Die Stadt Luzern lebt – auch ohne Parking Musegg

Ein Gegenvorschlag zur Parking-Musegg-Initiative, eine Petition und fünf parlamentarische Vorstösse: das ist «Luzern lebt».
Luzern: Schwanenplatz |

Parlamentarier von Grünen, GLP und SP fordern unter dem Titel «Luzern lebt» eine Stadt mit lebendigem öffentlichen Raum und zukunftsorientierter Mobilität. Um dies zu erreichen, braucht es kein Parkhaus unter der Museggmauer. Unterschreiben Sie jetzt die entsprechende Petition.

Die Fraktionen der Grünen/Jungen Grünen, GLP und SP/JUSO des Grossen Stadtrats teilen im Grundsatz die Forderung nach Aufwertung des öffentlichen Raumes der Stadt Luzern, welche die kürzlich eingereichte Initiative «Kein Diskussionsverbot – Parkhaus Musegg vors Volk!» vorsieht. Bei der Volksabstimmung 2018 würde es aber darauf hinauslaufen, dass diese Aufwertung nur in Kombination mit einem Parkhaus im Musegghügel erlangt werden könnte – oder eben gar nicht. Dies wäre aus Sicht der drei Parteien bedauerlich. Sie möchten darum einen Gegenvorschlag erwirken und haben dazu eine entsprechende Motion eingereicht.

Initiative fordert ohne vorherige Problemanalyse ein Parking Musegg

Diverse Gründe sprechen nämlich gegen den Bau weiterer Parkflächen in dieser Grössenordnung auf Stadtgebiet. Ausserdem fokussiert die Initiative bereits auf eine Lösung (Parking Musegg), ohne vorgängig eine gründliche Problemanalyse sowie alternative Lösungsansätze in Erwägung zu ziehen. Die Motion sieht vor, dass der Bevölkerung mit der Abstimmung über die Initiative ein Gegenvorschlag unterbreitet wird, welcher eine Aufwertung zur Steigerung der Aufenthaltsqualität vorsieht, sowie der Erreichbarkeit Rechnung trägt. Die Bevölkerung kann damit entscheiden, ob eine Aufwertung vom Bau des Parkhaus Musegg abhängig gemacht werden soll.

Bevölkerung kann sich dieser Forderung anschliessen

Begleitet wird diese Forderung von einer Petition, welche während des Sommers von allen Menschen in der Region unterschrieben werden kann, die sich mit unserer verkehrspolitischen Vision identifizieren können. Sie ist unter www.luzern-lebt.ch online und lautet:

Wir fordern vom Stadtrat:
- Öffentliche Räume der Stadt Luzern sollen in ihrer Aufenthaltsqualität verbessert werden, insbesondere Löwenplatz, Kasernenplatz und Franziskanerplatz/Innenhof Regierungsgebäude.
- Fürs kurzzeitige Parkieren von Gewerbefahrzeugen (z.B. Güterumschlag) sollen in der Innenstadt weiterhin genügend Oberflächenparkplätze zur Verfügung stehen. Dauerparkierer sollen dafür vermehrt in bestehende Parkieranlagen wie Parkhäuser oder Einstellhallen untergebracht werden.
- Touristencars sollen die wichtigsten Ziele im Zentrum weiterhin anfahren können. Für deren Parkierung während des Aufenthalts sollen aber vermehrt Optionen ausserhalb der Innenstadt zum Zug kommen.
- Die Weiterverfolgung eines Parking unter der Museggmauer soll Privaten überlassen werden und seitens Behörden nicht mehr unter Einbezug von Steuergeldern unterstützt werden.

Fünf parlamentarische Vorstösse

Unter «Luzern lebt» reichen die Fraktionen von SP/JUSO, Grüne/Junge Grüne und GLP zusätzlich fünf Vorstösse ein, die ihre gemeinsame Vision zur stadtentwicklerischen und insbesondere verkehrspolitischen Zukunft der Stadt Luzern mit konkreten Vorschlägen weiterführen. Wir fordern:

- Analyse des Verbesserungspotentials der Aufenthaltsqualität in öffentlichen Räumen wie Kasernenplatz, Franziskanerplatz/Innenhof Regierungsgebäude und Löwenplatz - «Public space – public life» (Motion)
- Ideen für ein neues ÖV-Projekt zu prüfen (Postulat)
- Eine Machbarkeitsstudie für ein Start-up-Reusstal unter dem Lehnen-Viadukt (Postulat)
- Eine Überdachung der Geleise der Zugseinfahrt in den Luzerner Bahnhof zwecks Gewinnung von öffentlichem Raum (Postulat)
- Massnahmen gegen die Preisspirale bei Geschäftsmieten (Postulat)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.