Die Sensation ist perfekt - WTOKF Shotokan-Europameisterschaft in Rom, 5.- 7.10.2018

li Moira, re Alessia
 
li Alessia, re Moira



Shotokan-EM - Vorbereitungen

Am ersten Oktober-Donnerstag reisten die Athletinnen und Athleten der Taisho Karateschule Luzern/Kriens/Altdorf zusammen mit Betreuern, Schiedsrichtern und Offiziellen nach Rom an die WTOKF Shotokan-Europameisterschaft. Das Team hatte sich seit langem akribisch auf diesen Anlass vorbereitet. Kaum angekommen, rief Trainer Toni Romano seine Crew zum ersten Training zusammen und gab Anweisungen zum weiteren Ablauf. Am Freitag war eine Sightseeing-Tour in der Vatikanstadt gebucht. Romano erzählt schmunzelnd, dass das Team - dank Spezialkonditionen - die eineinhalb Kilometer lange Warteschlange umgehen konnte und - wie VIPs - durch einen Spezialeingang direkt in den Vatikan geschleust wurde. Wie er das bewerkstelligt hatte, schweigt sich Romano aus. Nach dem anschliessenden Vorbereitungstraining und dem üblichen Registrations-Prozedere waren alle perfekt auf die EM eingestimmt. Spätestens nach der Einschreibung aber war allen klar, dass die Konkurrenz beachtlich sein würde, waren doch 12 Nationen mit 450 Starts im Rennen.

Natürlich waren die Erwartungen gross, dass die Karatekas der Taisho an die Leistungen der letztjährigen WM in Spanien anknüpfen würden. Aber eine gewisse Skepsis war dann doch vorhanden, dass der Erfolg in Spanien mit 12 Medaillen ein einmaliger bleiben würde. Mit 19 Podestplätzen in Rom wurde der letztjährige Erfolg aber noch getoppt. Die Bilanz am Sonntagabend war überwältigend: 9 Shotokan-Europameistertitel, 7 Silbermedaillen und 3 Bronzemedaillen zeigten, dass die Vorbereitungen des Teams perfekt getimt waren und alle Athletinnen und Athleten ihr technisches und konditionelles Maximum abrufen konnten. Aber nicht nur die Wettkämpfenden mussten an dieser Meisterschaft alles geben, auch die Schiedsrichter, Marianne Furrer, Bruno und Toni Romano waren gefordert. Toni Romano wirkte zudem als Generalsekretär des Karate-Weltverbandes auch bei den politischen Prozessen im Hintergrund mit. Derweil coachte Elio Romano das Taisho-Team während des gesamten Einsatzes professionell, da er verletzungsbedingt bei den Kämpfen nicht antreten konnte. In der Halle selbst gings zu wie in einem Bienenhaus. Glücklicherweise war die Stimmung der Taisho-Crew dermassen tragend, dass sie sich als homogene Truppe nach aussen optimal abgrenzen konnte. Somit war die WTOKF-Europameisterschaft 2018 für das ganze Taisho-Team ein unvergessliches Erlebnis.

Die Schweizer Delegation war dann auch die erfolgreichste in diesem Turnier. Sie räumten regelrecht ab. Gekämpft wurde im Open, d.h., dass es in den Kategorien keine Unterteilung nach Gewichtsklassen gab. Einmal mehr haben die beiden Urnerinnen Alessia Lao und Moira Dillier für das gute Abschneiden des Taisho-Teams einen erheblichen Beitrag geleistet. Beide gewannen 4 Goldmedaillen. Etwas speziell waren auch die Rahmenbedingungen. Da der Zeitplan nicht eingehalten wurde, mussten die Athletinnen und Athleten während 8 Stunden ständig präsent sein und auf ihren Einsatz warten. Am Ende des Tages sei man entsprechend erschöpft gewesen.

Alessia Lao aus Erstfeld und Moira Dillier aus Schattdorf

Alessia Lao, Schülerin der Sportsek Kriens, schwärmt von der Teilnahme an dieser EM. Sie betrachtet es als grosse Ehre, dass sie die Schweiz und das Dojo an dieser EM vertreten durfte und sogar Medaillen mit nach Hause bringen konnte. Vor allem der Moment, bei der Siegerehrung zuoberst auf dem Podest zu stehen während die Landeshymne gespielt wird, sei äusserst emotional gewesen. Alessia rühmt die professionelle Vorbereitung durch Toni Romano und die Unterstützung vor Ort sowie das Coaching von Elio Romano. Den Erfolg betrachtet Alessia als Lohn für die harten Trainings. Zweimal mussten Alessia Lao und Moira Dillier im Final gegeneinander antreten, was eine spezielle Konstellation war. In der Kata holte Alessia den Sieg, weil sie die Figuren sauberer ausführte, in der Kampfkategorie Kumite entschied dann Moira das Duell für sich, dank ihrer höheren Risikobereitschaft. Moira Dillier, Schülerin im Sportgymi Alpenquai, ist keine Liebhaberin grosser Worte, aber nach ihrem EM-Medaillen-Segen ist auch bei ihr die grosse Freude spürbar. Die Vorbereitung sei hart gewesen und die Teilnahme an dieser EM ein cooles Erlebnis, Nervös sei sie nicht gewesen, solange die Gegnerinnen nicht bekannt waren. Erst kurz zuvor und dann in der Halle sei eine gewisse Anspannung spürbar gewesen. Moira rühmt das Taisho-Team und die Super-Stimmung vor, während und nach dem Turnier.

Ausklang und Vorschau

Einen lockeren Schlusspunkt unter das Abenteuer EM Rom zu setzen, war nun Ehrensache. Da, war es fast ein Muss, auf dem Heimweg in Modena das Ferrari-Museum zu besuchen und die Crew gebührend zu verabschieden. Selbstredend ist, dass Toni Romano hoch erfreut über die Leistungen seines Teams ist, und den sensationellen Erfolg an der EM als Bestätigung für seine mit Herzblut geleistete Trainingsarbeit betrachtet. Er will diesen Weg weitergehen, will heissen, die nächste Etappe, die im November mit den SKF-Schweizermeisterschaften in Aarberg ausgetragen wird, ist bereits auf seinem Radar.
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