Neugestaltung Kreisel Kreuzstutz: Einweihung „Heinz“

Videos und Bilder der Einweihung
 
Einweihung
 
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Einweihung der neuen Kreiselfigur am Kreuzstutz im Luzerner BaBeL-Quartier am 10. September 2016 mit Manuela Jost, Baudirektorin Stadt Luzern, Guerino Riva, Präsident BaBeL, und Christoph Fischer, Künstler, sowie Heinz Gilli, Vertreter der Quartierkräfte und viele QuartierbewohnerInnen; Aldo Gugolz filmt für den SRF-Dokumentarfilm über die Baselstrasse.

Livebilder von der Einweihung am 10. September 2016, 13.30 Uhr

Der Kreisel Kreuzstutz an der Baselstrasse Luzern ist das Zentrum des BaBeL-Quartiers. Die Nachhaltige Entwicklung Basel- und Bernstrasse ist eng mit dem Kreisel Kreuzstutz verbunden: Hier kommen die Basel- und Bernstrasse zusammen und bilden den Mittelpunkt des Quartiers. Hier im Kreisel stand viele Jahre der BaBeL-Turm, ein Holzturm, der die multikulturelle Vielfalt des Quartiers widerspiegelte.

Jetzt steht ein neues Symbol für das BaBeL-Quartier im Kreisel. Der Luzerner Künstler Christoph Fischer gewann 2009 den Wettbewerb für das neue Objekt „Heinz“. Christoph Fischer hat sein Atelier seit 2001 direkt am Kreisel und beobachtet und dokumentiert seither das Geschehen am Kreisel. Die dreieinhalb Meter hohe Skulptur „Heinz“ wurde in einer bildhauerisch präzisen Umsetzung in Beton gegossen und am 10. September 2016 im Rahmen des BaBeL-Fests Riverside eingeweiht. Manuela Jost, Baudirektorin Stadt Luzern, Guerino Riva, Präsident BaBeL, und Christoph Fischer, Künstler, sowie Heinz Gilli, Vertreter der Quartierkräfte und viele QuartierbewohnerInnen sind beim feiererlichen Akt dabei; Aldo Gugolz filmt für den SRF-Dokumentarfilm über die Baselstrasse.

Die Skulptur „Heinz“ stiftet dem Ort Identität. Die Installation mitten in der Strasse – täglich fahren über 20'000 Autos um den Kreisel – ist weithin sichtbar und erzählt die Geschichte des Ortes als Arbeiter- und Migrantenquartier. Als Sympathieträger am Tor zur Stadt Luzern bekommt die Skulptur eine regionale Ausstrahlung und wirkt als integratives Symbol nach innen.

Das Projekt «Heinz»
Der Strassenwischer Heinz Gilli arbeitete Jahrzehnte lang rund um den Kreisel Kreuzstutz in der Stadt Luzern. Auch nach seiner Pensionierung kam er hierher, um dem Verkehr zuzuschauen und den Chauffeuren zuzuwinken. Nun kommt er als Gross-Skulptur auf den Kreisel zu stehen, in einer bildhauerisch präzisen Umsetzung, gegossen in Beton. Nach dreijähriger Bauzeit ist das ausgearbeitete Gipsmodell in der Zielgrösse von 3.5 Meter fertiggestellt. Seit dem Einzug von Christoph Fischer 2001 ins Atelier am Kreisel Kreuzstutz betrachtet er den Aussenraum präzise und hält zeichnerisch, fotografisch und per Video fest, was ihn bewegt. Im Laufe der Zeit hat er ein besonderes Gespür für diesen Ort entwickelt. Die Skulptur-Arbeit ist aus seiner vielschichtigen Langzeitbeobachtung heraus entstanden.

Christoph Fischer: „Als Vorbild für die Skulptur wählte ich Heinz Gilli, den pensionierten Strassenwischer des Quartiers. Täglich kam Heinz zum Kreisel und schaute dem Verkehr und dem Geschehen zu. Eigentlich genau so, wie ich es von meinem Fenster aus auch mache. Er entdeckte wie ich das Schöne an diesem «Unort», fand eine Heimat an dieser rastlosen Ecke von Luzern. So kamen wir uns über die Jahre auch persönlich näher. 2014 musste Heinz nach einem langen Spitalaufenthalt ins Altersheim Eichhof übersiedeln. Heinz sitzt jetzt im Rollstuhl, seine Gesundheit verschlechterte sich in den letzten Jahren zusehends, und mir liegt viel daran, dass er die Einweihung der Skulptur noch miterleben kann.“

Unterstützung durch die Stadt Luzern und zahlreiche weitere Institutionen
Das Projekt wird seitens der Stadt Luzern mit einem Beitrag von Fr. 40‘000 und von der katholischen Kirche mit Fr. 13‘000 unterstützt. Alle Beteiligten besonders auch auf Seiten der Stadt Luzern haben sich klar zu Ihrem Werk ‹Heinz› bekannt. Insbesondere hat auch die Kommission Bildende Kunst das Projekt inhaltlich und in Bezug auf den Ort positiv zur Kenntnis genommen und die Arbeit als unbestritten ernsthaft und sehr professionell gewürdigt. Zahlreiche weitere Institutionen haben Beiträge an das Projekt geleistet.

