Amerikanische Grossmeister zu Besuch in der TAISHO Karateschule

vlnr: Toni Romano (TAISHO Karateschule), Ionel Bara (WTFSKF Präsident), Del Shigeo Saito (Okinawa Karate)
 
vlnr: Del Shigeo Saito (Okinawa Karate), Alexey Kunin (Ju-Jitsu)

Normalerweise werden die Wochenendlehrgänge der Taisho-Karateschule Altdorf / Luzern von eigenen Trainern geleitet. Letztes Wochenende durften die Mitglieder aber einen besonderen Leckerbissen geniessen. Toni und Mariann Romano luden gleich drei hochkarätige Instruktoren der Kampfkunstszene nach Luzern ein.



Nach dem Eröffnungstraining durch Toni Romano stellten sich die Trainierenden der Unter- und der Oberstufe in der Bruchturnhalle zur Begrüssung der Gäste auf. Dabei war eine gespannte Erwartung zu spüren. Angeführt von Ionel Bara, dem Präsidenten des WTFSKF Weltkarateverbandes betraten der in Russland aufgewachsene Ju-Jitsu-Meister und 10. Dan-Träger Alexey Kunin aus Los Angeles sowie der japanstämmige, aber auf Hawai aufgewachsenen Sensei Del Shigeo Saito aus Oregon, ebenfalls Träger des 10. Dan im Okinawa-Karate samt ihrer Begleitcrew die Halle. Nach dem Vorstellungsritual und diversen Erklärungen zum Ablauf starteten die Lektionen, abwechselnd geleitet von den Senseis Del Shigeo Saito, Alexey Kunin und Toni Romano.

Aha-Erlebnisse durch Horizonterweiterung

Die Kampfanwendungen des Ju-Jitsu begeisterten die Trainierenden, da man sie - dank hervorragender Anleitung – relativ zügig umsetzen konnte. Ju-Jitsu ist im Gegensatz zum Karate eine Infight-Kampfmethode. „Indem man nahe am Gegner „arbeitet“, hat man die Angriffe des Gegners ständig unter Kontrolle“, erläutert Kunin Sensei. Seit vielen Jahren ist er weltweit als Ju-Jitsu-Lehrer tätig. Meister Del Shigeo Saito brachte uns Trainierenden den Stil des Okinawa-Karate näher. Die vier traditionellen Karate-Stile Shotokan, Shito-Ryu, Goju-Ryu und Wado-Ryu haben sich durch den Einfluss alter Karatemeister und deren Schüler nach und nach daraus entwickelt. In der Taisho wird der Shotokan-Stil praktiziert. Deshalb konnte man bei den demonstrierten Anwendungsformen von Saito Sensei ohne weiteres Parallelen zum Shotokan-Karate finden. Einige dieser Techniken gerieten zwar bei den drei vorerwähnten „Partner“-Stilen über die Jahre ein wenig in Vergessenheit, lösten aber immer wieder mal Aha-Erlebnisse aus und konnten mit grosser Spielfreude angewendet werden. Nichtsdestotrotz hatten wir an diesem Wochenende Gelegenheit viel Neues kennen zu lernen.

Ehrungen

Zum Abschluss des Samstagtrainings wurden die anwesenden Funktionäre aus Spanien, Deutschland, Rumänien, Polen und der Schweiz geehrt. Unter Anderen ernannte Ionel Bara Toni Romano zum Generalsekretär und Marianne Furrer zur Präsidentin der Europäischen Karatesektion innerhalb des WTFSKF Weltverbandes und überreichte ihnen ein Diplom. Die beiden Dojo-Inhaber, Pierre Feldmann und Bruno Romano wurden für ihre jahrelangen Verdienste im Karate ebenfalls geehrt und diplomiert.

Abschluss

Dass der Auftakt und das Abschlusstraining von Toni Romano geleitet wurde, machte Sinn, startete dieser Lehrgang doch mit dem von der Taisho praktizierten Shotokan-Karate und kehrte – sozusagen als Abrundung – wieder zu diesem zurück. Rückblickend ist anzumerken, dass die Gegenüberstellung der verschiedenen Stile und Techniken nicht nur für die Schüler, sondern auch für die ausländischen Gäste und die Trainer eine Bereicherung war. Durch das Verknüpfen der diversen Stile ergab sich ein ganzheitliches Bild und war wohl – mit dem Ausbau des Networkings - das Ziel dieses Lehrgangs. Einmal über den Tellerrand geschaut, erschliessen sich dem Betrachter oft erstaunliche Erkenntnisse und ungeahnte Möglichkeiten. Auch für die Karriere der jugendlichen Karatekas kann diese Öffnung eine nicht zu unterschätzende Sogwirkung haben. Insofern muss man Toni und Mariann Romano erneut eine weit- und umsichtige Planung attestieren.
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