Erfolgreicher Saisonauftakt für die Luzerner Schachspieler – Fünf Siege und ein Unentschieden in den sechs Startbegegnungen

Die beiden Grossmeister Martin Krämer und Robert Hübner analysierten ihre Partie bis ins kleinste Detail.
 
Beat Züger und Valery Atlas hatten sichtlich Freude beim Analysieren ihrer Gewinnpartien.
 
Oliver Kurmann gewann dieses spannende Endspiel mit Turm und zwei Läufern gegen zwei Türme.
„Ja, ich bin zufrieden mit dem Saisonauftakt!“ sagt Werner Rupp, seit 15 Jahren Präsident der Schachgesellschaft Luzern, am Sonntagabend, als die letzten Resultate der 1.SMM-Runde eingetroffen waren. Für die Luzerner Schachspieler verlief der Saisonstart denn auch äusserst erfolgreich: Alle sechs Teams blieben ungeschlagen und von 40 möglichen Brettpunkten wurden deren 26 geholt. Weil alle Teams ausser der NLA neue Mannschaftsleiter hatten, verlief auch deren Einstand sehr erfolgreich. Jede Begegnung hatte aber seine spezielle Geschichte und Eigenheit.

Die Mannschaft von Oliver Kurmann hatte zwar keine leichte Aufgabe, war im Match gegen Réti aber sicherlich Favorit, nicht zuletzt, weil man im Vorjahr mit 6:2 gewonnen hatte. Trotz der Absenz von Vadim Milov (neu bei Bern) bog die Mannschaft schon früh auf die Siegerstrasse ein, weil Réti nicht in Bestbesetzung antreten konnte (es fehlten GM Godena und IM Digtiarev). Zwar gewann Luzern an den ersten drei Brettern lediglich zwei halbe Punkte, weil ausgerechnet Martin Krämer seine Partie gegen Altmeister Vlastimil Hort – letzte Saison noch für Luzern im Einsatz – wegen diverser taktischer und positioneller Mängel und aussichtsreicher Stellung verlor. Den Gegner in Zeitnot bringen ist das Eine, die Partie taktisch ruhig und fein weiterzuspielen und ein Endspiel erfolgreich abzuschliessen, ist das andere. Hübner spielte gegen Stojanovic remis (letzte Saison verlor er diese Begegnung) und Roland Lötscher hielt ein Endspiel mit einem Minusbauer gegen Jonas Wyss geschickt remis. Weil sich der Rest des Teams mit einer Ausnahme keine Fehler leistete, wurden die Punkte von Brett 4 – 8 dem SK Luzern gutgeschrieben. Neuzuzug Vincent Riff leistete sich aber einen kapitalen „Bock“, rettete sich aber selber aus der miserablen Lage. Wegen einer Unachtsamkeit stellte er einen ganzen Turm ein, gewann aber die Partie gegen Roland Levrand (ehemals Cham und Zug) mit einer Figur weniger trotzdem. Zudem bekam es Enrique Almada am 8. Brett ebenfalls mit einem ehemaligen Innerschweizer, beziehungsweise Mitglied des SK Luzern, zu tun. Peter Pfister hatte gegen den routinierten Krienser keine Chance und musste die Partie schon früh verloren geben. Kurmann gewann ein taktisches Endspiel sicher gegen Francesco Antognini und Beat Züger (2381) gewann gegen den deutlich schwächeren Sharif Mansor (2053) relativ leicht und schnell. Mehr Mühe als erwartet hatte Valery Atlas (2465) gegen Carmi Haas (2226), der allerdings schon mehrmals stärkere Gegner in Schwierigkeiten brachte (zuletzt beim Weihnachtsturnier in Zürich mit einem Sieg gegen IM Markus Klauser). Mit einem klaren 6:2-Auswärtssieg reiste die Mannschaft am Sonntagabend nach Luzern zurück. In der nächsten Runde wartet Echallens, dass zum Auftakt gegen Aufsteiger Bodan Kreuzlingen (mit Alfred Weindl) mit 2:6 unterlag.

