Wissenswertes über die Wasserenthärtung

(Foto: TobiasD/pixabay.com, CC0 Public Domain)

Ein bekanntes Problem in vielen Haushalten in der Schweiz ist zu hartes Wasser. So gut wie jeder hat davon gehört, kaum jemand weiss aber, worum es hier genau geht. Was heisst „zu hartes Wasser“, vor dem Werbungen von verschiedenen Waschmittelherstellern immer wieder warnen? Dieser Artikel klärt auf und zeigt Ihnen Wege und Möglichkeiten, wie Sie sich vor zu hartem Wasser und dessen Folgen schützen können.

Über hartes Wasser

Unter hartem Wasser versteht man – Achtung: Chemiefachjargon – die Äquivalentkonzentration der im Wasser gelösten Ionen der Erdalkalimetalle. In einfachen Worten also: Je mehr gelöste Ionen von bestimmten Elementen (Magnesium, Calcium, Strontium und etwa auch Barium) im Wasser vorkommen, desto härter ist es. Diese im Wasser gelösten Ionen können aber unlösliche Verbindungen bilden, wie Kalk und Kalkseifen. Und diese unerwünschten Verbindungen lagern sich auf Armaturen, in Waschbecken, in Duschtassen und Badewannen, auf Fliesen und vor allem auch im Inneren von Rohrleitungen und unterschiedlichen Haushaltsgeräten ab.

Leichte Folgen von hartem Wasser

Je härter das Wasser also ist, desto grösser sind die festen Ablagerungen von Kalk und Kalkseifen. Spuren davon sind bei den allermeisten Wasserhähnen und Armaturen schon nach kurzer Zeit in Form von weissen, dünnen Ablagerungen sichtbar. Im Laufe der Zeit verstopfen die Poren von Duschköpfen, der Siebeinsatz bei Wasserhähnen lässt nicht mehr so viel Wasser durch wie normal. Die Ablagerungen in weissen Waschbecken sind zwar schwerer sichtbar, aber dennoch vorhanden. Lassen Sie einfach einige Tropfen gefärbtes Wasser vom Waschbeckenrand rinnen und sehen Sie zu, wo diese hängen bleiben. Kalkspuren machen aus der glatten Keramikoberfläche einen rauen Untergrund, wo sich allerlei Schmutz und Seifenreste ablagern können. Das sind zumindest die sichtbaren Folgen von hartem Wasser. Dabei sollten wir die unsichtbaren Folgen nicht ausser Acht lassen, denn diese sind bei weitem schlimmer.

Schwerwiegende Folgen

Kalkablagerungen auf Waschbecken sind zwar nicht schön, dafür aber relativ harmlos. Sie nehmen ein weiches Tuch und einen Essigreiniger, schon ist der leichte Schaden behoben. Ähnlich verhält es sich mit Duschköpfen. Legen Sie sie einfach in verdünnte Essigsäure ein und spülen Sie gründlich nach. Schon sind die Poren wieder frei. Etwas schwerer wird das Unterfangen bei Wasserkochern. Heizspiralen oder Heizplatten sind schnell von einer resistenten Kalkschicht überzogen. Benutzen Sie hierfür Entkalker, die auf Zitronensäure basieren, die es in jedem Lebensmittelgeschäft gibt. Einfach einwirken lassen, nachspülen und fertig. Noch heikler wird das bei Kaffeevollautomaten. Der Grad der Verkalkung ist nicht offensichtlich. Sie müssen sich einerseits auf die Warnmeldungen der Maschine verlassen, andererseits sollten Sie einfach irgendwo protokollieren, wann Sie Entkalkungen vorgenommen haben und diese regelmässig durchführen. Dann bleiben Sie vor Schäden verschont. Auch hierfür gibt es spezielle Entkalker, die einfach zu verwenden sind. Kommen Sie dem Entkalken nicht nach, droht ein Verstopfen der Leitungen und Siebe. Das ist das Ende für die Kaffeemaschine. Weitere Steigerungen der Schäden gefällig? Denken Sie an den Warmwasserboiler. Überall, wo Wasser erwärmt wird, kommt es leichter zu Kalkablagerungen. Im Boiler herrschen stets Temperaturen von über 60°C. Sie ahnen, dass hier im Laufe der Jahre einige kg Kalk zusammenkommen. Auch in den Versorgungsleitungen sondert sich Kalk ab. Die Leitungen können porös werden, in ihnen sammeln sich wegen der rauen Oberfläche Schmutz oder auch Bakterien an – das Ganze wird irgendwann unappetitlich.

Die schwerwiegenden Folgen zu beseitigen ist ein schwieriges und vor allem kostspieliges Unterfangen. Man sollte deshalb – besonders in Gebieten mit sehr hartem Wasser – überlegen, ob man mittels Enthärtungsanlagen vorbeugende Massnahmen trifft.

Weiches Wasser und seine Vorzüge

Im Gegensatz zu hartem Wasser ist weiches natürlich in vielerlei Hinsicht vorteilhaft. Weil es wenige dieser gelösten Ionen enthält, können sich auch weniger dieser Ionen in Form von unlöslichen Verbindungen an Leitungen und Geräten ablagern und Schäden verursachen. Diesen Unterschied merkt man in jeder Hinsicht. Es gibt kaum noch Kalkränder an den Armaturen und Waschbecken, der Wasserkocher muss viel seltener entkalkt werden, ebenso die Kaffeemaschine. Zu allem Überfluss schmecken Sie sogar den Unterschied, wenn Sie Kaffee- oder Teetrinker sind. Weiches Wasser schmeckt nämlich anders, man könnte sagen „runder“. Selbst beim Duschen fühlt sich weiches Wasser tatsächlich auch weicher an.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass weiches Wasser nicht nur schonend für den Haushalt, sondern auch gut für Sie ist.

Wie wird aus hartem weiches Wasser?

Vereinfacht könnte man sagen, dass man eigentlich nur die Erdalkali-Ionen aus dem Wasser entfernen muss, um Kalkablagerungen vorzubeugen. Was einfach klingt, ist aber mit viel chemischem und physikalischem Hintergrundwissen verbunden. Am einfachsten ist hier, mittels der sogenannten Ionentauscher-Verfahren die „bösen“ Ionen durch „harmlose“ Ionen zu ersetzen (Quelle). Dazu leitet man das harte Wasser durch einen sogenannten Ionentauscher, der mit Maschinensalz gespeist wird. Dem Salz werden Natriumionen entzogen, diese ersetzen dann beispielsweise Calcium-Ionen des Wassers. Ein anderes Verfahren wäre die Entcarbonisierung, die einzelne Wasserwerke an sehr harten Wässern durchführen.
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