Freie Berufswahl… Ich bin dann mal weg… Konsequenzen

Unerlaubtes Verlassen des Arbeitsplatzes, wegen einem Vorstellungsgespräch, kein Bock mehr, doch nicht der tolle Job, etc. und dann kommen Konsequenzen

Wir erleben in den letzten Monaten immer mehr das Phänomen, das Mitarbeiter einfach den Arbeitsplatz verlassen und dafür die eigenen individuellen Gründe nennen. Da gibt es dann die Aussage: Ich habe ein Vorstellungsgespräch, ich habe kurzfristig eine Terminbestätigung erhalten, ich kann doch nicht bis 18 Uhr arbeiten, etc. ! Warum jemand den Job nicht umsetzen kann oder will (vor allem immer kurzfristig) , muss ein Arbeitnehmer selber für sich entscheiden. Allerdings den Arbeitsplatz mal spontan eben so wegen den eigenen Bedürfnissen zu verlassen kann negative Folgen nach sich ziehen. Vor allem sollte man sich vor der Vertragsunterzeichnung sicher sein, das die besprochenen Kriterien einem auch entsprechen. Nicht selten erhalten wir die Aussage: ich dachte es klappt doch, ich habe geglaubt, etc.
Wir stellen erstmal fest, dass jeder Arbeitnehmer folgendes Recht hat:

Artikel 12 des Grundgesetzt

(1) Wir haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen. Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.
Allerdings haben auch Arbeitnehmer Pflichten, sobald diese einen Arbeitsvertrag unterschreiben.
Ein Arbeitnehmer verpflichtet sich, seine Arbeitsleistung gemäß Arbeitsvertrag zur Verfügung zu stellen. Dagegen steht die Pflicht unter anderem des Arbeitgebers diese auch z.B. duch Lohn zu vergüten. Sollte ein Arbeitnehmer oder Arbeitgeber mit der Leistung, der Forderung, etc. des Vertragspartners nicht einverstanden sein, so haben beide Parteien das Recht den gemeinsam geschlossenen Vertrag zu kündigen.

Zur Info:

Ein Arbeitsvertrag ist eine beidseitige Willenserklärung, die von beiden Parteien eingehalten werden muss. Beide Parteien haben sich an die im Arbeitsvertrag niedergeschriebene und von beiden Parteien akzeptierte Regeln zu halten. Ausnahme: Diese verstoßen gegen geltendes Recht.
Eine Kündigung dagegen ist eine einseitige Willenserklärung. Diese muss nicht von beiden Seiten akzeptiert werden. Hier beantragt eine Partei die Auflösung des Vertrages. Allerdings ist hier zu beachten, das die Kündigungskriterien, wie z.B. Kündigungsfrist unbedingt einzuhalten sind. Dies gilt für den Arbeitgeber aber auch für den Arbeitnehmer.
In letzter Zeit habe ich irgendwie das Gefühl (was mir auch von Kollegen bestätigt wird), das Arbeitnehmer der Meinung sind, das diese Regeln nur für Arbeitgeber gelten. Es ist unglaublich was hier an Informationen fliessen. Hier ein Tipp: Fragen Sie beim Arbeitgeber nach oder suchen Sie im Internet nach nach Antworten auf Ihre Fragen. Bei der Auswahl des gewünschten Handys machen es die meisten ja auch :-)

Deshalb für alle hier eine Faustregel:

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können jederzeit den Vertrag kündigen (wie, ist geregelt in den Tarifverträgen oder dem BGB). Die Kündigungsfrist ist auf jeden Fall einzuhalten. In dieser Frist ist die Arbeitskraft uneingeschränkt zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitgeber hat diese Arbeitskraft uneingeschränkt gemäß dem Arbeitsvertrag zu vergüten.
Ein Verstoß kann schwerwiegende Folgen haben. Dies für beide Vertragsparteien. Ein Verstoß des Arbeitgebers ist in der Regel dem Arbeitnehmer bekannt und wie er dagegen angehen kann.
Ein Verstoß des Arbeitnehmers kann unter anderen folgende Konsequenzen mit sich ziehen:
  • Vertragssstrafe 
  • Schadenersatz 
  • Sperre beim Arbeitsamt / der Arge 
  • etc. 
Im Fall einer gewollten Kündigung des Arbeitnehmers:
In diesem Fall sollte man das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen. Den Kopf in den Sand zu stecken, nicht mehr aufzutauchen und zu glauben “es wird schon gut” kann ganz böse enden. Halten Sie sich an das gemeinsam unterschriebene Regelwerk. Sie erwarten es ja auch vom Arbeitgeber.
Zitat: “Ich kann nur das erwarten, was ich selber bereit bin umzusetzen…”
1 Kommentar
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Regina Ell aus Binningen | 01.12.2017 | 15:00  
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