Doppelsieg für Luzern Schachspieler

Die drei Spitzenspieler mussten sich am Sonntag gegen Echallens lange den Kopf zerbrechen.
 
Lubomir Kovac feierte einen erfolgreichen Einstand im NLA-Team und sicherte den verdienten Punkt.
 
Guter Saisonauftakt für IM Beat Züger aus Siebnen: zwei aus 2 und deutlicher Aufwärtstrend.
Die Luzerner Schachspieler feierten am Sonntag gleich zwei Siege in den Heimspielen gegen Echallens (NLA) und Nimzowitsch (NLB). Dabei bewiesen die Teams Charakter und kämpften bis zur letzten Minute – mit Erfolg, wie sich zeigen sollte. Das Team von Oliver Kurmann präsentiert sich ohne Punkteverlust als alleiniger Spitzenreiter der NLA und das Team von Aleksandar Rusev verzeichnete keine einzige Niederlage, was ebenfalls auf die Stärke des ganzen Kaders zurückzuführen ist. Jetzt warten aber in der nächsten Runde zwei heikle Aufgaben.

Etwas stressig oder gar chaotisch verlief der Start um 12:30 Uhr im Schachmuseum zwischen den vier Teams, weil die Mannschaftsleiter der Gästeteams zu spät eintrafen und dadurch keine Aufstellungen ausgetauscht werden konnten. Mit rund 10 Minuten Verspätung begannen die Begegnungen dann entsprechend. Schnell war klar, dass Luzern stärker besetzt war und die Gegner nicht in Bestbesetzung angetreten waren. In der Nationalliga A besassen vor allem die Bretter 5 – 8 wies schon gegen Réti deutlich Vorteile und diese wurden dann auch bis ins Endspiel umgesetzt und verteidigt. Der Reihe nach gelangen Roland Lötscher, Enrique Almada, Lubomir Kovac, der eine erfolgreiche Nationalliga A-Premiere feierte und IM Beat Züger Siege gegen schwächere Gegner. Das 4:0 gab dem Team zusätzlich Motivation und weil auch GM Robert Hübner am ersten Brett gegen Gabrielle Botta (ehemals Luzern) kein Pardon kannte, stand der Mannschaftssieg schon bald fest. Unerwartet kam Echallens noch zu zwei Siegen: Martin Krämer verlor ein ausgeglichenes Endspiel gegen Yevgen Bondar und Oliver Kurmann hatte kein Rezept gegen den Angriff von Andy Huss, der seit dieser Saison Echallens verstärkt und nach seinen Stationen bei Luzern und Winterthur eine neue Herausforderung gefunden hat. Weil auch Valery Atlas (2465) kein Gewinnweg gegen Lindo Duratti (2210) fand, blieb das Ergebnis mit 5,5 zu 2,5 noch im Rahmen. Allerdings wäre auch ein 7:1 möglich gewesen! In der kommenden Runde vom 22. Mai trifft Luzern auswärts auf das bisherige Überraschungsteam von Wollishofen. Die Zürcher remisierten sowohl in Genf als auch beim letztjährigen Drittplatzieren Riehen und haben verdientermassen bereist zwei Punkte auf dem Konto.

Luzern ll ohne Niederlage
Drei Siege und fünf Remis war die Ausbeute von Luzern ll gegen Nimzowitsch. Aleksandar Rusev gegen Christoph Drechsler, Urs Rüetschi gegen Geoffry Myers und Andrin Wüest gegen Martin Stehli hiessen die Sieger auf Luzerner Seite. Dazu gab es wie bereits erwähnt fünf Unentschieden, darunter auch von Tomislav Bodrozic (2317) gegen Lars Bäumer (2228). Erwähnenswert deshalb, weil der Deutsche im Team von Luzern am Sonntag seinen Geburtstag feierte. Bereits am Tag zuvor hatten die Zwillingsbrüder Valery und Dimitry Atlas ihren Jahrestag gefeiert. Für Luzern ll stehen nun zwei heikle Begegnungen auf dem Programm. Zuerst spielt man im Tessin gegen Mendrisio und danach gegen Aufsteiger Herrliberg mit den vier Grossmeistern Kramnik, Bogner, Fontaine und Gallagher. Am liebsten möchten alle an den vordersten Brettern spielen, weil so prominente Widersacher eher selten sind. Das Resultat dürfte für einmal nebensächlich sein.