NLB: Spitzenbretter verloren
Das war nicht vorauszusehen: Tomislav Bodrozic (2317) und Aleksandar Rusev (2315) verloren an den beiden Spitzenbrettern gegen Benedict Hasenohr (2249) und Nedeljko Kelecevic (2260) beide Partien und brachten Luzern extrem in Rücklage. Die Retter in der Not hiessen Urs Rüetschi (Sieg gegen Damian Karrer) und Silvio Graf (2040) gegen Mirko Ballmer (2109). Vier Partien gingen Remis aus, obwohl die Luzerner einen deutlichen Elo-Vorteil hatten. Mit dem 4:4 war Luzern allerdings noch gut bedient. Mannschaftsleiter Aleksandar Rusev war mit der Leistung der Mannschaft zufrieden, nicht zuletzt weil er es versäumt hatte, ein besseres Ergebnis zu erzielen. Remis endeten die Partien von Fabian Bänziger, Andrin Wüest, Lubomir Kovac und Gary Krähenbühl. Eine hohe Niederlage kassierte der SK Tribschen im Heimspiel gegen Mendrisio. Nur Albert Gabersek holte einen Sieg und Jürgen Strauss vermochte immerhin ein Remis herauszuspielen. Die übrigen sechs Spieler verloren ihre Partien allesamt.

2. Liga: Zwei Auswärtssiege
Erfreulich verliefen die beiden Auswärtsspiele der beiden 2.Liga-Teams von Luzern. Luzern 3, das Team von Kurt Züsli, gewann im Tessin ein schwieriges und ausgeglichenes Match gegen Biasca mit 4:2 dank Siegen von Hans Speck, Eugen Schwammberger und Kurt Züsli. Weil Daniel Portmann und Jörg Schmid ihre Partien remis hielten, fiel die Niederlage von Mohamed Bouzidi gegen Andrea Pinchetti nicht ins Gewicht. In der zweiten Runde reist das Team gleich nochmals in die Sonnenstube der Schweiz und gastiert bei Lugano Massagno.

Luzern 4 musste zum Saisonauftakt in Pfäffikon gegen March-Höfe antreten, dem Team, das seinen besten Spieler (Fabian Bänziger) nach dem Abstieg in die 2. Liga an Luzern abgeben musste. Diese Konstellation war für beide Mannschaften speziell. Weil Luzern auch noch auf zwei gute Spieler verzichten musste, standen die Chancen eher für das Heimteam besser. Dominik Popp brachte Luzern in Führung, weil Michael Senn im Endspiel einen ganzen Turm einstellte. Nach zwei Remis von Klaus Odermatt und Daniel Ottiger gegen gleichwertige Gegner mussten die letzten drei Begegnungen den Unterschied ausmachen. Simon Abächerli überzeugte die ganze Spieldauer und setzte seinen Gegner matt. Mit diesem Sieg hatte Luzern mindestens ein Unentschieden auf sicher. Weil aber Borovoje Tesic seine Partie wenig später verlor, stand es nur 3:2 für Luzern und am ersten Brett sollte sich seltsames abspielen. Taktisch setzte Luzern den Elo-schwächsten Spieler gegen den stärksten von Höfe-March ein. 300 Punkte Unterschied trennten die beiden Spieler. Marco Burri (1861) mit Schwarz gegen Roman Kälin (2185) mit Weiss. Dank einer stabilen Festung und Zeitvorsprung rettete sich der Kriens im Team von Luzern in ein gerechtes und verdientes Unentschieden und brachte damit den knappen Auswärtssieg ins Trockene. Welche Leistung für das „vermeintliche“ Opfer am ersten Brett!

