Hallenhockey NLA: Luzerner SC holt zweimal Silber!

  Luzern: Maihofhalle | Vor dem Luzerner Finalwochenende der Hallenhockey-Meisterschaften hat man nicht damit rechnen können: Mit einer klaren Leistungssteigerung holen sich die LSC-Damen und -Herren Silber. Es hätte sogar mehr werden können.

pd. Man kennt es aus vielen Sportarten. Da absolvieren Teams eine ganze Qualifikation, spulen Spiel um Spiel ab und kommen nie richtig in Schwung, doch zum Finale, wenn es um alles oder nichts geht, sind sie bereit. Der Luzerner SC hat am Hallenmasters in der Maihofhalle wieder einmal bewiesen, dass die Aussenseiterrolle nicht immer die schlechteste ist. Doch der Reihe nach.
Die Damen haben bis gestern Sonntag eine ausgezeichnete Saison hingelegt. Sie haben sich unter ihrem Trainer und Coach Mathias Schaeben als feste zweite Grösse im Land etabliert. Taktisch, spielerisch aber auch athletisch haben sie in den letzten zwölf Monaten deutliche Fortschritte erzielt. Dennoch hat man vor dem Finalspiel gegen die Serienmeisterinnen von Rotweiss Wettingen nicht erwarten können, dass sie ernsthaft mithalten würden. Genau dies geschah gestern vor 800 Zuschauern. Die Schaeben-Schützlinge trugen viel zu einem Herzschlagfinale bei. Mehr sogar. In der 19. Minute des Finales erzielte Teamkapitän Mia Gysin mit einem fällig gewordenen Strafstoss die Führung. Wettingen konterte zwar postwendend, aber tat sich schwer. So musste die Verlängerung entscheiden. Am Ende kreierten die Wettingerinnen die Differenz nur über die Standartsituationen, so genannte kurze Ecken, eine Spezialität in dieser Sportart. Aus dem Spiel heraus wollte ihnen nicht viel gelingen. Nach einer blitzsauberen Kombination und dem LSC-Anschlusstreffer durch Sarina Meier zitterten sie. Die letzten beiden Minuten gerieten zu einem Krimi – doch am Ende reichten die Kräfte nicht mehr, es jubelten die Favoritinnen. Dennoch durften die LSC-Damen erhobenen Hauptes vom Felde: Insbesondere ihre Defensivreihe um Carina Zimmermann, Mia Gysin, Julia Stühlinger und Linda Röthlin verdiente sich beste Noten, überragt vielleicht nur noch durch die Torfrau, Sandra Schori. Die Luzernerinnen und die Wettingerinnen boten Hockey auf einem national selten gesehenen Niveau.
Mathias Schaeben, Coach der LSC-Damen, sagt: «Wir waren nahe dran und haben praktisch das Optimum herausgeholt. Ich bin stolz auf mein Team, weil es clever gespielt und die Favoritinnen aus Wettingen hart gefordert hat.»
Aus einer ähnlich aussichtlosen Lage eines «Underdogs» starteten die Männer, ebenfalls gegen Rotweiss Wettingen, den klaren Sieger der «normalen» Meisteschaft. Nach einer mehr schlecht denn recht hinter sich gebrachten Quali sollte es aber im Finale hoch zu her gehen. Beide Teams machten von Anfang an Druck, mit Körperchargen und schnellen Einlagen wurde nicht gespart. Ein erster umstrittener Treffer, dem ein Foul unmittelbar vorangegangen war, zeigte beim LSC keine Wirkung. Auch einen Penalty-Treffer steckten die Schützlinge von Coach Dominic Wullschleger und Trainer Daniel Dziemba gut weg. Das junge, noch unerfahrene Team griff an und zeigte viel Potential. Erst recht nach dem Anschlusstreffer von Sebastian Schneider acht Minuten vor Ende der Begegnung. Doch auch im zweiten Rencontre mit Rotweiss Wettingen sollte es zum Schluss nicht reichen. Die mit einigen Nationalspielern besetzte Truppe holte sich nach einem Jahr Unterbruch wieder den Hallentitel.
Dominic Wullschleger, Coach der LSC-Herren, sagt: «Wenn man mir vor einer Woche gesagt hätte, dass wir gegen die Dominatoren der Qualifikation so spielen würden und die Partie offen halten würden, ich hätte sofort eingeschlagen. Natürlich ist es hart, mit nur einem Tor Differenz zu verlieren. Wir hätten unsere Chancen gehabt. Aber unser Team ist jung und hat noch vieles vor sich. Dieses Erlebnis nimmt es als Erfahrung mit und wird stärker. Jetzt machen wir mal einen Tag Pause, und dann beginnen die Vorbereitungen auf den Europacup in Hamburg.»
Dem LSC bleibt der Trost, dass die Saison noch nicht zu Ende ist. In zwei Wochen spielen die Luzerner am Finalturnier der besten acht Teams Europas in Hamburg auf.

Spieltelegramme:
Damen; Finale: RW Wettingen - Luzerner SC 3:2 (1:1) nach Verlängerung. - LSC: Schori, Waldrich; Stühlinger, Zimmermann, Gysin, Röthlin, Bucher, Schwerzmann, Wagner, Sarina Meier, Fontana. - Tore: 19. Martina Gysin (Pen.) 0:1; 19. Stefanie Wälti (k.E.) 1:1; 42. Stefanie Wälti (k.E.) 2:1; 46. Stefanie Wälti (k.E.) 3:1; 48. Sarina Meier 3:2. - Statistik Strafecken: RWW: 7/3, LSC: 1/0.

Herren: RW Wettingen - Luzerner SC 2:1. – LSC: Kleikemper, Bühler; Manuel Greder, Martin Greder, Horvath, Wicki, Machelett, Schwehr, Fahrni, Andereggen, Brönnimann, Schneider. - Tore: 12. Brunner 1:0; 16. Messerli (Pen.) 2:0; 32. Sebastian Schneider 2:1
Statistik Strafecken: RWW: 2/0, LSC: 2/0. - Zeitstrafen: Schneider (LSC, 2.), Brunner (RWW, 2.), Machelett (LSC, 38.).
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