Vier Luzerner Frauen setzten sich ein für Homosexuelle im Sport

  Luzern: Treibhaus Luzern | Was ist wichtig im Leben? Dass man sich selber sein kann und träume hat? Die vier Luzerner Veranstalterinnen von KulturKopf und kopfkino wollen dem Wichtigen im Leben folgen. Sie stehen selbstbewusst im Leben und gehen mit ihrem unkonventionellen Weg selbstverständlich um – zumindest versuchen sie das. Und träumen tun sie davon, dass das jeder Mensch das auch «einfach» so kann. Die Kulturveranstalterinnen aus Luzern über «Offside! – Homosexualität im Sport.»

Nicht alle Menschen, die eine Karriere im Leistungssport einschlagen möchten, können wirklich sich selber sein. Oder kennen Sie viele Sportler_innen, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen? Die meisten schwulen, lesbischen oder bisexuellen Sportler_innen müssen über eine lange Zeitdauer ein intensives und schwieriges Versteckspiel betreiben, um ihr Privatleben zu verheimlichen. Sie können in ihrem Arbeitsumfeld nicht über ihr Privatleben reden, oder zumindest nicht ehrlich. Vielleicht müssen sie den eigenen Partner, die eigene Partnerin verstecken, verheimlichen. Den Menschen also, den sie am meisten lieben – verleugnen. Alltägliches Lügen, Verstecken, nicht entdeckt oder gesehen werden, permanente Zurückhaltung – das braucht sehr viel Kraft. Kann eine homosexuelle Leistungssportlerin unter diesem Druck überhaupt die gleichen Leistungen vollbringen wie ein heterosexueller Leistungssportler? Weshalb tun sich das Menschen im Profisport an und outen sich kaum während ihrer Karriere?

Auch homosexuelle im Breitensport haben es nicht einfach. Was würden wohl die Mannschaftskumpels sagen, wenn man seinen Freund anstatt seiner Freundin an eine Party mitbringt? Wie würden die eigenen Freunde in der Dusche nach dem Training wohl reagieren, wenn sie wüssten, dass ein schwuler Spieler mitduscht? Würden sie nach wie vor eine sexuelle Neigung wie «schwul» als Schimpfwort oder negative Aussage verwenden oder zukünftig darauf verzichten?

Wenn man bedenkt, dass rund zehn Prozent der Weltbevölkerung heterosexuell nicht glücklich leben kann, wie viele Sportler_innen kennen Sie, die homosexuell leben und dazu stehen? Ein eher mageres Ergebnis, oder?

Diese traurige Realität möchten die Veranstalterinnen von «Offside!» verändern. Als Vermittlerinnen, Aufklärerinnen, Aktivistinnen, Homosexuelle – als Menschen – möchten sie die Gesellschaft aufrütteln und auf Missstände sozialer Randgruppen aufmerksam machen. Damit Sexualität keine Rolle mehr spielt, zumindest in «unserer» Gesellschaft. Weg von Vorurteilen und Klischees und der Tatsache ins Auge blicken: Wer wen liebt, das geht niemanden was an und spielt doch keine Rolle. Und schon gar nicht im professionellen Arbeitsumfeld – wie im Sport.

Durch ein vielfältiges Offside! Rahmenprogramm möchten KulturKopf und kopfkino verschiedene Alters- und Interessensgruppen zusammenführen und hetero- wie auch homosexuelle Menschen damit ansprechen, aufklären und zusammenbringen.

Daten:

Samstag, 15. Februar 2014 / Schwerpunkt: Homosexualität im Spitzensport
Ab 16:00 Uhr Apéro und Kunst-Ausstellung, Programmstart um 17:30 Uhr

Sonntag, 16. Februar 2014 / Schwerpunkt: Homosexualität im Breitensport
Ab 10:30 Uhr Brunch, Sotschi Public Viewing, Programmstart um 13:00 Uhr, Finissage Kunstausstellung um 14:45 Uhr (Publikumspreis CHF 1'000.–)

Ort:
Treibhaus Luzern

Infos:

Pressefotos/Bios/Medienberichte: http://www.kulturkopf.ch/offside_medien.html
Programm/Gäste: http://kulturkopf.ch/images/Offside_Programm.pdf
Kontakt: KulturKopf / Corinne Imbach / 041 210 06 02 / imbach@kulturkopf.ch

Interviews:
Marcus Urban ist für Interviews in der Schweiz vom 12. bis 16. Feb. 2014
(Marcus Urban bei Kurt Aeschbacher, Sendung Do, 13.2.2014 um 22:25 Uhr)
Dr. Tatjana Eggeling ist für Interviews in der Schweiz vom 14. bis 16. Feb. 2014

Hochkarätige Gäste teilen ihre Erfahrungen im Sport

Unter anderem mit: Marcus Urban (der erste deutschsprachige und einer der weltweit sechs geouteten schwulen Profi-Fussballer), Benedikt Koller (ehm. Fussballprofi FC Luzern), Marisa Brunner (Fussball-Rekord-Nationaltorhüterin), Rolf Fringer (Fussballtrainer, u.a. bei FC Luzern und Schweizer Nationalmannschaft), Peter Knäbel (Technischer Leiter SFV), Dr. Tatjana Eggeling (Kulturwissenschaftlerin), Isa Jud (Snowboard-Trainerin), Imke Duplizer (Degenfechterin, Europa- und Vizeweltmeisterin), Melanie Maurer (Triathletin), Simon Weber (Präsident der Wankdorf Junxx, Mitglied des Sprecherrates der Queer Football-Fanclubs), Alan David Sangines (Co-Präsident SP Fachkommission für sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität), Özküp Tarkan (Head of Marketing Schweiz bei Credit Suisse)

Rahmenprogramm


Musik am Samstag:
Singer/Songwriter: Vale (ehm. Pink Spider) – World/Soul/Funk: DJane Madame Chapeau – Elektro: Dietrich & Strolch live DJ-Set, DJ Miss Brownsuger

Kunst-Ausstellung:
11 verschiedene, nationale Künstler_innen / Gruppen präsentieren ihre
Werke zum Offside-Thema mit Video / Film, Illustration, Bildende Kunst / Malerei, Literatur, Fotografie, Installation

Film am Samstag:

Tabubruch – Homosexualität im Fussball (2009) am Samstag

Videobox:
Spannende Kurzfilme, Interviews sowie Statements von Verbänden, Politiker_
innen, Sportler_innen sowie der Luzerner Bevölkerung zum Offside-Thema

Brunch am Sonntag:
Offside-Brunch mit Kinderbetreuung durch die Offside-Crew

Public-Viewing am Sonntag:

Olympische Spiele in Sotschi auf Grossleinwand

Offside! Videostatement von Rolf Fringer

Dieser Inhalt wird von Youtube eingebettet. Sobald Sie den Inhalt laden, werden Daten zwischen Ihrem Browser und Youtube ausgetauscht. Dabei gelten die Datenschutzbestimmungen von Youtube.

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.