Gold, Silber und Bronze für die Luzerner Spieler an den Schweizer Schachmeisterschaften in Flims

Roland Lötscher (2.), Sieger Noel Studer und Yannick Pelletier (3.) auf dem Siegerpodest.
 
Oliver Kurmann (6. Schlussrang) hatte einen guten Start, danach verliess in das Glück zeitweise.
Eine Woche vor den Schweizer Einzelmeisterschaften (SEM) in Flims standen in Kreuzlingen die Finalturniere der U10, U12, U14 und U16 auf dem Programm. Dabei holte sich Fabian Bänziger von der SG Luzern den Meistertitel bei den U16. Es war bereits der zweite Meistertitel, nachdem er vor Jahresfrist schon die U14-Meisterschaft gewonnen hatte und beinahe wäre noch ein weiterer Titel dazu gekommen: In Flims unterlag er in der letzten Runde gegen Patrik Grandadam und musste den Titel eines U20-Meisters seinem Kontrahenten überlassen. Immerhin gewann er noch Bronze. Beim Titelturnier holte sich Roland Lötscher wie 2014 in Bern hinter Noel Studer den Vizemeistertitel und somit die Silbermedaille. Mit 4½ Punkten wurde Oliver Kurmann Sechster. IM Beat Züger musste kurzfristig auf das Titelturnier verzichten.

Zum Auftakt der SEM in Flims standen sich die beiden Luzerner Oliver Kurmann (2440) und Roland Lötscher (2442) gegenüber. Der Käpten der NLA-Mannschaft behielt die Oberhand und verbuchte den ersten Sieg. Auch in der zweiten Runde gelang Oliver Kurmann gegen Alexandre Vuilleumier (2402) ein Sieg und stand damit an der Spitze der Rangliste. Roland Lötscher musste weiter auf den ersten Sieg warten und teilte in Runde 2 die Punkte mit Markus Klauser (2379), der später noch für deine Überraschung sorgte. In der dritten Runde verlor Kurmann den Spitzenkampf gegen Studer (2480), nach dem er eine Figur eingestellt hatte, während Lötscher gegen den Meisterschaftsfavorit Yannick Pelletier (2547) wiederum ein Remis herausholte. Als der Entlebucher in der vierten Runde auch noch gegen Nico Georgiadis (2497) verlor, waren die Meisterträume noch vor Hälfte des Turnier ausgeträumt. Doch dann setzte der Lehrer aus Hitzkirch zu einem Endspurt an, remisierte nur noch mit GM Sebastian Bogner (2563) und holte sensationelle 4½ Punkte aus den letzten fünf Partien (Siege gegen Gallagher, Vuilleumier, Studer und Kostenjuk). Das hätte beinahe noch zum Stichkampf gegen Noel Studer gereicht, hätte dieser in der letzten Runde nicht gegen Vuilleumier gewonnen. Dass er dennoch zum zweiten Rang gereicht hat, verdankt er Markus Klauser. Der Berner gewann in der vorletzten Runde gegen Pelletier und ermöglichte so Lötscher das Vorrücken auf den zweiten Rang, weil Sebastian Bogner international zwar für die Schweiz spielt, als Deutscher aber nicht titelberechtigt ist und bei der Mediallenübergabe „aussetzen“ muss.
Anders verlief das Turnier für Oliver Kurmann. Zwar gelang dem Neudorfer nach der Niederlage gegen Studer ein schöner Sieg mit Schwarz gegen Alexandra Kostenjuk, doch dann verlor er gegen Bogner, Pelletier und Georgiadis und holte nur noch gegen Klauser und Gallagher 1½ Punkte. Zusammen haben die beiden Luzerner ein gutes Turnier gespielt und neben wichtigen Punkten auch an Erfahrung gewonnen. Für beide war es erst das dritte Titelturnier, dass bekanntlich nur alle zwei Jahre durchgeführt wird. IM Beat Züger musste aus gesundheitlichen Gründen auf dieses Turnier verzichten. Schlussrangliste: 1. Noel Studer (Bern) 6; 2. Sebastian Bogner (Zürich, nicht titelberechtigt) 6; 3. Roland Lötscher (Stetten) 5½ , 4. Yannick Pelletier (Biel) 5½ ; 5. Nico Geogiadis (Schindelegi) 5, 6. Oliver Kurmann (Luzern) 4½, 7. Alexandra Kostenjuk (Zürich) 4½ , 8. Markus Klauser (Belp) 3½ ; 9. Joe Gallagher (Neuenburg) 3½ ; 10. Alexandre Vuilleumier (Lausanne) 2.

Hauptturnier l
Spannend verlief das Hauptturnier l mit vielen Schweizer Spitzenspielern und ausländischen Grossmeistern, die nach dem ersten Preisgeld (1500 Franken) schiehlten. Eine willkommende Standortbestimmung für den frischgebackenen FM (Fidemsiter) Fabian Bänziger aus Pfäffikon, der seit anfangs Jahr für die SG Luzern in der Nationalliga B spielt und demnächst seine Premiere in der NLA feiern wird. Als Startnummer 18 gestartet, überraschte er in der ersten Turnierhälfte mit ausgezeichneten Resultaten. Nach Siegen gegen Duke Kreutzmann, Roland Senn und Gabriele Botta remisierte er in der vierten Runde gegen GM Adrien Demuth (F), ehe er gegen Normunds Miezis (Lat) erstmals verlor. In der Folge liess die Konzentration etwas nach. Ein Remis gegen Ralf Axel Simon, ein Sieg gegen Ludovic Zaza und nochmals ein Remis gegen Gabriel Gähwiler sowie die Niederlage in der Schlussrunde gegen Patrik Grandadam liessen ihn auf Rang 20 zurückfallen.
Ähnlich verlief das Turnier für Werner Kaufmann (Startnummer 24). Nach drei Siegen in den ersten vier Runden (dazu die Niederlage gegen Adrien Demuth), paarte ihn in der 5. Runde mit Gabriele Botta, der 2014 eine Saison mit Luzern gespielt hatte. Diese Niederlage verdaute der Luzerner schlecht und verlor in der folgenden Runde überraschend auch gegen Ludovic Zaza (Nummer 42). Mit zwei Remis setzte Kaufmann das Turnier fort und sicherte sich zum Abschluss noch einen Sieg gegen Hermann Singeisen (55). In der Endabrechnung lag er auf Rang 36.

Erfreulich verlief das Turnier für die beiden Schwestern Ghazal und Raana Hakimifard aus dem Iran, die seit vielen Jahren unter der Vereinsflagge der SG Luzern starten. Ghazal belegte Rang 10 und wurde vom Iran für die kommenden Schacholympiade berufen, Raana belegte Rang 25 (Startnummer 34). Die beiden Luzerner Davide Arcuti (22) und Lukas Schwander (26) spieltenm ebenfalls ein ausgezeichnetes Turnier und hätten mit etwas Glück auch weiter vorne landen können. Schweizer Meisterin bei den Frauen wurde Laura Stoeri (2072) vor Lena Georgescu (2101) und Gundula Heinatz (2229). Die ehemaligen Luzerner Roland Ekström, Gabriele Botta und Andy Huss belegten die Ränge 6, 11 und 19. Roland Deuber (Zug) musste sich mit Rang 59 begnügen.
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