nach der glücklichsten Kindheitserinnerung und nach einem Erlebnis mit einem Menschen, der eine andere Sprache hat. Der letzte Abschnitt ist betitelt mit «wie über ein Feld laufen» und das Publikum wird zum Chor, der in Esperanto Wörter und verbale Wortketten zu «harmony and understanding» spricht. Darin sind grosse Gesten verdichtet: die Bedeutung von Stimme und Sprache für die menschliche Kultur, die Bedeutung von Individualität und Gesellschaft und die Bedeutung einer gemeinsamen Sprache. Die gemeinsame Sprache wird gezeigt durch die künstliche Weltsprache Esperanto, eine Sprache, die frei von nationalen Vorherrschaften ist und die mit der «Melancholie des Scheiterns» behaftet ist.
Die bevorstehende Uraufführung vom 14. und 15. März 2018 (jeweils um 19.30 Uhr), an der die ganze Schulgemeinschaft der KSA beteiligt ist, sei eine willkommene und besondere Möglichkeit für einen Bildungsanlass, meint Hans Hirschi, Rektor der Kantonsschule Alpenquai Luzern: «Das Innovative soll gesucht und auf den gymnasialen Bildungshintergrund befragt werden.» Die Verbindung der 8. Sinfonie von Antonín Dvořák und David Lang zeige, dass die KSA als Gymnasium gleichzeitig der Tradition und dem zeitgenössischem Kunstschaffen verpflichtet sei. Und Reto Wyss, Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern, doppelt nach: Die beiden Jubiläumskonzerte seien das «Resultat eines vorwärtsgewandten, klugen Credos», das die Kantonsschule Alpenquai Luzern auszeichne: «Neues entsteht nie im Alleingang. Es braucht eine Verschränkung von Kompetenzen. Es braucht Zusammenarbeit und Absprache.»
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