Ersatzgeschwächte Luzerner Schachspieler kassieren drei Niederlagen gegen Bodan, St. Gallen und Olten!

IM Beat Züger aus Siebnen feierte nach zwölf Monaten ein erfolgreiches Comeback mit einem Sieg.
 
Oliver Kurmann (rechts) stellte einen Turm ein und musste die Partie schliesslich aufgeben.
 
zum ersten Mal nach zwölf Jahren wieder am Brett: Pirmin Lötscher (links) mit einem Remis gegen Plüss.
Die letzten Drei Saisons stand das Team von Oliver Kurmann meist ohne Verlustpunkte an der Spitze der NLA und konnte den Rest der Saison relativ gemütlich und ohne Druck angehen. In dieser noch jungen Saison scheint sich aber alles gegen Luzern verschworen zu haben, den nach zwei Runden hat die SG Luzern nur einen Punkt aus der Begegnung gegen Réti auf dem Konto und gerät in den nächsten Partien gewaltig unter Druck. Ohne die beiden Grossmeister Hübner und Krämer und ohne Fröwis, Riff, Rusev und Beckhuis verloren die Luzerner am Sonntag bei Abstiegskandidat Bodan Kreuzlingen mit 3:5. Mit demselben Ergebnis verlor auch Luzern ll auswärts in St. Gallen und zudem holte Tribschen gegen Olten ebenfalls keine Punkte! Das hat weder mit der Einstellung, noch mit Kampfgeist oder Taktik etwas zu tun, da waren leider einige Spieler hoffnungslos überfordert.

Es war beinahe eine historische Niederlage, die Luzern gegen einen sogenannten „Kleinen“ bezog. Die letzten Jahre verlor das NLA-Team in der Regel nur gegen Zürich, Riehen, Genf, Réti oder Winterthur und fegte zuweilen die Teams aus Wollishofen, Réti, Trubschachen, Bern, Echallens oder Neuchâtel richtiggehend vom Brett. Am Sonntag war aber alles anders und schon bei der Hinfahrt hatte Präsident Werner Rupp ein mulmiges Gefühl, denn lange ist es her, dass Luzern gänzlich ohne Grossmeister antrat und weitere starke Spieler ersetzen musste. Mit Hübner (Asienreise), Krämer (Einsatz in der Bundesliga), Fröwis (Einsatz in (Osterreich), Riff und Beckhuis (beruflich unabkömmlich) und Rusev und Kovac (Private Gründe) fehlten Mannschaftsleiter Oliver Kurmann nach dem Rücktritt von Enrique Almada gleich acht Stammspieler! Vom diesjährigen Kader blieben einzig Lötscher und Atlas übrig und mit Beat Züger konnte wenigstens ein Spieler zu einem kurzfristigen Comeback überredet werden. Dass ausgerechnet er am sechsten Brett den einzigen Sieg herausspielte, war bezeichnet für die Leistung des ganzen Teams.
Oliver Kurmann (2458) an Brett 1 stellte gegen Dennis Breder (2453) einen ganzen Turm ein, versuchte sich zwar noch in ein Remis zu retten, aber da war bereits zu wenig Material auf dem Brett, um dieses Vorhaben erfolgreich umzusetzen. Schliesslich gab er in hoffnungsloser Stellung auf. Zu seiner Ehrrettung sei gesagt, dass letzte Saison auch Hübner von Breder überrascht wurde und verlor!
An Brett 2 spielte Roland Lötscher (2458) gegen Peter Kühn (2358) und hatte eine viel versprechende Stellung mit einem Mattangriff aufgebaut. In der Zeitnot verlor er etwas den Faden und musste schliesslich in ein Remis einwilligen, um nicht selber „matt“ zu gehen. Leider konnte auch Valery Atlas (2450) gegen Theo Hommles (2390) nicht auf Sieg spielen, Seine Taktik mit Springer und Läufer gegen Turm ging nicht auf und so endete auch diese Partie überraschenderweise mit einem halben Punkt für beide Spieler und Mannschaften. An Brett 4 überzeugte einmal mehr Alfred Weindl (2350), der zuvor etliche Jahre für Luzern gespielt hatte. Im Duell mit Roger Gloor (2375) behielt er das bessere Ende für dich und schrieb für Bodan einen weiteren Zähler. Diesen hatte eigentlich auch Fabian Bänziger (2326), der U16-Spieler im Team von Luzern gegen Dieter Knödler (2302) eingeplant. Am Ende musste er gar noch über das Unentschieden froh sein, denn zwei Minus Bauern und ein Turm gegen Springer und Läufer wäre für den Kreuzlinger auch zu gewinnen möglich gewesen.

