Die Luzerner Schachspieler verbleiben nach den Siegen über Bern und Mendrisio weiter an der Tabellenspitze

Valery Atlas (rechts) sorgte mit seinem Weisssieg für das deutliche Schlussergebnis von 5.5:2.5.
 
Alfred Weindl konnte trotz Stellungsvorteil nicht auf Sieg spielen und musste mit Remis zufrieden sein.
Die Schachgesellschaft Luzern, beziehungsweise Mannschaftsleiter Oliver Kurmann, verzichtete in der Begegnung gegen Schwarz Weiss Bern erwarteterweise auf die Top-Cracks Vadim Milov, Vlastimil Hort und auch Giulio Borgo stand nicht im Aufgebot der 4. SMM-Runde. Trotzdem feierte Luzern einen klaren 5.5:2.5 Heimsieg und steht zusammen mit CE Genève mit dem Punktemaximum an der Tabellenspitze der Nationalliga A. Vermochte dieser Sieg nicht allzu sehr zu überraschen, so muss doch hinter den klaren Sieg von Luzern ll gegen Absteiger Mendrisio ein Ausrufezeichen gesetzt werden. Die Tessiner wurden mit einer 6:2-Packung nach Hause geschickt.

Die Begegnung gegen Bern hatte damit angefangen, dass die Gäste aus der Hauptstadt nur mit 7 statt 8 Spielern angereist waren. So konnte der an Brett 8 eingesetzte Roger Gloor einen freien Nachmittag geniessen und sich seiner literarischen Künste widmen. Seit einer Zeit lenkt sich der junge Aargauer mit Schreibkünsten vom Denksport Schach etwas ab und erfreut sich so seinem neuen Hobby. In der Folge vermochte Enrique Almada (2302) nur einen halben Punkt gegen Julian Turkmani (2121) einzufahren. Immer gewann Oliver Kurmann (2446) seine Partie gegen Matthias Thaler (2211) und vergrösserte so den Vorsprung auf zwei ganze Punkte. Lange Zeit sah es während dem Wettkampf so aus, dass dies die einzige "Beute" war und man sich auf ein sehr enges Matches einstellen musste. In der Tat kamen auch Robert Hübner (2611) am ersten Brett gegen Rainer Buhmann (2586) und Roland Lötscher (2460) gegen Markus Klauser (2395) nicht über ein Remis hinaus. Mir zwei weiteren Unentschieden von Alfred Weindl (2370) gegen Markus Regez (2203) und IM Beat Züger (2400) gegen Frank Salzgeber (2189) war die Partie zwar gewonnen, aber eher knapper als erwartet. Dass es am Ende doch noch ein deutlicher Sieg wurde, hatte Luzern Valery Atlas (2460) zu verdanken, der den jungen Luca Kessler (2350) matt setzte. Mit 8 Punkten aus vier Partien steht Luzern zusammen mit Genf an der Tabellenspitze, während die andern Favoriten weitere Punkte lassen. So kam Riehen zum zweiten Mal in dieser Saison nicht über ein 4:4 hinaus. Diesmal hiess Rèti der Stolperstein. Das Team der ETH Zürich hatte schon in der Runde zuvor gegen die SG Zürich das selbe Resultat erreicht und sich im Abstiegskampf zwei unerwartete Punkte gesichert. Dafür stehen Wollihofen, Schwarz Weiss Bern und Neuchâtel noch ohne Punkte da. Aufsteiger Echallens, bisher mit dem Punktemaximum wurde in der 4. Runde von Genf gleich mit 7:1 nach Hause geschickt.

Nationalliga A
Luzern - Schwarz-Weiss Bern 5½:2½ (Hübner - Buhmann ½:½, Lötscher - Klauser ½:½, V. Atlas - Kessler 1:0, Kurmann - Thaler 1:0, Züger - Salzgeber , ½:½, Weindl - Regez ½:½, Almada - Turkmani ½:½, Gloor - N.N. 1-0. Genf - Echallens 7:1, Riehen - Réti Zürich 4:4, Neuenburg - Winterthur 2:6, Wollishofen - Zürich 1½:6½.

Rangliste nach 4 Runden: 1. Genf 8 (23½). 2. Luzern 8 (21). 3. Riehen 6 (19½). 4. Echallens 6 (16). 5. Zürich 5 (19). 6. Winterthur 5 (18½). 7. Réti 2 (13½). 8. Schwarz-Weiss 0 (11½). 9. Wollishofen 0 (11). 10. Neuenburg 0 (6½).

Partien der 5. Runde (28. Juni): Winterthur - Genf, Echallens - Luzern, Schwarz-Weiss - Riehen, Zürich - Neuenburg, Réti - Wollishofen.

Luzern und Tribschen mit Sieg
Konnte man den Sieg von Tribschen auswärts beim Schlusslicht Wettswil noch vorhersehen, ist der deutliche Erfolg von Luzern ll gegen Absteiger Mendrisio eine grosse Sensation, auch wenn die Tessiner ohne ihren Topspieler GM Michele Godena angetreten sind. Den Grundstein zum Erfolg legten in diesem Wettkampf der Nationalliga B Ostgruppe die Bretter 5 - 8. Andrin Wüest (2219) gegen Alec Salvetti (2265), Werner Kaufmann (2216) gegen Vladimir Paleolegu (2142) in einer sehenswerten Partie mit Damenfang und Mattangriff auf den König gleichzeitig. Zudem sicherte sich auch Valerys Bruder Dimitry die Siegtrophäe und erstmals in seiner Karriere gewann Mohamed Bouzidi (2086) gegen Sergio Cavadini (1954) eine NLB-Partie, nach dem er zuvor einmal verloren und einmal remis gespielt hatte. Der 6:2-Erfolg hievte Luzern ll auch wegen den Punkteverlusten von Baden und St. Gallen auf Rang 3 und mit zwei weiteren Siegen vor der Sommerpause könnte sich Luzern sogar hinter Bodan auf den zweiten Zwischenrang vorarbeiten. Dazu wären allerdings Siege gegen Wettswil und im Derby gegen Tribschen notwendig.


Nationalliga B, Ost

Bodan Kreuzlingen - Nimzowitsch Zürich 7:1, Baden - Olten 4:4, Winterthur II - St. Gallen 6:2, Luzern II - Mendrisio 6:2 (Bodrozic - Bellini 1:0, Rusev - Patuzzo 0:1, Kovac - Mantovani ½:½, Rüetschi - Aranovitch ½:½, Wüest - Salvetti 1:0, Kaufmann - Paleologu 1:0, D. Atlas - Astengo 1:0, Bouzidi - S. Cavadini 1:0).
Wettswil - Tribschen 3½:4½ (Georges - Schild 1:0, Christen - Räber ½:½, Ph. Aeschbach - Arcuti 0:1, W. Aeschbach - Lustenberger 0:1, Heldner - Fischer 0:1, Bieri - Hartmann 1:0, Köchli - Herzog 1:0, Klee - Bellmann 0:1).

Rangliste nach 3 Runden: 1. Bodan 6 (21½). 2. Winterthur II 5 (15½). 3./4. Baden, Luzern II je 5 (14½). 5. Tribschen 4 (14). 6. St. Gallen 2 (10). 7. Mendrisio 2 (9). 8. Olten 1 (7). 9. Nimzowitsch 0 (7). 10. Wettswil 0 (7).

Partien der 4. Runde (14. Juni): Bodan - Baden, Tribschen - Winterthur II, Luzern II - Wettswil, Mendrisio - St. Gallen, Olten - Nimzowitsch.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.