Erweiterter Ameisenlehrpfad im Äschwald in Ufhusen

Arbeiterinnen bessern das Nest mit Harzklümpchen aus (Foto: Christian Bernasconi)

Der Ameisenlehrpfad im Äschwald in Ufhusen wurde mit neuen Informations- und Bildertafeln erweitert. Darauf erfahren interessierte Besucherinnen und Besucher viel Wissenswertes über den Wald und warum es sich lohnt, Waldameisen und ihre Hügel zu schonen und zu erhalten.


Im Äschwald in der Gemeinde Ufhusen trifft man auf zahlreiche Ameisenhaufen. Laut Martin Filli, Initiant des Ameisenlehrpfades und Revierförster der Waldregion Mittelland, ist dies ungewöhnlich auf einer Meereshöhe von nur 650 m.ü.M und einzigartig im Kanton Luzern. Normalerweise findet man die Waldameisen in höheren Lagen. Weil das Gebiet während der letzten Eiszeit nicht vergletschert war und vom Regen über die Jahrtausende ausgewaschen wurde, ist der Boden saurer und der Wald reich an Nadelholz. Dies sind ideale Voraussetzungen für die Waldameise, die ihre Ameisenhaufen vorwiegend aus Fichten- und Tannennadeln baut. Wegen seiner Bedeutung für die Waldameisen wurde der Äschwald im Rahmen der Waldentwicklungsplanung als Naturvorrangwald ausgeschieden.

Ameisenstaat – nichts für Einzelgänger
Ameisen sind als Einzeltiere nicht überlebensfähig, sondern bilden Staaten. Der Ameisenlehrpfad im Äschwald erklärt, welche Aufgaben – von der Königin über die Arbeiterin bis zum Ameisenmännchen – jedes einzelne Tier im Staat übernimmt. Weiter erfahren die Besucherinnen und Besucher wie ein Ameisenhaufen aufgebaut und mit seiner Umwelt vernetzt ist. Am 11. Juni 2015 wurde der Lehrpfad mit mit neuen Informations- und Bildertafeln erweitert.

Fressen und gefressen werden
Die Waldameisen haben vielfältige Aufgaben. Sie reichen von der Rolle als Gesundheitspolizei des Waldes bis hin zur Funktion als Nahrungsquelle für insektenfressende Vögel wie z.B. Schwarz-, Grün- und Buntspecht. Bei Gefahr verteidigen sich die Waldameisen mit Säure, die sie bis zu einem halben Meter weit spritzen können. Fressfeinden gegenüber ist dies ein äusserst wirksames Mittel. Doch Menschen gegenüber, welche die Nestkuppe aus Neugier oder Unkenntnis beschädigen, sind die Tiere schutzlos ausgeliefert. Die Zerstörung der Nestkuppe kann für den Waldameisenstaat verheerende Folgen haben.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.