Internationaler Museumstag mit einheimischen Künstlern im Schachmuseum

Der berühmte Kunstmaler Bruno Bussmann aus Sempach malte Bobby Fischer im Format 140 x 120 cm.
 
Der Krienser Künstler Christoph Stooss präsentiert seine Glasskulpturen aus anderer Sichtweise.
Das Schachmuseum an der Ringstrasse 25 in Kriens präsentiert sich erstmals beim Internationalen Museumstag vom 21. Mai mit einheimischen Künstlern und einer Auktion zu Gunsten des Schachmuseums. Für den Besuch des Museums muss man weder Schachspieler, noch Mitglied eines Schachklubs sein: es genügt, wenn man Interesse an Kunst und Kultur hat und diese auf ganz besondere Art und Weise erleben will. Das Programm fängt schon am Freitag ab 17:00 Uhr mit einem Künstlerapéro an.

Dass es die Schweizer und damit auch die Luzerner Museen, nicht einfach haben, beweisen zahlreiche und regelmässige Zeitungsberichte in Printmedien und Onlineportalen. Auch in der Stadt und beim Kanton Luzern herrschen gewaltige Differenzen, was die Betreibung und Unterstützung von Museen anbetrifft. Einige Museen werden deutlich bevorzugt, was einer Bevorteilung gleichkommt und damit gegen gültiges Recht verstösst. Warum sollen grosse Museen mehr Geld bekommen, als im Vergleich zu kleinen Museen? Das Schachmuseum erfüllt seine Aufgabe und Ziele ebenso wie jedes andere Museum in Luzern. Das Schachmuseum
existiert zwar erst seit vier Jahren und hat sich aber in dieser relativ kurzen Zeit einen Namen weit über die Landesgrenze hinausgemacht. So erschienen schon Artikel über das Museum, welches die Nachlässe von Grossmeister Viktor Kortschnoi und Hans Koblet verwaltet, in amerikanischen, deutschen und sogar russischen Schachmagazinen. Der Wettkampf zwischen Kortschnoi und Taimanov im November 2015 im Museum in Kriens widerspiegelte sich ebenfalls in diversen internationalen Schachzeitungen.

Ohne Unterstützungsgelder ist der Betrieb und der Unterhalt eines Museums nicht zu bewölltigen. Mit der Teilnahme am Internationalen Museumstag will das Schachmuseum zeigen, dass es zusammen mit einheimischen Künstlern eine interessante Ausstellung präsentieren kann. Im Programm steht am Freitag um 17 Uhr die Vernissage mit einem Künstlerapéro. Dabei ist das Grossgemälde des Schachgenies Bobby Fischer zu sehen, welches der Sempacher Kunstmaler Bruno Bussmann gemalt hat. Mit dem Luzerner Sigi Widmer ist ein weiterer Künstler vertreten, der national und international mit seinen Werken grossen Ruhm eingefahren hat. An diversen Schachanlässen und Ausstellungen im In- und Ausland wurden seine Werke bestaunt. So hat auch der legendäre Grossmeister Lothar Schmid aus Bamberg (besser bekannt als Besitzer des Karl May Verlages) einige Schachspieler aus dem Atelier von Sigi Widmer in seiner Sammlung.

Erfreulicher Weise ist beim Internationalen Museumstag zudem der Krienser Künstler Christoph Stooss mit seinen Glasskulpturen vertreten. Er gibt der Ausstellung mit seinen Objekten eine ganz andere Sichtweise. Aus Zürich präsentiert Tanja Zanetti mit "Schach im Spiegel der Kunst" ihre Werke von Mode bis zur Musik. Ihre vielfältige Darstellung von Schwarz und Weiss vervollständigt die Palette von Schach bis hin zu Kunst und Kultur. Zudem reist Rob Burgers aus dem Bündnerland mit speziellen Schachspielen nach Kriens. Er legt bei seiner Sammlung Wert darauf, möglichst kulturelle und alte Schachspiele zu ergattern. Das ist ihm zweifellos gelungen und so präsentiert er eine kleine Auswahl von aussergewöhnlichen Schachspielen an diesen Tagen.

Selbstverständlich kann an diesem Wochenende auch die Schachsammlung der Brüder Werner und Roland Rupp besichtigt werden. Auch dazu muss man nicht unbedingt Schachspieler sein, denn die Spiele aus Russland, China, Ägypten, Indien und Südamerika bedürfen keine Schachkenntnisse. Schach ist in diesen Ländern Kunst und Kultur und daher wurden auch spezifische Schachspiele zu diesem Thema geschaffen. Dazu kommen wertvolle Spiele aus Glas, Kristall (Swarovski), Porzellan, Alabaster, Marmor, Elfenbein, Leder, Metall und Holz. Mit rund 8000 Schachbüchern in über zehn Sprachen, Briefmarken aus über 140 Ländern und vielen andern Schachutensilien vermittelt der Rundgang viel Spannung und Wissenswerte über die Schachspieler, Schachklubs und Turniere aus aller Welt. Die kürzlich erhaltene Schachbibliothek von Professor Hans Koblet aus Burgdorf dürfte die grösste Privatsammlung der Schweiz sein. Am Sonntag um 14:00 Uhr findet eine Auktion zu Gunsten des Schachmuseums statt, wobei auch die Künstler mit ihren Objekten beitragen. Das Schachmuseum freut sich über viele Besucher. Für Gruppen, Schulklassen, Vereine und Schachinteressierte gibt es nach Voranmeldung spezielle Führungen durch die Museumsleitung.
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