Verkehrte Verkehrspolitik für den Einkaufstourismus mittels Cars am Beispiel des Projektes Tiefgarage Schweizerhofquai (Seeparking)

Die gleichen Kreise, welche die Spange Nord als Entlastung des Schweizerhofquais anpreisen wollen, nehmen den Car-Mehrverkehr am Schweizerhofquai mit diesem Projekt weiterhin in Kauf. Mit der unterirdischen Parkierung der Cars sind ja die Zu- und Wegfahrtsprobleme ins und aus dem Stadtzentrum nicht gelöst. Die Cars werden weiterhin hauptsächlich über den Schweizerhofquai fahren (ab Autobahnanschlüssen Kasernenplatz und Eichhof) mit den entsprechenden Belastungen der innerstädtischen Hauptverkehrsachsen. Wann bewegen sich endlich die Firmen Bucherer, Gübelin, Casagrande und Co. welche seit Jahrzehnten die Stadt in verkehrspolitische Geiselhaft nehmen?



Wäre z.B. die Nutzung der noch freien Verkaufsflächen in der MALL durch Bucherer oder die Inbetriebnahme der seit langem unbenutzten Carparkplätze über dem Parkhaus Casino-Palace nicht auch eine Überlegung zur Entlastung der Innenstadt wert? Die Carparkplätze über der Autotiefgarage Casino-Palace waren übrigens seinerzeit ein integrierender Bestandteil der entsprechenden Volksabstimmung.

Währenddem im Bürgenstock-Resort u.a. auch Uhren- und Schmuckgeschäfte betrieben werden, welche erst noch mit modernstem Schiffshuttle mit Anschluss an die Bürgenstockbahn erschlossen sind, betrachten es Bucherer und Co. als selbstverständlich, dass die Cars der Einkaufstouristen bis auf den Schwanenplatz vorfahren können. Somit besteht für die Firma Bucherer eine Situation, welche sie in ihren Filialen u.a. in den Zentren von Zürich und München nicht hat.

Dass sich dieses Unternehmen scheinbar langsam Gedanken über ihr Image in der Stadt Luzern macht, zeigt die aktuelle Umfrage durch GfS Zürich im Auftrag der Firma Bucherer.
Wie fragwürdig diese Umfrage ist, merkt man schon an den Fragestellungen. So wird unter anderem gefragt, ob man schon dort eingekauft habe. Auf die Antwort Nein, wird dann später noch gefragt, wie die Freundlichkeit des Personals bewertet würde!

Währenddem in Venedig sich der ÖV voll auf dem Wasser abspielt, versandeten in Luzern leider Vorstösse Richtung Schiffsshuttle. Wäre nicht auch eine seemässige Anknüpfung des Schwanenplatzes mit Schiffsverbindungen z.B. ab Stansstad eine weitere Entlastungsmöglichkeit zur «Befreiung» des Schwanenplatzes und der wichtigsten Verkehrsachsen in der Stadt Luzern?

Auf jeden Fall wird kurzfristig als realistischste Lösung die Allmend sein, wo das Umsteigen der Einkaufstouristen von und nach den Cars via Zentralbahn nach und von der Innenstadt ermöglicht werden könnte.

Beat Murer, ehem. Grossstadtrat Luzern

Bisherige Kolumnen zur Carproblematik:

https://www.beiuns.ch/luzern/politik/car-chaos-in-...

https://www.beiuns.ch/luzern/politik/gaehnende-lee...

https://www.beiuns.ch/luzern/politik/stopp-dem-car...

https://www.beiuns.ch/luzern/politik/unglaubliche-...

https://www.beiuns.ch/luzern/politik/kritische-ged...
3 Kommentare
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Walter Albrecht aus Luzern | 08.05.2018 | 15:59  
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Walter Albrecht aus Luzern | 08.05.2018 | 16:21  
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Anna Rybinski aus Luzern | 25.05.2018 | 18:34  
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