Am 23. September: Ja zu nachhaltiger Ernährung

Luzern: Stadthaus |

Der Gegenvorschlag zur Volksinitiative «Nachhaltige und faire Ernährung» ermöglicht, dass die Stadt Luzern die Bevölkerung sachlich über graue Energie und nachhaltige Ernährung informieren und fürs Thema sensibilisieren kann. Parteien, Verbände und Unternehmen aus der Gastronomie empfehlen allen Luzernerinnen und Luzerner ein Ja zur Vorlage.

Warum Ja stimmen?

  • Think global, act local: Unser Konsumverhalten hier in Luzern hat einen Einfluss auf die Welt, ob uns das passt oder nicht. Insbesondere beim Essen: 33 Prozent der durch Menschen verursachten Umweltbelastung in der Schweiz ist auf unsere Ernährung zurückzuführen. Wir als Gesellschaft sind darum in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen.
  • Dieser Gegenvorschlag ist gleichzeitig aktive (Gast-)Wirtschaftsförderung für unsere Region. Was hilft der Landwirtschaft und dem Gewerbe des Kantons mehr, als wenn wir, die hier wohnen, ihre Produkte kaufen und konsumieren? So bleibt die Wertschöpfung in der Region und die Umwelt freut’s. Gastronomen, Bauern, Handwerker: Alle würden bei einem Ja profitieren.
  • Wer besser informiert ist, trifft bessere Entscheidungen. Der Gegenvorschlag möchte deshalb, dass die Stadt Luzern die Bevölkerung für nachhaltige Ernährung sensibilisiert und sie sachlich über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima und die Umwelt informiert.
  • Eine nachhaltige Ernährung ist oftmals frischer und gesünder. Es braucht aber keine Moralpredigten, sondern eine aufgeklärte Informationspolitik von unabhängiger, demokratisch legitimierter Seite. So können Bevölkerung und Gastronomie besser für sich entscheiden, wie und was sie konsumieren bzw. anbieten möchten.

Was will der Gegenvorschlag?

Mit dem Gegenvorschlag sollen uns die Behörden mittels Informationsaufbereitung und Aufklärungskampagnen über graue Energie und nachhaltige Ernährung in Kenntnis setzen dürfen (bspw. Plakate, Broschüren im öko-forum, Artikel im Stadtmagazin usw.). Das ist alles, was der Gegenvorschlag beinhaltet. Der geplante Reglementszusatz im Wortlaut:

Art. 5b Nachhaltige Ernährung
Die Stadt setzt sich im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Förderung der nachhaltigen Ernährung und die Information über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima und die Umwelt ein.

Art. 5c Graue Energie
Die Stadt Luzern leistet im Rahmen ihrer Zuständigkeiten einen Beitrag zur Reduktion des mit der Ernährung sowie mit dem Konsum von weiteren Gütern und Dienstleistungen verbundenen Energie- und Ressourcenverbrauchs (graue Energie), insbesondere über die Bautätigkeit, das Beschaffungswesen und durch Information und Kommunikation.

Was ist graue Energie?

Graue Energie bezeichnet diejenige Energiemenge, welche beispielsweise für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produkts oder für das Erbringen einer Dienstleistung aufgewendet wird und in unserer Wahrnehmung oft vergessen geht. Nicht nur bei unserem Konsumverhalten liesse sich graue Energie reduzieren, sondern auch in der Bauwirtschaft oder beim Beschaffungswesen. Diese Bereiche werden darum im Gegenvorschlag explizit erwähnt.

Warum engagieren sich Luzerner Gastronomen und Unternehmer ebenso dafür?

Wer unternehmerisch handelt, trägt Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt. Die Köpfe unserer Kampagne wissen das und möchten neben der Bevölkerung ihre Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen.
Wer seine Beschaffungen (z. B. Lebensmittel oder den Einbau einer Ladeneinrichtung) in der regionalen Wirtschaft tätigt, generiert Wertschöpfung für die hiesige Bevölkerung. Mit der Verwendung saisonaler Zutaten von lokalen Produzenten übernehmen Gastronomen Verantwortung für die Umwelt und leisten einen Beitrag zur Verminderung von grauer Energie. Davon profitiert das Klima und mit ihm wir alle.

Was bisher geschah

Die städtische Volksinitiative «Nachhaltige und faire Ernährung» des Vereins Sentience Politics wollte mit einem zusätzlichen Artikel im Energie- und Klimareglement unter anderem dafür sorgen, dass die Behörden (und mit ihnen EWL, VBL usw.) in ihren Gastrobetrieben täglich mindestens ein veganes Menü anbieten müssten. Stadtrat und Parlament ging dies zu weit, sie ebneten aber einem Gegenvorschlag den Weg, der den Fokus weg von der Ernährung im Speziellen hin zu «grauer Energie» im Allgemeinen legt. In der Folge hat das Initiativkomitee seine Initiative zugunsten dieses Vorschlags zurückgezogen. Gegen den Gegenvorschlag wurde wiederum erfolgreich das Referendum ergriffen, weshalb es am 23. September zu einer Volksabstimmung kommt.

Mehr Infos

www.nachhaltige-ernaehrung.ch
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