Aufwind für den Steinkauz

Der Steinkauz gehört zur Familie der Eulen und gilt als Sinnbild der Weisheit. (Foto: Kaz, Pixabay.com)

Er ist klein, hat ein Gewicht von zwei Schokoladentafeln, aber eine Flügelspannweite von einem halben Meter und ist wieder öfters in der Schweiz anzutreffen: Der Steinkauz.


Der Steinkauz gehört zur Gruppe der Ohreulen und Käuze. Sie leben vorwiegend in Bäumen, Gebäuden oder Höhlen und ernähren sich von Grossinsekten, Kleinsäugern (v.a. Mäusen), Würmern oder Reptilien. Den vor allem nachtaktiven Steinkauz erkennt man am breiten Kopf, den schwefelgelben Augen und dem braunen, weiss gesprenkelten Federkleid. Sein Verbreitungsgebiet umfasst Mittel-, Süd- und Osteuropa. Er bevorzugt dabei eine offene Kulturlandschaft mit Hochstammbäumen, vielfältigen Wiesen und Weideland. Dabei hält er sich in der Regel in Höhenlagen unterhalb von 600 Metern ü.M. auf, da in höheren Lagen die Nahrungssuche im Winter problematisch wird. Steinkäuze bleiben ganzjährig in ihrem Revier (Standvogel).

Lebensraum Schweiz
Während in den 1950er-Jahren noch ein solider Bestand von Steinkäuzen existierte (über tausend Paare), schrumpfte dieser in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf knapp 50-60 Reviere zusammen. Der Verlust von Hochstamm-Obstgärten, der Einsatz von Düngemitteln, die intensivere landwirtschaftliche Bewirtschaftung sowie die Renovation von alten Gebäuden schränkten den Lebensraum und das Nahrungsangebot der Kleineule immer weiter ein. Die Erklärung des Steinkauzes zur gefährdeten Art und die daraufhin initiierten Schutzprojekte halfen, die Population wieder zu vergrössern. BirdLife und Partner notierten dieses Jahr 152 Reviere – dies dank den Schutzmassnahmen, aber auch dem heissen Sommer 2015, welcher gut für die Brutaufzucht war. Gemäss dem BAFU gehört der Steinkauz zwar noch zu den gefährdeten Arten, ist aber nicht mehr akut vom Aussterben bedroht. Die meisten Reviere finden sich im Kanton Genf, im Tessin, im Berner Seeland sowie im Baselbiet.

Natürliche Feinde
Greifvögel wie der Habicht, der Rotmilan, der Wanderfalke oder der Mäusebussard gehören zu natürlichen Feinden des Steinkauzes. Elstern und Dohlen fressen die Eier der kleinen Eule. Ausserdem sind sie durch streunende Katzen und Marder gefährdet. Aufgrund seiner Kletterfähigkeit ist der Steinmarder eine Bedrohung für die Brut wie auch für die erwachsenen Tiere.
Zusätzlich hat das Wetter einen Einfluss auf den Bestand. So kann andauernder Regen vor der Eiablage zur verminderten Nahrungsaufnahme des Weibchens und zu ihrer Schwächung führen. Lang anhaltende Regenperioden führen bei den Jungvögeln zu einer erhöhten Sterblichkeit. Ein milder Winter hingegen fördert die Überlebenschancen der Jungtiere.

Zum Schutz des Steinkauzes können spezielle Nistkästen angebracht werden, die vor Marderangriffen schützen. Diese sollten nur in Absprache mit regionalen Vogelschutzorganisationen oder BirdLife Schweiz montiert werden.
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