Nationale Hashtag-Kampagne für Menschenrechte und gegen Homo- und Transphobie im Sport

Diesen Freitag, am 7. Februar, wird das olympische Feuer an der Eröffnungsfeier der menschenrechtlich umstrittenen Winterspiele 2014 in Sotschi entflammt. Und genau an diesem Freitag wollen wir aus der Schweiz – für die Schweiz und die Welt – ein Zeichen für die Menschenrechte und explizit für die Rechte von queeren Menschen setzen. Dabei folgen wir dem ersten Punkt der Ethik-Charta der Olympischen Spiele «Gleichbehandlung für alle!».

Wir (KulturKopf und kopfkino Luzern) versenden die Hashtag-Kombination #queerCH und #Sotschi2014 ergänzt mit verschiedenen Bildern an Schweizer LGBTQI Organisationen, Medien, Schweizer Promis und Social Media Cracks. Mit dem Ziel, dass möglichst viele Menschen am Tag der Eröffnungsfeier in Sotschi zwischen 14:00 und 20:30 Uhr die Message gegen Homophobie und Transphobie verbreiten / sharen / liken / posten / twittern.

Als wir mit der Arbeit für diese Kampagne begonnen haben, war das Ziel eine Aktion im Sinne von «to Russia with love» zu starten. Wir wollten Liebe nach Russland schicken – und zwar so viel und so schnell wie möglich. Gleich darauf stellten wir uns aber die Frage nach der Umsetzbarkeit: Wie kann man die Liebe optimal bündeln und nach Russland schicken? Was bringt dies der Community in Russland wirklich? Stoppt diese Kampagne blutende Nasen? Rettet sie leben? Nein. Schon sassen wir in unserem Idealismus fest. Behütet im Schweizer Käfig, wo es uns gut geht, wo wir LGBTQI‘s ohne blutverschmierte Gesichter, Hand in Hand durch die Strassen gehen können. Soweit die schöne Seite der queeren Schweizerwelt. Wir stellten aber auch fest, dass wir auch hier in der Schweiz immer noch dafür Kämpfen müssen, in der Verfassung nicht weiter diskriminiert zu werden. Dies zeigt zum Beispiel der Kampf um das Eherecht. Auch in der Schweiz kann man also nicht von «Gleichbehandlung für alle» sprechen. Ob das uns hier in der Schweiz bewusst ist?

Aus diesem Grund haben wir unsere Zielsetzung folgendermassen definiert: Wir wollen mit unserer Kampagne aus der Schweiz und für die Schweiz ein Zeichen gegen Homophobie / Transphobie setzen und die Offenheit der Schweiz lautstark
hinterfragen. Gerade aus aktuellem Anlass in Sotschi/Russland ist es enorm wichtig und vor allem auch notwendig, uns der Welt und der Schweiz zu zeigen.

Es kann nicht sein, dass die Schweiz mehrere Politiker (auf unsere Kosten) nach Sotschi schickt und dabei niemand wirklich dagegen protestiert. Auch die Medien griffen dieses Thema unserer Meinung nach viel zu wenig auf. Es wurde zu wenig kritisch hinterfragt, sodass die Politiker ihre Meinungen gegenüber Putin’s Regime und explizit ihre Ansicht zum Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland unter den Tisch wischen konnten. Deswegen fragen wir die Bundesräte Didier Burkhalter und Ueli Maurer in dieser Kampagne ganz direkt an, ob sie uns ALLE in Sotschi vertreten werden? Damit möchten wir unseren Bundesratsvertretern und der Schweizer Bevölkerung in das Bewusstsein rufen, dass dieser Auftritt auch für die LGBTQI’s in der Schweiz nicht unterstützend ist.

Zudem hat sich die Frage – wie offen die Schweiz wirklich ist – während der Arbeit für diese Kampagne nochmals verstärkt: Unter anderem haben wir 75 Menschen aus dem öffentlichen Leben für die Kampagne angeschrieben. 75 Mal angefragt. 75 Mal nachgefragt. 75 Mal nachgehackt. Das Resultat sind acht Personen, die uns mit ihrer Prominenz offen und ehrlich unterstützen. Also liebe Schweizer_innen, wie offen gegenüber LGBTQI‘s seit ihr wirklich?

Die Gründe häufen sich, warum die Schweiz unbedingt aus ihrem queeren Winterschlaf
gerüttelt werden sollte.

queerCH steht für eine sichtbare queere und somit vielfältige Schweiz – Mitmachen
und für Respekt, Sichtbarkeit und Anerkennung kämpfen!

Verfolgt, liked, shared, posted und twittert am Freitag, 7. Februar 2014 ab 14 Uhr, was wir auf Facebook (https://www.facebook.com/MenschCH) und/oder Twitter (https://twitter.com/queerCH) tun werden.

Text: Aurelia Meier und Corinne Imbach

Wie offen ist die Schweiz wirklich? Umfrage auf den Strassen von Luzern...


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2 Kommentare
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Ramona Geiger aus Luzern | 06.02.2014 | 09:39  
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Corinne Imbach aus Luzern | 06.02.2014 | 13:59  
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