Blasorchester trifft auf Rockband im KKL Luzern

Roger Meier bei der Probenarbeit mit seinem Blasorchester
 
Momentaufnahme aus der Uraufführung im Jahre 2016 in Solothurn
Luzern: KKL Luzern |







Am 12. und 13. Mai 2018 werden das Blasorchester Feldmusik Neuenkirch, die Solothurner Rock-Band Irrwisch und ein Ad-hoc-Chor das Rock-Epos «Stone and a Rose» im KKL Luzern aufführen. Was erwartet das Publikum an den beiden Konzerten? Und wie kam es zu dieser ungewöhnlichen Zusammenarbeit?

Ein warmer Donnerstagabend Ende April in Neuenkirch. Wieder und wieder erklingt die Stelle aus dem Stück «Labyrinth» im ungewohnten 14/16el-Takt. «Wenn man einmal weiss wie es geht, ist es eigentlich ganz einfach» meint Dirigent Roger Meier zu seinen Musikern. «Labyrinth» ist Teil des Werkes «Stone and a Rose», welches das Blasorchester am 12. und 13. Mai 2018 zusammen mit den Solothurner Rock-Urgesteinen von Irrwisch zur Aufführung bringen wird. Roger Meier, der das Blasorchester Feldmusik Neuenkirch seit 2013 dirigiert, hat die musikalische Gesamtleitung des Projekts inne. Der Dirigent und Musikschullehrer wohnt in Kestenholz (Kanton Solothurn), wo auch die meisten Rocker von Irrwisch ursprünglich herstammen. Irrwisch-Drummer Josef Kissling ist sogar Meiers Nachbar. So entstand die Idee zu den gemeinsamen Konzerten sozusagen über den Gartenzaun.

Premiere mit Rockband



Für das Blasorchester Feldmusik Neuenkirch ist das Projekt Neuland: Zwar hat man schon etliche Erfolge an Wettbewerben feiern dürfen und bereits mehrere Grossprojekte mit Gesangssolisten und Chören aufgeführt (z.B. mehrere «Musical Nights» oder Carl Orffs Carmina Burana). Mit einer Rockband sind die Neuenkircher aber noch nie zusammen aufgetreten. Für die Herausforderung sorgen dabei aber weniger komplizierte Taktarten. Vielmehr sind es Dinge wie die wenigen gemeinsamen Proben mit der Band oder die richtige Abmischung, welche Meier derzeit noch Kopfzerbrechen bereiten.

Über 40 Jahre Bandgeschichte
Irrwisch ist die wohl dienstälteste Rockband der Schweiz: Die Solothurner begeistern seit über 40 Jahren das Publikum im In- und Ausland mit ihren vielschichtigen, melodiösen Songs, welche dem Progressive Rock zugeordnet werden können, manchmal aber auch ins Balladeske wechseln. Mehrere ihrer Alben schafften es in die Charts, und ihr Song "First Time" wurde für die SRF-Sendung "Die grössten Schweizer Hits" nominiert. Der Sound von Irrwisch eignet sich ausgezeichnet für die Verbindung mit klassischer Musik. Es erstaunt darum nicht, dass Irrwisch bereits einige Erfahrung im Zusammenspiel mit Formationen aus der klassischen Musik gesammelt hat.

Kontrastreiche Musik
«Stone and a Rose» ist ein episches Werk, welches die beiden Irrwisch-Bandleader Steff und Chris Bürgi (übrigens keine Brüder) in einem 10-jährigen Schaffensprozess eigens für die gemeinsame Aufführung mit einem Sinfonieorchester konzipiert haben. Im Herbst 2016 setzte Irrwisch diesen langgehegten Traum in Solothurn und Olten in die Tat um. Zusammen mit einem eigens dafür zusammengestellten Streichorchester wurde «Stone and a Rose» uraufgeführt und vom Publikum begeistert aufgenommen. Das Werk handelt von den Gegensätzen des Lebens, was bereits im Titel zum Ausdruck kommt: die Ewigkeit (Stein) steht der Vergänglichkeit (Rose) gegenüber, die Freude dem Leid, und über alles triumphiert am Schluss die Liebe. Diese Gegensätze werden auch von der Musik aufgegriffen, in der sich gegensätzliche Musikstile und verschiedene Klangkörper (Rockband, Blasorchester und Chor) gegenüberstehen und zum Schluss in einem bombastischen Finale vereinen. Kräftige Gitarrenriffs wechseln sich ab mit lyrischen Oboensoli, sinfonische Pianostellen mit schmetternden Fanfaren. Mal tönt es nach Rock, mal nach Barock.

Prominenter Arrangeur

Für die Umsetzung des Werkes von der Sinfonie- auf die Blasorchesterbesetzung haben sich die Rockband und das Blasorchester Unterstützung geholt: Das Arrangement besorgte niemand anders als der bekannte Berner Blasmusik-Komponist Mario Bürki («Der Brand von Bern», «La Corrida de Torros», «Hannibal» u.v.m.). Bürki mit seiner grossen Orchestrierungs-Erfahrung war dabei dafür besorgt, das weite Klangspektrum eines voll ausgebauten Blasorchesters zur Geltung zu bringen. Wie sehr ihm das gelungen ist, und wie ein 14/16el-Takt klingt, davon können Sie sich persönlich überzeugen: Am 12. und 13. Mai 2018 im Luzerner Saal des KKL Luzern.


Tickets sind unter https://www.kkl-luzern.ch/de/shop-tickets/performa... , unter der Telefonnummer 041 226 77 77 oder am Ticketschalter des KKL in Luzern erhältlich.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.