ZHB Luzern: Regierungsrat legt aktualisiertes Sanierungsprojekt vor

Die über sechzigjährige, denkmalgeschützte Zentral- und Hochschulbibliothek (ZHB) Luzern muss saniert und den heutigen Nutzerbedürfnissen angepasst werden. Die Kosten betragen insgesamt 20,7 Millionen Franken. Darin eingerechnet sind Mehrkosten von 1,8 Millionen Franken gegenüber dem 2010 vorgelegten Projekt, welche grösstenteils auf einen zusätzlichen Sanierungsbedarf zurückzuführen sind. Die sanierte ZHB wird voraussichtlich im Sommer 2019 eröffnet.


Nach den Beschlüssen des Kantonsrates vom 27. Januar 2015 (P 586 und P 587), aufgrund der Zustimmung zur städtischen Initiative zur Rettung der ZHB unverzüglich die Weiterarbeit am Sanierungsprojekt aufzunehmen, legt der Regierungsrat die Botschaft zum Umbau und zur Sanierung vor. Dadurch erhält die Öffentlichkeit eine moderne Bibliothek und die Zentral- und Hochschulbibliothek einen zeitgemässen Hauptstandort.

Erheblicher Sanierungsaufwand
Die Fassade des 1951 erstellen Magazintrakts weist massive Witterungsschäden auf. Mit Blick auf die anstehende Gesamtsanierung wurden in den vergangenen Jahren lediglich punktuelle Instandhaltungs- und Instandsetzungsmassnahmen ausgeführt. Nebst den altersbedingten Abnutzungserscheinungen kommen erhebliche Sicherheitsmängel bezüglich Brandschutz, Personenschutz und Erdbebensicherheit hinzu. Ebenfalls die haustechnischen Einrichtungen wie Heizungs-, Warmwasser-, Kaltwasser- und Elektroinstallationen müssen gesamthaft – und entsprechend den heutigen betrieblichen und sicherheitstechnischen Anforderungen – erneuert werden. Im Zentrum des Sanierungsprojekts ZHB steht der Gebäudeerhalt unter Berücksichtigung der Auflagen des Ortsbildschutzes und der Denkmalpflege. Die Umsetzung der Sanierungsarbeiten erfolgt deshalb in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen kantonalen und städtischen Fachstellen.

Betriebsanforderungen an eine zeitgemässe Bibliothek
Neben baulichen weist das Gebäude auch betriebliche Mängel auf: Es ist nicht rollstuhlgängig und die heutigen Nutzerbedürfnisse haben sich gegenüber den frühen 1950er Jahren stark gewandelt. Das vorgelegte Bauprojekt ermöglicht eine Umnutzung und Sanierung ohne Erweiterung des bestehenden ZHB-Gebäudes. Der bestehende Magazintrakt wird mit einem «inneren Neubau» in einen Freihandbereich umgenutzt. Dank verschiedenen Nutzungsverschiebungen können dadurch die Betriebsanforderungen an eine zeitgemässe und zukunftsorientierte Bibliothek erfüllt werden.

Mehrkosten von 1,8 Millionen Franken eingerechnet
Nachdem die Planung für das Bau- und Sanierungsprojekt nach längerem Unterbruch wieder aufgenommen wurde, mussten aufgrund der Aktualisierung und der Preisentwicklung die notwendigen Investitionskosten neu berechnet werden. Gegenüber der ursprünglichen Botschaft aus dem Jahre 2010 resultieren Mehrkosten in der Höhe von rund 1,8 Millionen Franken. Die Gründe dafür liegen hauptsächlich in den zeitlichen Verzögerungen, welche zusätzliche Sanierungen über 560'000 Franken zur Folge haben. Dazu gehören auch die Flachdächer über dem Katalog- und Lesesaal, die am Ende ihrer Lebensdauer angelangt sind. Weitere Mehrkosten sind auf Brandschutzmassnahmen über 390'000 Franken und Fachplanerleistungen zurückzuführen. Die Bauteuerung wird mit 330'000 Franken ausgewiesen.

Die gesamten Investitionskosten (inklusive Mehrwertsteuer und Provisorien) belaufen sich auf 20,7 Millionen Franken (Preisstand 1. April 2015). Die Kosten des Umbau- und Sanierungsprojektes der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern sind im Entwurf des Aufgaben- und Finanzplans (AFP) 2016 bis 2019 mit 21 Millionen Franken vorgesehen. Mit der Fertigstellung und Eröffnung der sanierten ZHB wird im Sommer 2019 gerechnet. Der Kantonsrat entscheidet voraussichtlich an der Januarsession 2016 über den erforderlichen Kredit. Das Dekret unterliegt dem fakultativen Referendum.
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