An Brett 6 war es ausgerechnet Beat Züger (2391), der nach einem Jahr Unterbruch wieder erstmals am Brett sass und gegen Marcel Wildi (2263) einen wichtigen Zähler holte. Züger hatte nicht von seinem Schachverständnis eingebüsst und baute unbeirrt aller Nebengeräusche und Drohungen eine Mattstellung auf, bis Wildi aufgeben musste. Eine feine und sehenswerte Partie mit einem Mattangriff am Königsflügel. Nach der Absenz von mehreren Stammspielern kam auch Pirmin Lötscher (2159) zu seiner ersten NLA-Partie nach zwölf Jahren „Schachabstinenz“. Dem Remis gegen Peter Plüss (2149) gingen zwar einige ungenaue Züge voraus, aber schliesslich rettete sich der Bruder von Roland in eine verdiente Punkteteilung. Schon viel früher war die Stellung von Dmitry Atlas (2189) gegen Michael Schmid (2206) „kaputt“ und es war nur eine Frage der Zeit, bis der Vorarlberger auf Luzerner Seite aufgeben musste. Dies geschah kurz vor der Zeitkontrolle nach vier Stunden Spielzeit. Somit stand der überraschende 5:3-Heimsieg des Heimteams gegen Luzern fest. Ehrlicherweise muss gesagt werden, dass der Sieg nicht unverdient und die beiden Punkte für Bodan gerechtfertigt waren.

Schweizer Mannschaftsmeisterschaft (SMM) 2017. Nationalliga A: Bodan Kreuzlingen - Luzern 5:3 (Breder - Kurmann 1:0, Kühn - R. Lötscher ½:½, Hommeles - V. Atlas ½:½, Weindl - Gloor 1:0, Knödler - Bänziger ½:½, Wildi - Züger 0:1, Schmid - D. Atlas 1:0, Plüss - P. Lötscher ½:½). Wollishofen - Mendrisio 4:4; Réti Zürich - Riehen 2,5:5,5. Winterthur - Neuenburg 8:0, Genf - Zürich 2:6. Rangliste nach 2 Runden: 1. Winterthur 4 (14). 2. Riehen 4 (12,5). 3. Zürich 4 (11,5). 4. Genf 2 (7,5). 5. Bodan 2 (6). 6. Luzern 1 (7). 7. Mendrisio und Réti je 1 (6,5). 9. Wollishofen 1 (6). 10. Neuenburg 0 (2,5). Nächste Runde: Wollishofen – Luzern (Sonntag, 23. April, 12:30 Uhr).

Niederlagen für Luzern ll und Tribschen
In Folge der Absenzen musste Luzern ll auf vier 2. Liga-Spieler zurückgreifen und konnte trotzdem nur mit sieben Spielern antreten. Das erste Brett blieb leer und trotzdem verkaufte sich Luzern ll bei Aufsteiger St. Gallen noch gut. Mit zwei Remis und einem Sieg holte man immerhin zwei Punkte aus drei Partien. In der zweiten Hälfte schafften nur Daniel Portmann und Hans Speck ein Remis, während Deuber und Graf ihre Partien verloren. Mit 5:3 siegte die Ostschweizer ebenfalls verdient. Nicht viel besser lief es Tribschen im Heimspiel gegen Olten. Trotz zwei Unentschieden an den vordersten Brettern und zwei Siegen von Cremer und Gabersek reichte es Tribschen nach dem Überraschungssieg zum Auftakt gegen Solothurn nicht zu einem Punktegewinn, weil Räber, Bellmann und Neubert ihre Partien trotz guten Stellungen verloren und so Olten den Sieg schenkten.