Bezug zu bisherigen Kunst-Projekten
2008 erschien in der Edition Patrick Frey Christoph Fischers vielbeachtetes Buch «Teufelskreisel Kreuzstutz» mit gezeichneten Ereignissen von diesem Ort. Inhaltlich ist die Skulptur eine Weiterführung dieser dokumentarischen Erkundung mittels Skizzen, Zeichnungen und Video. Berichte über das Projekt erschienen u.a. auf SRF Kulturplatz, in der Neuen Luzerner Zeitung, der Zentralschweiz am Sonntag, der SonntagsZeitung, im Kulturmagazin 041, im Bund, auf SRF3, in der WOZ, in «Die Zeit» (Schweiz), in der NZZ am Sonntag und im Hochparterre.

Gestalterische Überlegungen
Etwas ratlos und trotzdem standfest steht Heinz in statischer Haltung auf dem Kreisel. Mit seinen 3.5 Meter Höhe ist er exakt so gross wie die bereits bestehende Christus-Statue am Kreuz, am Hang oberhalb des Kreisels. Leicht dezentral wird Heinz vom Verkehr umrundet. Die Figur ist aus rohem Beton gegossen. In seinen Händen und am Boden sind blaue Holzlatten, erkennbar als massstäblich vergrösserte Bestandteile einer Sitzbank, in gleicher Ausführung wie die an den angrenzenden Bushaltestellen. Die annähernd gekreuzten Latten weisen in verschiedene Richtungen und unterstreichen die Funktion des Kreisels als Knotenpunkt und Verkehrskreuzung. Auch durch diese Holzlatten gibt es einen formalen Bezug zum Wegkreuz oberhalb der Skulptur. Heinz schaut in Richtung Littau, das inzwischen ein Teil der Stadt Luzern ist.

Die Skulptur «Heinz» ruft in Erinnerung, dass es in diesem vom Verkehr durchströmten Quartier Menschen gibt, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Er steht stellvertretend für den «kleinen Mann», den einfachen Arbeiter, der sein Leben lang seinen Dienst im öffentlichen Raum getan hat. Die Beschaffenheit der Figur Heinz erinnert an eine klassische, realistische Skulptur, wird aber durch die nicht idealisierte Haltung und Körperform gebrochen. Es ist der Körper eines einfachen Strassenarbeiters am Ende seiner beruflichen Tätigkeit, die Referenz an einen stillen Betrachter, der am Kreisel dem Geschehen der Welt zuschaute. Gut eingebettet ins Stadtbild wirkt Skulptur die Skulptur identitätsstiftend.

Täglich passieren gegen 25‘000 Autos, Busse, Lastwagen usw. den Kreisverkehr. Gesehen wird die Skulptur von den Quartierbewohnern und den Verkehrsteilnehmern. Sie ist allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt Luzern frei zugänglich – als dauerhafte Installation. Sie ist auch vom Zug aus sichtbar (600 Zugsbewegungen pro Tag). Durch die Lage an der Hauptachse hat sie eine regionale Ausstrahlung.

Der Stadtraum am Kreuzstutz wird dominiert vom Verkehr, der Fahrbahn, den Lärmschutzwänden, der Hangbefestigung und den Werbeflächen. Die Menschenfigur stellt sich diesen zweckgebundenen Bauten entgegen. Eine Randfigur aus dem Quartier wird in den Mittelpunkt des Geschehens gestellt.

Es bleiben Fragen offen: Wer ist das? Wieso steht gerade er dort? Wartet er? Hält er inne? Schaut er zu? Was hält er in den Händen? Alle diese Fragen regen zum Nachdenken an und lassen Raum für Interpretationen. Gleichzeitig nimmt man einen Ort, den man schon tausend Mal passiert hat, dadurch plötzlich anders wahr – oder vielleicht zum 1. Mal als «Ort» wahr.

Nachhaltigkeit und mediales Echo
Die Statue wird zu einem Erinnerungspunkt und zum Sympathieträger am Eingang zur Stadt Luzern und prägt das Ortsbild im BaBeL-Quartier langfristig. Die festliche Einweihung und Übergabe im Rahmen des Quarteifests Riverside setzt den Anfangspunkt dazu. Im Januar 2017 ist eine Rahmenausstellung mit Objekten aus der Herstellung in der Kunsthalle Luzern geplant, ev. mit einer Publikation zum Entstehungsprozess.

Die Geschichte von "Heinz" wird in diesem Jahr in einem Film erzählt (Kino-und SRF-Dokumentarfilm von Aldo Gugolz über die Baselstrasse). Für die internationale Zeitschrift «Reportagen» wird ein Erfahrungsbericht des künstlerischen Prozesses abgedruckt, geschrieben in Zusammenarbeit NZZ-Folio Redaktor Florian Leu. In der NLZ, NZZ, dem Kulturmagazin 041 und weiteren Printmedien sind ebenfalls Berichte bereits erschienen bzw. vorgesehen.


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