Innerschweizer Kulturpreis 2016 geht an Obwaldner Künstlerin Judith Albert

(Foto: Thomas Burla)

Die Innerschweizer Kulturstiftung verleiht den Innerschweizer Kulturpreis 2016 an die in Alpnach aufgewachsene Künstlerin Judith Albert. Damit würdigt der Stiftungsrat eine vielseitige Kunstschaffende, die mit ihren kraftvollen und poetischen Werken zum Nachdenken anregt. Ihre Werke finden in der Zentralschweiz und weit darüber hinaus grosse Beachtung.


Der Stiftungsrat der Innerschweizer Kulturstiftung, bestehend aus den Bildungs- und Kulturdirektoren der Zentralschweizer Kantone, zeichnet Judith Albert (Jg. 1969) mit dem Innerschweizer Kulturpreis 2016 aus. Dieser ist mit 25'000 Franken dotiert.

Nach einer Berufslehre als Papeteristin studierte die Preisträgerin aus dem Kanton Obwalden an der Höheren Schule für Gestaltung und Kunst Zürich (ZHdK) Bildende Kunst. Zunächst waren ihre Werke in verschiedenen Ausstellungen in der Schweiz zu sehen. Im Jahr 2000 stellte Judith Albert im Centre Culturel Suisse in Paris aus und im Rahmen der BAC Barcelona Arte Contemporáneo in Barcelona. Noch im selben Jahr erhielt sie den Preis der Jury an der Innerschweizer Jahresausstellung in Luzern. Die darauffolgenden Jahre verbrachte die Künstlerin dank mehreren Atelierstipendien in Genua, Paris und London. Ihre Werke wurden im In- und Ausland in verschiedensten Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Auch in der Zentralschweiz fanden ihre Einzelausstellungen im Nidwaldner Museum (2005) und im Kunstmuseum Luzern (2010) grosse Beachtung. Im Jahr 2006 erhielt die Obwaldnerin den «Swiss Art Award« im Rahmen der «Art» in Basel.

Seit 2006 realisiert Judith Albert zusammen mit Gery Hofer verschiedene Kunst- und Bauprojekte. Grosse Resonanz fand beispielsweise die akustische Arbeit «SIGNALE» am Berufs- und Weiterbildungszentrum Obwalden, wo jedes Pausenzeichen ein Unikat ist. Die einzelnen Signale werden immer wieder aufs Neue von gesammelten Glockentönen aus der Region generiert. Darüber hinaus war die Künstlerin an Forschungsprojekten wie «Holyspace holyways» (2009-2011, HSLU) oder «Indirekte Erfahrungen» (2010-2012, ZHdK) beteiligt, deren Themenstellungen sich auch in ihrem Werk vertieft wiederfinden.

Spiritualität im sakralen Raum
Das persönlich geprägte und unverkennbare Werk von Judith Albert kann als Kreationen von Sinnbildern verstanden werden, die zu Einkehr und Nachdenken einladen. Der Atemlosigkeit unseres beschleunigten Zeitalters setzt sie in ihren kurzen Videowerken stillebenhaftes Verweilen, allmähliche oder kaum sichtbare Entwicklung oder Wiederholung entgegen. Neben dem bewegten Bild überzeugt sie mit anderen Ausdrucksmöglichkeiten wie Sprache, Fotografie und Kunst am Bau.

Der sakrale Raum spielt in zwei ihrer bekanntesten Werke eine zentrale Rolle. Einerseits hat Albert in der rund 100jährigen Kirche «Sacré-Coeur» in Montreux fünf grosse Kirchenfenster geschaffen, die moderne und historische Kunst in überzeugender Manier verbinden, andererseits gestaltete sie in Zusammenarbeit mit Gery Hofer und B+W Architekten 2012 den Chorraum der St. Urseren-Kathedrale in Solothurn mit dem Titel «L'ultima cena» neu.

Übergabefeier im September
Die feierliche Übergabe des Innerschweizer Kulturpreises 2016 an Judith Albert findet am Samstagvormittag, 10. September 2016, in Sarnen (OW) statt. Die Medien erhalten dazu eine separate Einladung.

- Ausführlicher Lebenslauf mit Werkverzeichnis von Judith Albert
- Preisträger des Innerschweizer Kulturpreises seit 2003
- Kurzporträt der Innerschweizer Kulturstiftung
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