Nationalliga B, Ost: St. Gallen - Luzern II 5:3 (Horvath 1:0 f., M. Novkovic - Bodrozic ½:½, Leutwyler - Rüetschi ½:½, Akermann - Kaufmann 0:1, Klings - Portmann ½:½, Potterat - Deuber 1:0, Thaler - Speck ½:½, Salerno - Graf 1:0). Tribschen - Olten 3,5:4,5 (Schild - B. Kamber ½:½, Strauss - Holzhauer ½:½, Räber - Angst 0:1, Cremer - Kupper 1:0, Gabersek - Schenker 1:0, Herzog - Hohler ½:½, Bellmann - Hänggi 0:1, Neubert - Reist 0:1). Wettswil - Baden 3,5:4,5. Winterthur II - Solothurn 4,5:3,5. Schwarz Weiss Bern - Zürich II 1:7 Rangliste nach 2 Runden: 1. Baden und Olten je 4 (10,5). 3. Winterthur II 4 (9). 4. Zürich II 2 (11,5). 5. Tribschen 2 (8). 6. St. Gallen 2 (7). 7. Solothurn und Wettswil je 0 (7). 9. Luzern II 0 (6,5). 10. Schwarz Weiss Bern 0 (3).

In den unteren Ligen gab es keine nennenswerten Resultate der Innerschweizer. Entlebuch bezog seine zweite Kanterniederlage gegen Réti Zürich ll und Luzern lll feierte bereits den zweiten Vollerfolg. Nach Réti musste am Samstag auch Zug die Punkte Luzern überlassen. Während Luzern 4 sich gegen Birseck deutlich geschlagen geben musste, holte Tribschen ll wenigstens einen Zähler gegen das favorisierte Lugano Massagno. Luzern 5 und 6 trennten sich gegen Baden und Baar jeweils 3:3 und liegen weiter im „Soll“. Die nächste Runde findet im Mai statt.

1. Liga, Zentral: Entlebuch - Réti Zürich II 1:7 (Mar. Meier - Porras Campo 0:1, G. Schmid - Levrand 0:1, Andenmatten - Uhlmann 0:1, Theiler - P. Meier ½:½, Lampart - Pfister ½:½, Karlen - Lapp 0:1, Oehen - Lang 0:1, Suter - Bühler 0:1). Gligoric Zürich - Bellinzona 3:5, St. Gallen II - Wollishofen II 3,5:4,5. Zürich III - Nimzowitsch Zürich 3:5 Rangliste nach 2 Runden: 1. Bellinzona und Réti II je 4 (12,5). 3. Wollishofen II 4 (10). 4. Nimzowitsch 4 (9,5). 5. Gligoric 0 (6,5). 6. St. Gallen II 0 (6). 7. Zürich III 0 (5,5). 8. Entlebuch 0 (1,5).

2. Liga: Oberglatt - Rontal 5:1. Goldau-Schwyz - UBS 2:4. Zentral II: Biasca-Lodrino - Réti 4:2. Tribschen - Massagno 3:3. Springer - Nimzowitsch 3,5:2,5. Luzern - Zug 3,5:2,5. Nordwest I: Luzern - Birseck 1,5:4,5.

3. Liga, Ost IV: Zug - Cham 1,5:4,5. Tribschen - Baden 5,5:0,5. Aarau - Entlebuch 1,5:4,5. Zentral IV: Luzern - Baden 3:3. Emmenbrücke - Zofingen 3,5:2,5. Baar - Altdorf 3,5:2,5.

4. Liga, Zentral III:
Emmenbrücke - Tribschen 1:5. Luzern - Baar 3:3.
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