Gedenkfeier Sempach: Würdiges Gedenken und gelungenes Volksfest

 

Bei der diesjährigen Gedenkfeier Sempach standen die Gastgemeinde Sursee und ihre 600-jährige Zugehörigkeit zur Eidgenossenschaft im Zentrum. Nach der würdigen Festpredigt von Bischof Felix Gmür erinnerte Festredner Gerhard Pfister daran, wie wichtig der Erhalt von Frieden und Freiheit für künftige Generationen ist.

Am 27. und 28. Juni 2015 tauchte das Städtli Sempach wieder für ein Wochenende ins Mittelalter ein. Die Gedenkfeier zur Schlacht von 1386 und das farbenprächtige Mittelalterfest zogen erneut rund 6000 Besucherinnen und Besucher an. Die Feierlichkeiten verliefen ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Eine besondere Rolle kam in diesem Jahr der Gastgemeinde Sursee zu, welche 2015 ihre 600-jährige Zugehörigkeit zu Luzern und zur Eidgenossenschaft feiert und deshalb an der Gedenkfeier mit einer besonders grossen Delegation bestehend aus dem ganzen Stadtrat, rund 80 Schulkindern, vielen Gästen und der Zunft Heini von Uri vertreten war. Speziell für den Einzug in die Kirche liess die Gastgemeinde in Anlehnung an den Surseer Gansabhauet eine überlebensgrosse Gans anfertigen, welche – entgegen der Tradition – die Feier an einem Stück überstand und ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlte.

Eine würdige Feier: Morgenbrot und Jahrzeitfeier
Am Sonntagmorgen luden die Stadt Sempach und der Kanton Luzern die Bevölkerung zum traditionellen Morgenbrot. Der anschliessende feierliche Einzug vom Luzernertor durch das Städtli Sempach in die Kirche St. Stefan erfreute sich mit rund 500 Teilnehmenden auch in diesem Jahr grosser Beliebtheit. Die Jahrzeitfeier begann mit dem liturgischen Teil. Felix Gmür, Bischof von Basel, ging in seiner Predigt vom Thema Flucht aus. Er warb für den Mut zur Freiheit und um Verständnis für all jene, gerade auch Flüchtlinge, die mutig handeln, um in Freiheit zu leben.

Der Luzerner Regierungspräsident Reto Wyss setzte daraufhin in seinem Grusswort den Fokus auf die Stadt-Land-Thematik und wies auf die humanitären Aspekte von Kriegen hin: «Wir nehmen unsere Gedenktage ernst, wenn wir auch die menschlichen Schattenseiten aufarbeiten und wenn wir lernen, mit dem Stadt-Land-Graben umzugehen.» Der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister ging in seiner Festrede besonders auf unser historisches Privileg ein, dass die Schweiz seit über hundert Jahren in keinen Krieg mehr verwickelt war. Er leitete aus dieser Tatsache die folgende Verpflichtung ab: «Wir alle (…) haben dafür zu sorgen, dass Frieden, Freiheit und Wohlstand auch den kommenden Generationen ermöglicht werden.»

Nach dem gemeinsamen Singen des Sempacherlieds und des Schweizerpsalms zog die Festgemeinde von der Kirche zum Rathaus, wo die Stadt Sursee und der Kanton Luzern den Gästen einen Apéro offerierten. Die Auftaktszene des Theaterstücks «Heldä und Helgä» von Beppi Baggenstos war ein gelungener Abschluss des offiziellen Teils und ein passender Übergang zur Fortsetzung des Mittelalterfestes.

Ein fröhliches Fest: Mittelalterfest und Kinderparadies
Bereits am Samstagmorgen eröffnete das Mittelalterfest auf den Wiesen zwischen der alten Sempacher Stadtmauer und dem Sempachersee die Feierlichkeiten. Auf dem ganzen Gelände durchmischten sich mittelalterliche Angebote: Auf kleinen Bühnen wurde Musik und Theater gespielt, Zauberkunststücke und Gaukeleien gezeigt oder Geschichten und Sagen erzählt. Zudem konnte überall mittelalterliches Handwerk bewundert und gleich selber Hand angelegt werden. Besonders für Kinder gab es mit Kinderrittertournieren, Basteln und Zeichnen, Kinderschminken, Märchenerzählerinnen, Armbrust- und Bogenschiessen ein grosses Unterhaltungsangebot. In zahlreichen Showküchen wurden mittelalterliche Speisen zubereitet und zum Probieren angeboten.

Tradition und Moderne
Mit der jährlich stattfindenden Feier gedenkt der Kanton Luzern der Schlacht bei Sempach vom 9. Juli 1386, bei der die Eidgenossen ein Ritterheer der Habsburger unter Herzog Leopold III. besiegten und so einen wichtigen Grundstein für die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft und die Territorialbildung des Kantons Luzern legten. Heute wird an dieses Ereignis einerseits mit der traditionellen Jahrzeitfeier und andererseits mit einem auf Familien ausgerichteten Mittelalterfest erinnert. Eine gelungene Verbindung aus Tradition und Moderne.
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