Tribschen am Tabellenende
Nicht ganz auf Touren kommt Der SK Tribschen. Nach der Startniederlage gegen Mendrisio unterlagen die Luzerner am Sonntag auswärts gegen Olten knapp mit 3,5:4,5. Einzig Armin Hartmann und Albert Gabersek konnten ihre Partien gewinnen, aber damit die Niederlage nicht verhindern, weil Jürgen Strauss, Martin Herzog und Rambert Bellmann alle den Kürzeren zogen. Mit zwei Niederlagen liegt Tribschen am Tabellenende.

Durchzogene Bilanz
Luzern 3 unterlag in Lugano mit 4,5:1,5 (einziger Sieg durch Daniel Portmann) und Luzern 4 gewann gegen Réti 3 mit 6:0, weil die Zürcher gar nicht angetreten sind. Bereits am Dienstag setzte es für Luzern 5 eine knappe Heimniederlage gegen Altdorf ab und gleichzeitig gewann Luzern 6 gegen Baar ll mit demselben Ergebnis. Unterlag zum Saisonstart kein Team, so setzte es diesmal doch zwei Niederlagen ab, aber die Saison ist noch lang und die Spieler haben noch weitere Gelegenheiten, ihren Formstand unter Beweis zu stellen und sich auszuweisen, dass Sie Theorie und Taktik des Schachspieles auf ihrem Niveau beherrschen.

Schweizerische Mannschaftsmeisterschaft Nationalliga A (2. Runde). Luzern - Echallens 5,5:2,5 (Hübner - Botta 1:0, Krämer - Bondar 0:1, V. Atlas – Duratti 0,5:0,5, Kurmann - Huss 0:1, Lötscher - Steenhuis 1:0, Almada - Vianin 1:0, Züger - P. Meylan 1:0, Kovac - A. Meylan 1:0). Zürich - Réti Zürich 6:2, Riehen - Wollishofen 4:4, Bodan Kreuzlingen - Genf 4:4. Rangliste: 1. Luzern 2/4 (11,5). 2. Riehen 2/3 (11,5). 3. Bodan, Winterthur und Zürich je 2/3 (10). 6. Genf und Wollishofen je 2/2 (8). 8. Echallens 2/0 (4,5). 9. Réti 2/0 (4). 10. Solothurn 2/0 (2,5).

Nationalliga B, Ost: Luzern II - Nimzowitsch 5,5:2,5 (Bodrozic - Bäumer 0,5:0,5, Rusev - Drechsler 1:0, Rüetschi - Myers 1:0, Bänziger - Nabavi ,5:0,5:½, Kaufmann - Tönz 0,5:0,5, Wüest - Stehli 1:0, D. Atlas - Cavaletto 0,5:0,5, Graf - Tanner 0,5:0,5). Olten - Tribschen 4,5:3,5 (B. Kamber - Arcuti 0,5:0,5, Holzhauer - Strauss 1:0, R. Angst - Lustenberger 0,5:0,5, Kupper - Schwander 0,5:0,5, Hänggi - Herzog 1:0, A. Kamber - Hartmann 0:1, Reist - Bellmann 1:0, Monnerat - Gabersek 0:1). Herrliberg - Baden 5,5:2,5, Mendrisio - Winterthur II 6:2, Zürich II - Schwarz-Weiss Bern 4:4. Rangliste: 1. Mendrisio 2/4 (12,5). 2. Herrliberg 2/4 (12). 3. Luzern II 2/3 (9,5). 4. Schwarz-Weiss 2/3 (8,5). 5. Olten 2/2 (8). 6. Baden 2/2 (7,5). 7. Winterthur II 2/1 (6). 8. Zürich II 2/1 (5,5). 9. Nimzowitsch 2/0 (5,5). 10. Tribschen 2/0 (5).

1. Liga, Zentral: St. Gallen - Zug 7:1 (M. Novkovic - Dürig 1:0, Steiger - Zweifel 1:0, Leutwyler - Deuber 1:0, Potterat - Wilhelm 1:0, Sandholzer - Marty 1:0, Thaler - Zuber 0,5:0,5, Klings - Krumm 0,5:0,5, Salerno - Zindel 1:0).
2. Liga; Zentral I: Goldau-Schwyz - Zimmerberg 3:3. Lenzburg - March-Höfe 1,5:4,5. Luzern - Réti 6:0 Zentral II: Massagno - Luzern 4,5:1.5. Entlebuch - Biasca-Lodrino 5:1. Springer - Zug 4,5:1,5.

3. Liga, Cham - Tribschen 2:4, Zentral IV: Luzern - Altdorf 2,5:3,5. Baar - Zofingen 4,5:1,5. Baden - Rontal 2,5:3,5. Emmenbrücke - Freiamt 2:4.

4. Liga, Zentral II: UBS - Tribschen 4:2. Emmenbrücke - Nimzowitsch 2:4. Luzern - Baar 3,5:2,5.
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