Richard Koechli & Blue Roots Company – «Parcours»

  Luzern: Hotel Schweizerhof | Während das europäische Gitarren-Fachmagazin AKUSTIK GITARRE vom «bluesigsten Schweizer aller Zeiten» schwärmt, kennen im eigenen Land vor allem Insider seinen Namen. Richard Koechli hat keine Energie in Mythen oder Skandale investiert – für ihn zählt nur die Musik. Und die kennen viele, ohne es zu wissen: Mit seiner Slide-Gitarre veredelte Koechli den Erfolgsfilm «Der Goalie bin ig», etliche Songs von Schweizer Grössen wie Blues Max, Polo Hofer, Lilly Martin oder Reto Burrell – und stand auch einige Male im Preisregen (Swiss Blues Award, Schweizer Filmpreis/Beste Filmmusik, Prix Walo-Nominierung, Deutscher Musikeditionspreis). Das alles lässt Virtuoses vermuten. Doch «hier liegt der Irrtum», meint der 56-jährige Luzerner Gitarrist, Singer/Songwriter und Buchautor. Irrtum ...?

Mit dem neuen Album «Parcours», seiner bisher achten eigenen Platte, löst Koechli das Rätsel: «Virtuosität ist kein Thema. Musik soll einfach nur das auf den Tisch legen, was zählt; Leidenschaft, Tiefe, Verletzlichkeit. Es gibt Heerscharen von Gitarristen, die mir um die Ohren spielen. Ich suche jeweils nur diesen einen Ton; ich will ihn so spielen, als wär's der letzte in meinem Leben – aber auch so, als hätte er nur eine einzige Aufgabe: dem Song zu dienen.» Bedeutungsschwangere Worte, doch die 16 Songs auf dem Album zeigen eindrücklich, dass es keine leeren sind. 80 Minuten bluesgeprägte Rootsmusik, die unter die Haut zielt! Zur Leidenschaft ist längst auch Reife hinzugekommen – und eine erstaunliche stilistische Breite. Neben Blues enthält die Platte auch Spuren von Soul, Pop, Jazz, Folk, Country und Rock. Doch eine verführerische Balance von rhythmischen Kontrasten, Melodienverliebtheit und entspannter Zurückhaltung hält alles zusammen – in einer Weise, die an Laidback-Master wie J.J. Cale oder Mark Knopfler erinnert. Und natürlich eine eigene Stimme, die irgendwo zwischen intimem Folkgesang und souliger Blues-Röhre ihre Heimat gefunden hat.

Mit dieser Stimme erzählt Richard Koechli über das Leben – unspektakulär authentisch. «Die meisten Songs sind Ausdruck einer gewissen Dankbarkeit; dem Schicksal gegenüber, den Menschen und Wesen, die mich auf meinem Parcours begleiten.» Auch bei der Sprache herrscht Vielfalt: Koechli singt nicht nur englisch, sondern bei Gelegenheit auch schweizerdeutsch (zum Beispiel wenn er in der tiefschürfenden Jazz-Ballade «Of em gliche Grond schtah» über die Verwurzelung mit Vater und Mutter sinniert) oder französisch, wenn er Liebe und Treue zelebriert. Die Liebe war es, die ihn vor 25 Jahren nach Frankreich führte, wo er seither die Hälfte der Zeit mit seiner Frau Evelyne zusammen verbringt (ihre Stimme ist ebenfalls auf dem Album zu hören). Dort schreibt er auch seine Gitarren-Fachbücher und Blues-Romane, die sich in Deutschland bisher mehr als 50'000 Mal verkauften. Wenn Koechli in der Schweiz weilt, steht er auf irgend einer Bühne. Zusammen mit seiner traumhaft eingespielten Band «Blue Roots Company» zeigte er bei allen grossen heimischen Bluesfestivals seine Live-Kunst. «Auf der Bühne lernst du alles, was es braucht: Mut, Bescheidenheit, Feuer – die richtige Dosierung.»

Diese Alchemie, gepaart mit grosser aufnahmetechnischer Sorgfalt (gemastert wurde die Platte von Philipp Fankhausers Bandleader Marco Jencarelli) macht aus dem Album eine Perle für Blues- und Rootsmusik-Liebhaber. Zeitlos intensiv, melodiös – und deshalb auch für Freunde erdiger Popmusik ein Hochgenuss.


Anlässlich der „Spring Blues Night“ im Hotel Schweizerhof Luzern am 29. März wird das neue Album „Parcours“ präsentiert! Ebenfalls dabei: „aBlueser“ und „Cattlefood“ aus Luzern. Der Abend verspricht Blues vom Feinsten - nicht verpassen!

Tickets gibt’s unter www.ticketcorner.ch oder an der Abendkasse (Fr. 45.00). Türöffnung ist ab 19:00 Uhr – das erste Konzert beginnt um 20:00 Uhr.
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