Luzern als eine «Klötzchen-Baukasten-Welt»

DIE GEFRORENE STADT, 2006, 160 x 160 cm, Leinwand auf Keilrahmen
Der Künstler Matthias Zimmermann (*1981) gestaltet grossformatige Bilder auf Leinwand in welchen er seine Eindrücke der Umwelt zu Klötzchen-Baukästen von virtueller Anmutung abstrahiert.
In seinem 1,6 x 1,6 Meter grossen Gemälde «Die gefrorene Stadt» baut er Luzern zu einer visionären, futuristischen «Klötzchen-Baukasten-Welt» um: Der Bahnhof, davor ein Bus, die Hofkirche, die Verbrennungsanlage, ein Schiff, zahlreiche Häuser, Züge, Bergbahnen und das Hotel Gütsch bilden vereinzelte Elemente, die sich um die gebogene Seefläche reihen. Ein Energiequell der beidseitig als Abendrot abstrahlt kontrastiert die kühlen Farben dieser Bildkomposition. Dass diese Stadtansicht gewissermassen auch als eine zusammen geschachtelte Schweiz verstanden werden kann, zeigt sich in zahlreichen anderen zu entdeckenden Objekten, die etwa den Zytglogge-Turm von Bern oder Château de Chillon am Genfersee erkennen lassen. Während im unteren Bereich des Bildes sich eine weitgehend von technischem Fortschritt verschonte Berg-Natur erkennen lässt, technisiert sich diese Landschaft im oberen Teil zu einer Mega-City.
Mit dem in der Schweiz zunehmend zu beobachtenden Fortschritt der Bebauung einer unberührten Landschaft ist auch Luzern konfrontiert. War diese Stadt doch einst eine umfriedete Ansiedlung weniger Häuser am Vierwaldstättersee, so hat sich daraus ein stetig expandierender Ort entwickelt, dessen Erscheinungsbild zunehmend technologische Stadtzivilisation ausstrahlt und mit Fragen von Urbanisierung konfrontiert ist.

«Die gefrorene Stadt» wurde vom Dezember 2011 – Februar 2012 im Kunstmuseum Luzern ausgestellt. Werke von Matthias Zimmermann sind in der Galerie Müller (Luzern) zu sehen oder auf der Webseite des Künstlers: www.matthias-zimmermann.ch
1 Kommentar
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Ramona Geiger aus Luzern | 12.03.2014 | 12:32  
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