Sind im Tod alle gleich?

Der Stadtrat von Luzern will die Kremationskosten ab 2017 neu den Angehörigen überwälzen. So werden früher vorgegebene Grundsätze nicht mehr eingehalten. Diese beruhten u.a. auf folgenden Überlegungen:

- Die Kremation wird als wichtiger Bestandteil des Bestattungswesens der Erdbestattung gleichgestellt

- Die Friedhofanlagen mussten nicht erweitert werden. Die Stadt sparte damit viel Geld. Dank der Unterstützung durch den Kremationsverein ist seit 1970 der Kremationsanteil von 23 % bis heute auf 89 % angestiegen.

Jetzt will der Stadtrat die Kremation ersatzlos ab 2017 aus den Reglementen streichen. Deshalb gilt es dieser Entwicklung Einhalt aus folgenden Gründen zu bieten:

- Abstufung des „Grundangebotes“ Kremation zu einem Auftrag an Dritte

- Hohe Gebühren beschleunigen die Entleerung der Friedhöfe. Schon heute wird in Luzern jede 4. Urne mitgenommen! Wo die Asche der rund 150 Urnen jedes Jahr beigesetzt werden, ist völlig offen.

- Die Kremationsgebühr ist unsozial und berücksichtigt die vorstehend erwähnten Grundsätze der bisherigen Gebührenübernahme der Stadt nicht

- Bei den Städten Aarau, Basel und Winterthur ist für Einheimische die Kremation ebenfalls kostenlos

- Bei einer gesamtheitlichen Betrachtung der Kostenfaktoren (Platzbedarf, Arbeitsaufwand, zeitliche Belegung) im Bestattungswesen ist die Abwälzung der Kremationskosten auf die Angehörigen eine willkürliche und rein fiskalische Massnahme für den städtischen Kostenhaushalt.

- Mit der Streichung der Kremation aus dem unentgeltlichen Bestattungsangebot fällt die Stadt Luzern weit ins letzte Jahrhundert zurück.

- Die Feuerbestattung wird grundlos benachteiligt.

Nur ein Nein am 28. Februar 2016 zur Änderung der Reglemente über das Bestattungs- und Friedhofwesen in Luzern und Littau kann der ungerechtfertigten Überwälzung der Kremationsgebühren Abhilfe verschaffen.

Beat Murer, Luzern
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