Auftaktsiege für Luzern 4 und 5
Weil auch Luzern 5 (3. Liga) mit Mannschaftsleiter Max Fischer sein Auswärtsspiel in Zofingen deutlich mit 5:1 gewann und sich das neuformierte Team von Luzern 6 (4. Liga) mit Paul Mikota als Teamcaptain gegen Tribschen trotz deutlich weniger Elo-Punkte knapp durchsetzte, feierte Luzern als Verein einen durchschlagenden Erfolg zum Saisonauftakt: 5 Siege und ein Unentschieden ist die Basis und der Grundstein für eine erfolgreiche SMM. Diese Erfolge gilt es schon in der 2. Runde Mitte April zu bestätigen.



Resultate SMM 1. Runde

Schweizer Mannschaftsmeisterschaft (SMM) 2016. Nationalliga A, 1. Runde: Réti Zürich - Luzern 2:6 (Stojanovic - Hübner ½:½, Hort - Krämer 1:0, Wyss - Lötscher ½:½, Antognini - Kurmann 0:1, Haas - V. Atlas 0:1, Levrand - Riff 0:1, Mansoor - Züger 0:1, Pfister - Almada 0:1). Weitere Ergebnisse: Genf - Wollishofen 4:4, Winterthur - Zürich 4:4, Riehen - Solothurn 7½:½, Echallens - Bodan Kreuzlingen 2:6.

Nationalliga B, Ost: Winterthur II - Luzern II 4:4 (Hasenohr - Bodrozic 1:0, Kelecevic - Rusev 1:0, Karrer - Rüetschi 0:1, Borner - Bänziger ½:½, Hirzel - Kovacs ½:½, Zollinger - Wüest ½:½, Gloor - Krähenbühl ½:½, Ballmer - Graf 0:1). Tribschen - Mendrisio 1½:6½ (Arcuti - Bellini 0:1, Strauss - Sedina ½:½, Lustenberger - Mantovani 0:1, Herzog - Aranovitch 0:1, Neubert - Patuzzo 0:1, Gabersek - Astengo 1:0, Bellmann - Cacciola 0:1, Riedener - Paleologu 0:1). Schwarz-Weiss Bern - Olten 4½:3½, Baden - Nimzowitsch Zürich 5:3, Herrliberg - Zürich II 6½:1½.

1. Liga, Zentral: Gligoric Zürich - Zug 5½:2½ (Necevski - Dürig 1:0, M. Mikavica - Zweifel 1:0, Jovanovic - Deuber 1:0, Gordic - Wilhelm 1:0, D. Mikavica - Marty ½:½, Ristevski - Zuber 0:1, Binzegger - C. Baumann 1:0, Sibalic - K. Baumann 0:1). Wollishofen II - Wädenswil 4½:3½ Bellinzona - St. Gallen 2:6, Réti Zürich II - Lenzburg 5½:2½.

2. Liga, Zentral I: March-Höfe - Luzern 2½:3½. Réti - UBS 1½:4½. Zimmerberg - Lenzburg 2:4. Zürich - Goldau-Schwyz 4½:1½. Zentral II: Entlebuch - Nimzowitsch 5:1. Biasca-Lodrino - Luzern 2:4. Bellinzona - Springer 3:3. Massagno - Zug 4½:1½.

3. Liga: Olten - Cham 3:3. Tribschen - Wollishofen 3½:2½. Zürich - Höngg 1½:4½. Winterthur - Réti ½:5½. Zentral IV: Freiamt - Baden 3½:2½. Altdorf - Emmenbrücke 3:3. Rontal - Baar 3½:2½. Zofingen - Luzern 1:5. Nordwest III: Olten - Solothurn 4½:1½. Burgdorf - Oftringen 4½:1½. Thun - Langenthal 3½:2½. Entlebuch - Trubschachen 4:2.

4. Liga, Zentral II: Freiamt - UBS 4½:1½. Tribschen - Luzern 2½:3½. Baar - Emmenbrücke 3½:2½. Nimzowitsch - Escher Wyss 4:2.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.